Werders LZ-Sanierung geht voran

„Nächster Meilenstein“ erreicht – doch es hakt weiter am Werder-Campus: Modernisierung des LZ schreitet mit Richtfest auf „Platz 11“ weiter voran

DIe Modernisierung des Leistungszentrums des SV Werder Bremen schreitet voran und liegt im Zeitplan - doch beim Umbau des Campus gibt es ein kleines Problem!

Bremen – Ein wenig Fantasie ist noch vonnöten, aber ganz allmählich erhält der neutrale Beobachter einen Eindruck davon, wie es zukünftig am Stadion „Platz 11“ aussehen soll. Seit April läuft die Modernisierung des Geländes, am Mittwochnachmittag wurde mit dem Richtfest für den neuen Gebäudetrakt ein „nächster Meilenstein“ erreicht, wie zwischen Rohbau und Rasen immer wieder zu hören war. „Dass wir hier nach sieben Monaten stehen, habe ich mir gewünscht – aber eine Garantie hätte ich darauf wahrscheinlich nicht gegeben“, zeigte sich Tarek Brauer, Geschäftsführer Organisation und Personal des SV Werder Bremen, beeindruckt von der Arbeit der vergangenen Monate. Besonders, weil diese nicht nur termingerecht vonstattenging, sondern auch den Kostenplan nicht torpedierte. Ein kleines Problemchen gibt es dann aber doch.

Die Modernisierung des Leistungszentrums des SV Werder Bremen schreitet voran - nun wurde auf „Platz 11“ mit dem Richtfest für den neuen Gebäudetrakt ein nächster Meilenstein erreicht.

Modernisierung des Leistungszentrums des SV Werder Bremen in der Pauliner Marsch kostet insgesamt rund 42 Millionen Euro

Die ersten Kunstrasenplätze in der Pauliner Marsch sind auf den neuesten Stand gebracht worden, fünf weitere Felder folgen noch. Neun Millionen Euro werden dafür insgesamt fällig, die Modernisierung des Bestandsgebäudes auf „Platz 11“ verschlingt noch einmal weitere rund zehn Millionen Euro. Bleibt der Campus, der zusätzlich für rund 23 Millionen Euro neu gebaut werden soll. Der Haken an der Sache: In dieser Angelegenheit herrscht noch immer Stillstand. „Da geht es noch um eine Unterschrift, es fehlt nur noch ein formaler Akt“, bestätigte Tarek Brauer auf DeichStube-Nachfrage. „Es ist aber keine Genehmigung in dem Sinne, dass noch etwas beschieden werden muss. Wir warten täglich darauf, deswegen glauben wir auch, dass wir noch in diesem Jahr mit dem Abriss der Halle am Sommerdeich beginnen können.“ Auch die angrenzende Villa wird einbezogen, um eine neue Heimat für die Nachwuchs-Leistungsmannschaften und Frauenteams des SV Werder Bremen zu schaffen. Darüber hinaus sollen dort Behandlungsräume, Besprechungszimmer sowie Umkleidekabinen, Büros und Athletikbereiche entstehen.

Wenn alles optimal läuft, werden der SV Werder und die Stadt Bremen, die sich mit 2,5 Millionen Euro an den Gesamtkosten in Höhe von rund 42 Millionen Euro beteiligt, im Jahr 2027 die ganze Schönheit des Projekts genießen können. Die neuen Trainingsplätze sowie das Stadion „Platz 11“ sollen sogar schon im kommenden Sommer fertig sein. Der erste Schritt zu mehr Konkurrenzfähigkeit mit namhaften Bundesligisten, die in dieser Hinsicht jahrelang im Vorteil waren und sind.

Werder Bremens Tarek Brauer: „Bauen ist in Bremen manchmal so wie Fußballspielen“

Ganz geräuschlos war der Weg bis zum jetzigen Richtfest bekanntlich nicht. Anwohner meldeten ihre Skepsis an, in der Politik wurde das Für und Wider genauestens abgewogen. Umso mehr freut sich Tarek Brauer über den aktuellen Ist-Zustand. „Bauen ist in Bremen manchmal so wie Fußballspielen: Alle wissen, wie es geht oder wie es nicht gehen sollte und am lautesten pfeifen immer die, die nicht mit auf dem Platz beziehungsweise der Baustelle stehen“, sagte der Funktionär des SV Werder Bremen augenzwinkernd. „Umso schöner ist, dass wir heute zeigen können, was möglich ist, wenn man zusammen anpackt. Dann geht etwas voran und man überwindet selbst die Gegenwinde, die weiterhin blasen.“

Zumal die Kritik für sein Empfinden nachgelassen habe. „Mein Eindruck ist ganz stark, dass diese Pfiffe leiser werden. Jeder, der einen objektiven Blick auf die Sache hat und sieht, was hier bislang entstanden ist, muss am Ende eingestehen, dass es gut aussieht und keine Beschädigung der Pauliner Marsch darstellt – sondern eine Aufwertung“, betonte Tarek Brauer und präzisierte: „Wir nehmen das Thema Nachhaltigkeit ernst, sowohl bei der Auswahl des Rasens als auch des Klimasteins. Wir haben die sogenannte Retentionsfläche vergrößert. Also: Alles, was wir beeinflussen können, tun wir auch.“ Und auch das Hochwasserrisiko sei vom SV Werder Bremen keineswegs außer Acht gelassen worden. „Wir haben uns bestmöglich an die Bedingungen angepasst.“

Damit Werder Bremen weiterhin dort zu Hause sein kann, wo die eigene Identität seit Jahrzehnten ihre Basis hat. „Platz 11 – das klingt nach einer Nummer, ist für uns aber ein echtes Stück Werder-Herz“, sagte Tarek Brauer. „Was hier entsteht, ist mehr als ein Gebäude. Es ist ein Ort, an dem Leidenschaft sowie Leistungs- und Breitensport zusammenkommen und man spürt, dass Werder mitten in dieser Stadt verwurzelt ist.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © DeichStube

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