Abwehrchef berichtet
„Schöne Gespräche“ statt Funkstille: Werder-Kapitän Friedl hat seine Rückkehr ins Nationalteam unter Ralf Rangnick sehr genossen
Nach einem erfolgreichen Spiel als Abwehrchef des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg berichtet Marco Friedl von seiner Rückkehr in österreichische Nationalmannschaft.
Bremen – Die Uhr zeigte etwas mehr als 65 Minuten an, als es die Faust gab. Marco Friedl hatte gerade richtig stark eine Eins-gegen-Eins-Situation gegen Wolfsburgs Tiago Tomas verteidigt und dabei sogar einen Abstoß für den SV Werder Bremen herausgeholt. Die Freude darüber musste sofort raus, neben der geballten Hand folgte auch noch ein Abklatschen mit Torhüter Michael Zetterer. Friedl war einmal mehr ein echter Abwehrchef während des Sieges beim VfL gewesen, hatte gezeigt, warum ihn auch Bundestrainer Ralf Rangnick zuletzt wieder zur österreichischen Nationalmannschaft eingeladen hatte. Auch wenn Werders Kapitän während der beiden Länderspiele gegen Kasachstan (4:0) und Norwegen (5:1) nicht zum Einsatz kam, möchte er die Reise in die Heimat keinesfalls missen.
Werder Bremen-Profi Marco Friedl ist froh, wieder bei Österreichs Nationalmannschaft gewesen zu sein
„Es war einfach ein geiles Gefühl, wieder dabei zu sein“, erklärt der 26-Jährige und strahlte. „Als Spieler willst du natürlich immer spielen, aber ich habe eine sehr schöne Zeit gehabt und jeden Moment genossen. Wir waren unfassbar erfolgreich in den beiden Spielen und ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal wieder dabei bin.“ Zwischenzeitlich hatte es so ausgesehen, als sei die Tür zur Auswahl der Alpenrepublik zu. Und ginge auch nicht mehr auf. Der Profi des SV Werder Bremen hatte sich öffentlich über eine fehlende Berufung und mangelnde Kommunikation beklagt, das Verhältnis zum Coach wirkte frostig. Später nahm Marco Friedl wieder etwas Druck aus der Angelegenheit und lobte auch jetzt: „Ich habe mich mit dem Trainer gut unterhalten, wir hatten schöne Gespräche.“
Marco Friedl von Werder Bremen führt „offenes und ehrliches Gespräch“ mit ÖFB-Trainer Ralf Rangnick
Nun hatte Werder-Kollege Romano Schmid, der unter Ralf Rangnick zur Stammkraft aufgestiegen ist, unlängst berichtet, dass der deutsche Trainer auch mal deutliche Worte findet, sehr unverblümt aufzeigt, wenn ihm etwas nicht gefällt. Schmid hat stets betont, diese Ehrlichkeit sehr zu schätzen – und wie sieht es bei Marco Friedl aus? Musste auch er sich Kritik anhören? „Wir haben mehrere Sachen besprochen, die ich aber natürlich nicht verraten möchte“, hielt sich der Innenverteidiger des SV Werder Bremen bedeckt. Nur so viel: „Es ging dabei auch viel um analytische Sachen. Es war ein offenes und ehrliches Gespräch. Das Trainerteam macht einen guten Job.“ (mbü)