Die Hoffnung bleibt

Caldirola und Petsos würden gerne für die U23 spielen

Luca Caldirola (l.) und Thanos Petsos dürfen bei Werder Bremen derzeit nur getrennt vom Profi-Kader trainieren.
+
Luca Caldirola (l.) und Thanos Petsos dürfen bei Werder Bremen derzeit nur getrennt vom Profi-Kader trainieren.

Bremen - Der eine trägt das Ballnetz über der Schulter, der andere die große Tasche mit den Trainingsstangen – Thanos Petsos (27) und Luca Caldirola (27) haben ihr Pensum für den Tag abgespult.

Steigerungsläufe, Übungen mit und ohne Ball – das volle Programm eben, um nicht einzurosten. Um fit zu bleiben und gewappnet zu sein, für den Fall, dass man plötzlich doch wieder gebraucht wird. Auf dem kurzen Weg in die Kabine unterhalten sich die Profis miteinander. Es geht ums Rausrücken aus der Viererkette, um Zuordnung und Absicherung – Fußballer-Fachsprech eben, wie er in jeder Mannschaft geführt wird. Nur dass Petsos und Caldirola momentan keine Mannschaft mehr haben.

Petsos und Caldirola wollen spielen - egal, in welcher Liga

Beide Profis spielen in den Planungen von Werder-Trainer Florian Kohfeldt keine Rolle mehr. Nach erfolgloser Vereinssuche im Sommer sind sie nun wieder da und bilden bei Werder seit Wochenbeginn eine Art Schicksalsgemeinschaft. Nur noch geduldet, nicht mehr erwünscht, könnte man sagen. Nach den ersten individuellen Einheiten mit einem Fitnesstrainer, räumlich streng getrennt vom Profi-Kader, hoffen beide darauf, in der kommenden Woche mit Werders U23 trainieren zu dürfen.

„Das wäre wichtig für uns“, betont Caldirola, der es in seiner Karriere auf 80 Bundesliga-Spiele bringt und nun darauf hofft, demnächst für Werder in der Regionalliga spielen zu dürfen. „Ich würde es sofort machen. 90 Minuten Fußball und Spielpraxis sammeln sind viel besser, als immer nur alleine zu trainieren.“ Petsos pflichtet seinem Kollegen bei: „Es geht jetzt nicht um die Liga, sondern darum, wieder fußballerisch Fuß zu fassen.“

Die Aussortierten hoffen weiter auf die Bundesliga

Während Petsos den Sommer in Österreich bei seiner Familie verbracht hat („Das war wichtig für mich“), hielt Caldirola in Italien Augen und Ohren nach einem neuen Verein offen. „Es war nicht so einfach. Wenn man zwei Jahre fast gar nicht gespielt hat, findet man keinen guten Club.“ Petsos sagt: „In unserer Situation stehen die Vereine nicht gerade Schlange.“

Bei Werder wollen die beiden Aussortierten, deren Verträge 2019 auslaufen, „weiter Gas geben“ (Caldirola) und „positiv bleiben“ (Petsos). „Die Gegebenheiten hier sind gut. Das wollen wir nutzen“, betont Petsos. Irgendwie ist sie nämlich doch noch da – die Hoffnung, in Werders Profi-Kader eine weitere Chance zu bekommen. „Man weiß im Fußball nie“, sagt Petsos, der den „Traum“ von der Bundesliga noch nicht aufgegeben hat. „Es kann ja sein, dass sich ein Spieler verletzt und ein anderer gesperrt ist“, fügt Caldirola an. Passiert all das nicht, wollen die beiden im Winter die Suche nach einem neuen Club wieder intensivieren.

Verfolgt das Werder-Testspiel gegen den FC Emmen in unserem Liveticker.

Schon gelesen?

Luca Caldirola und Thanos Petsos sind zurück

Fin Bartels wieder im Mannschaftstraining

Überangebot im Zentrum: Muss Kohfeldt für Sahin das Mittelfeld umbauen?

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Eindrücke vom Kräutertag in Horstedt

Eindrücke vom Kräutertag in Horstedt

Bassum Open Air: Lokalredakteur backstage bei Florian Künstler

Bassum Open Air: Lokalredakteur backstage bei Florian Künstler

Frech und pfiffig: Diese Pferderassen haben es faustdick hinter den Ohren

Frech und pfiffig: Diese Pferderassen haben es faustdick hinter den Ohren

Kanufahren, Demokratieworkshop und sportliche Wettkämpfe

Kanufahren, Demokratieworkshop und sportliche Wettkämpfe

Kommentare