Platzverweis in Köln

SV Werder Bremen gehen die Innenverteidiger aus: Friedl-Rot verschärft Abwehr-Not vor Nordderby

Der Platzverweis für Marco Friedl verschärft die massive Abwehr-Not bei Werder Bremen. Keiner sonst ist wirklich fit. Wer soll gegen den HSV überhaupt noch verteidigen?

War es tatsächlich ein Foul? Ein Unfall? Oder einfach ein folgenschwerer Ausrutscher? Darüber gingen die Ansichten am Ende doch weit auseinander. Unstrittig hingegen, dass die Szene aus der 24. Minute folgenschwer war für den SV Werder Bremen – und zwar weit über das am Ende mit 1:3 verlorene Auswärtsspiel beim 1. FC Köln hinaus.

Die Rote Karte gegen Marco Friedl verschärft beim SV Werder Bremen die ohnehin schon arge personelle Not in der Abwehr.

Rot für Marco Friedl verschärft Abwehr-Not bei Werder Bremen: Einziger fitter Innenverteidiger bricht weg

Nachdem Kapitän Marco Friedl für seinen Einsatz gegen Kölns Ragnar Ache früh mit glatt Rot vom Platz geflogen war, gerieten die ohnehin nicht gerade standfesten Bremer vollends aus dem Tritt. In Unterzahl ging noch weniger als zuvor. „Ich glaube, wenn er nicht wegrutscht, kann er den Ball klären“, sagte Leonardo Bittencourt, der Friedl mit einem schlampigen Zuspiel überhaupt erst in Bedrängnis gebracht hatte, ehe es zur Kollision mit Ache kam. „Ich nehme das mit auf meine Kappe“, räumte Bittencourt ein – wohlwissend, dass Werder Bremen der Platzverweis in Köln bis in den kommenden Spieltag hinein beschäftigen wird. Schließlich fehlt Kapitän Friedl nun im so wichtigen Nordderby gegen den Hamburger SV (Samstag, 15.30 Uhr/live im TV), was Werders ohnehin schon große Abwehrnot weiter verschärft.

„Dass Marco ausfallen wird, ist überhaupt nicht gut. Das muss man ganz klar so sagen“, hielt Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz in Köln fest. Das Fehlen des Österreichers schmerzt umso mehr, weil er aktuell der einzig fitte Innenverteidiger im Kader ist. Amos Pieper spielte gegen Köln zwar durch, was nach seinem schon gegen Leipzig nur aus der Not heraus geborenen Comeback allerdings nur am Friedl-Platzverweis lag. Eigentlich hätte der 28-Jährige nach seiner Knie-OP behutsamer aufgebaut werden sollen. „Es war nicht so zielführend, dass Amos heute über 90 Minuten gehen musste“, sagte Thioune, dem auf der Bank allerdings die fitten Alternativen fehlten.

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den Hamburger SV aussehen!

Werder Bremen ohne Marco Friedl mit großen Problemen - schon gegen 1. FC Köln, auch gegen den HSV?

So rückte nach dem Platzverweis für Marco Friedl zunächst Senne Lynen bis zur Pause von der Sechserposition in die Viererkette zurück, wodurch das Bremer Spiel im Zentrum weiter an Ordnung verlor. Erst zum zweiten Durchgang tauschte Thioune positionsgerecht, brachte Innenverteidiger Coulibaly für Yukinari Sugawara. „Wir wollten nicht, dass Couli oder ein Niklas Stark zu frühzeitig auf dem Platz stehen und länger als 45 Minuten spielen müssen“, sagte Thioune über das Duo des SV Werder Bremen, das sich seit Wochen mit Blessuren plagt. Stark mit Hüft-, Coulibaly mit muskulären Beschwerden.

Bis zum Nordderby hoffen die Bremer nun auf Linderung. „Ich jongliere gerade ein bisschen, aber das wird sich in den nächsten Tagen hoffentlich bessern“, sagte Thioune. Nach dem Regenerationstag am Montag ist am Dienstag frei, ehe Mittwoch die Vorbereitung auf das Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den HSV beginnt. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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