Nach Ducksch-Frust
„Nicht damit beschäftigen, was irgendwo geschrieben steht“: Clemens Fritz empfiehlt Werder-Stürmer Marvin Ducksch mehr Gelassenheit bei Kritik
Marvin Ducksch schiebt Frust und meckert über Fans und Medien. Bei Werder Bremen gibt man dem in die Kritik geratenen Stürmer einen Rat, wie er mit der öffentlichen Meinung umgehen sollte.
Bremen – Wahrscheinlich wäre alles ganz anders gekommen, wenn der Ball nicht an den Pfosten geklatscht, sondern einfach ein paar Zentimeter weiter links ins Tor gerollt wäre. Doch so ging Marvin Ducksch leer aus. Nicht nur in dieser Szene, sondern im gesamten Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim. Drei Partien in Folge hat der Angreifer des SV Werder Bremen nicht getroffen, viele Fans haben den 29-Jährigen längst wieder zur Zielscheibe ihrer Kritik erklärt. In Sinsheim musste Ducksch sogar bereits nach 64 Minuten vom Platz – und klagte später: „Irgendwann ist es eine Sache des ganzen Drumherums. Seit Monaten ist doch Thema, dass ich auf die Bank soll und so‘n Scheiß...“ Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, hat direkt einen Ratschlag parat.
Werder Bremen-Star Marvin Ducksch schiebt Frust und schießt gegen Fans und Medien - nicht zum ersten Mal
„Für mich ist wichtig, dass ,Duckschi‘ bei sich bleibt und sich auf das Wesentliche konzentriert. Er sollte sich gar nicht damit beschäftigen, was vielleicht irgendwo steht oder geschrieben wird“, betont der 43-Jährige im Gespräch mit der DeichStube. „Ich bin überzeugt davon, dass er das Vertrauen vom Verein und vom Trainer spürt. Solche Diskussionen gab es ja schon häufiger, die interessieren uns aber nicht. Und es ist auch wichtig, dass ihn das nicht interessieren sollte.“
Tut es aber wohl doch. Sonst hätte der zweifache Nationalspieler nicht derart gefrustet in Richtung Fans und Medien geschossen. Übrigens nicht zum ersten Mal. Bereits nach dem Auswärtssieg des SV Werder Bremen in Köln Mitte Februar, bei dem Justin Njinmah das Siegtor erzielt hatte, teilte Marvin Ducksch ein Foto von sich bei Instagram und schrieb dazu: „Danke hater. Always smile.“ Zudem garnierte er das Statement mit mehreren Emojis, unter anderem jenes Exemplar, das den Zeigefinger vor den Mund hält und zum Schweigen auffordert.
Ließ sich Werder Bremen-Trainer Ole Werner bei Marvin Duckschs Auswechslung von außen beeinflussen?
Die jüngste Aussage des Stürmers von Werder Bremen überraschte allerdings auch deshalb, weil es den Verdacht nahelegen könnte, dass sich Coach Ole Werner von Nebengeräuschen im Internet oder auf den Tribünen bei seinen Entscheidungen beeinflussen lassen würde. Diesen Eindruck erweckte der 35-Jährige bislang aber wahrlich nicht, verteidigte obendrein stets öffentlich seinen Spieler. „Ole lässt sich von außen gar nicht beeinflussen, sondern setzt gemeinsam mit seinem Trainerteam die Dinge um, von denen er überzeugt ist“, hebt auch Clemens Fritz hervor. „Marvin ist dennoch ein sehr ehrgeiziger Spieler, der sich geärgert hat, dass wir gegen Hoffenheim nicht gewonnen haben. Seine Reaktion kam dann sicherlich aus der Emotion heraus, aber die Sache sollte man jetzt auch nicht größer machen als nötig.“ (mbü)