Werder-Profi im ÖFB-Aufgebot
Nach ÖFB-Nominierung: Werder-Kapitän Marco Friedl ist überrascht von Rangnick
Marco Friedl wurde in den Kader der österreichischen Nationalmannschaft für die anstehenden Länderspiele in der Nations League berufen - warum der Kapitän des SV Werder Bremen überrascht von ÖFB-Nationaltrainer Ralf Rangnick ist.
Bremen – Ein bisschen kurios ist das schon: Da muss Marco Friedl wegen seine Rotsperre drei Wochen lang beim SV Werder Bremen zuschauen und bekommt trotzdem ein Zuckerl aus seiner Heimat Österreich. Bundestrainer Ralf Rangnick hat den Abwehrspieler für die anstehenden Partien in der Nations League zurück in die Nationalmannschaft geholt – und das, obwohl sich der Bremer zuvor öffentlich über seine stete Nicht-Berücksichtigung beschwert hatte.
Werder Bremens Marco Friedl über Nominierung: „Wenn ich ehrlich bin, hat mich das schon überrascht und ich habe nicht damit gerechnet“
„Wenn ich ehrlich bin, hat mich das schon überrascht und ich habe nicht damit gerechnet“, gestand Marco Friedl gegenüber den Vereinsmedien und freute sich: „Ich habe immer betont, dass es mein Ziel ist, stetig dabei zu sein und Spiele zu bestreiten.“ Natürlich liege sein Fokus aber zunächst auf dem Heimspiel gegen den SC Freiburg, bei dem der Kapitän des SV Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wieder mitwirken darf. „Danach werde ich die Zeit bei der Nationalmannschaft genießen und versuchen, auf mich aufmerksam zu machen.“
Zwei Jahre nach seiner letzten Einladung darf Marco Friedl am Sonntag nach Linz reisen, wo dann die Spiele gegen Kasachstan (10. Oktober/20.45 Uhr) und Norwegen (13. Oktober/20.45 Uhr) anstehen. Vor einem Monat hatte ihn Ralf Rangnick trotz guter Leistungen in der Bundesliga mal wieder nicht berücksichtigt – und das frustete den Abwehrspieler des SV Werder Bremen enorm. „Es ist schade. Mit mir wird nicht kommuniziert, mit mir wird nicht geredet. Deswegen habe ich das Thema eigentlich schon abgehakt. Da muss man jetzt andere zu fragen. Ich bin sehr sauer“, schimpfte Friedl nach dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Kurz darauf ruderte der 26-Jährige zurück, entschuldigte sich für seine Aussagen, die aus der Emotion heraus entstanden seien.
ÖFB-Nationaltrainer Ralf Rangnick über Werder Bremens Marco Friedl: „Wenn ich nachtragend wäre, hätte ich ihn nicht eingeladen“
Das kam offenbar gut an bei Ralf Rangnick. Der meinte nun zur Nominierung von Marco Friedl: „Wenn ich richtig informiert bin, hat er sich zwei Tage später quasi entschuldigt und die Aussagen revidiert. Ich bin grundsätzlich niemand, der mit Menschen über die Medien kommuniziert. Wenn ich nachtragend wäre und alles zu sehr auf die Goldwaage legen würde, hätte ich ihn nicht eingeladen.“ Allerdings betonte der deutsche Coach der ÖFB-Auswahl auch, dass der Kapitän des SV Werder Bremen als Linksfuß von einem personellen Engpass in der Abwehr profitiere. (kni)