Werder-Angreifer trifft gegen Ex-Club
Traumtor, besonderer Jubel und ein Geschenk für den Sohn: Werder-Stürmer Ducksch erlebt bemerkenswerten Tag in Kiel
Marvin Ducksch hat gegen Holstein Kiel ein Traumtor erzielt und mit der „Reißverschluss“-Geste bejubelt! Nach dem Spiel hat der Stürmer des SV Werder Bremen den Jubel erklärt.
Kiel/Bremen - Als das Spiel abgepfiffen war, konnte es Marvin Ducksch kaum erwarten, endlich seinen Sohn in die Arme zu schließen und mit ihm gemeinsam über den Platz zu laufen. Auch in der Interviewzone in den Katakomben war sein Junior stets an seiner Seite – und es war dem Stürmer des SV Werder Bremen deutlich anzumerken, wie stolz es ihn machte, vor seinem Sohn gewonnen und beim 3:0-Sieg gegen Holstein Kiel auch noch ein Traumtor per Freistoß erzielt zu haben. „Er saß schräg hinter mir in der zweiten Reihe und müsste die Flugkurve gut gesehen haben“, sagte Ducksch mit einem Lächeln und ergänzte: „Es war ein Geschenk für ihn.“
Werder Bremens Marco Friedl über Marvin Duckschs Traumtor gegen Holstein Kiel: „Das war schon phänomenal“
Mit seinem Treffer zum 1:0 dürfte Ducksch allerdings nicht nur seinen Nachwuchs staunend zurückgelassen haben. Aus spitzem Winkel setzte der 31-Jährige den Ball über Torwart Thomas Dähne hinweg, ließ ihn an Latte und Pfosten touchieren, bevor er dann ins Netz einschlug – Prädikat Traumtor. „Ich kann mich nicht daran erinnern, schon mal aus so einem Winkel getroffen zu haben. Es war eines meiner schöneren Tore“, befand Marvin Ducksch selbst. Auch seine Kollegen waren voll des Lobes: „Duckschis Tor war schon phänomenal“, meinte Marco Friedl, Kapitän des SV Werder Bremen, nach dem Spiel gegen Holstein Kiel am „Sky“-Mikrofon.
Als mögliche Erklärung für seinen perfekten Freistoß gegen Holstein Kiel führte Marvin Ducksch ausgerechnet einen Teamkollegen an: „Ich habe gesehen, dass Romano im letzten Spiel ein Freistoßtor erzielt hat, und wollte ihm deshalb wieder etwas Druck machen“, sagte der Angreifer des SV Werder Bremen augenzwinkernd und fügte hinzu: „Wir beide duellieren uns da immer und entscheiden spontan, wer die Freistöße schießt.“ Dass in der zweiten Halbzeit dann auch noch Felix Agu mit einem sehenswerten Weitschusstreffer in Sachen „Tor des Tages“ mit ihm konkurrierte, konnte Ducksch mit einem Schmunzeln verkraften: „Die Flugkurve von Felix sah schon sehr, sehr schön aus – gerade aus meinem Winkel. Aber ich glaube, vom Schwierigkeitsgrad her war meiner einen Tick komplizierter.“
Werder Bremens Marvin Ducksch über seinen „Reißverschluss“-Torjubel gegen Holstein Kiel: „Das war einfach ein Zeichen für mich“
Auffällig war jedoch nicht nur der spitze Winkel seines Treffers, sondern auch sein anschließender Jubel mitsamt „Reißverschluss-Geste“. „Das war einfach ein Zeichen für mich“, erklärte Marvin Ducksch zunächst wortkarg nach dem Spiel bei „Sky“, betonte dann aber: „Ich habe es immer wieder gesagt: Wenn ich jemanden anschreie, dann ist das nie böse gemeint, sondern ich sehe die Situation vielleicht einfach ein bisschen anders.“ Deshalb verordnete sich der Angreifer des SV Werder Bremen eine neue Marschroute: „Deswegen lieber mal ein bisschen öfter den Mund halten und mehr Leistung bringen.“
Wenn es nach Clemens Fritz, Sportchef des SV Werder Bremen, geht, dann ist Marvin Ducksch dieser neue Vorsatz gegen Holstein Kiel bestens gelungen: „Ich finde, er hat heute eine wirklich gute Leistung gebracht. Er war sehr aktiv.“ So aktiv, dass der ehemalige Kieler nach etwas mehr als 70 Minuten nicht mehr weitermachen konnte – auch, weil er bereits „in der ersten Halbzeit umgeknickt war“, wie er selbst erklärte. Doch in den Katakomben gab er bereits leichte Entwarnung: „Ich glaube nicht, dass es etwas Gravierendes ist.“ Und so durfte sich der Angreifer nach der Fragerunde wieder voll und ganz auf seinen perfekten Tag konzentrieren – gemeinsam mit seinem Sohn auf dem Arm. (bvo)