Duckschs starke Statistiken
„Es ist wichtig, über das Offensichtliche hinauszuschauen“: Werder-Coach Werner erklärt, warum er auch ohne Scorer auf Ducksch setzt
Marvin Ducksch steht vor allem bei den Fans des SV Werder Bremen zunehmend in der Kritik. Trainer Ole Werner erklärt, warum er trotzdem auf den Stürmer setzt - und wird dabei von der Statistik unterstützt.
Bremen – Mit neun Saisontoren und sechs Vorlagen ist Marvin Ducksch nach wie vor der Topscorer des SV Werder Bremen, seit einigen Wochen läuft es für den Stürmer aber nicht mehr rund. Anders formuliert: In den vergangenen drei Spielen gegen Heidenheim (1:2), Köln (1:0) und Darmstadt (1:1) war Ducksch jeweils keine prägende Figur – was ihm vor allem in Fankreisen, aber auch medial Kritik eingebracht hat. Warum der 29-Jährige für das Bremer Spiel aber auch ohne Tore und Vorlagen „extrem wichtig“ ist und deshalb immer von Beginn an auf dem Platz steht, hat Cheftrainer Ole Werner nun in der Fußballshow „RondoTV“ auf der Live-Streaming-Plattform Twitch erklärt.
Starke Scorer-Werte und mehr: Deshalb setzt Ole Werner beim SV Werder Bremen trotz Fan-Kritik auf Marvin Ducksch
Ganz grundsätzlich hob Werner hervor: „Marvin gehörte in den letzten zwei Jahren zu den treffsichersten deutschen Stürmern in der Bundesliga. Er hat immer wieder nachgewiesen, dass er Tore macht und dass er an Toren beteiligt ist.“ Was folgende Zahlen belegen: Seit Marvin Ducksch im August 2021 von Hannover 96 zu Werder Bremen gewechselt ist, hat er in 87 Pflichtspielen für die Bremer 42 Tore erzielt und 24 aufgelegt, also 66 Scorerpunkte gesammelt, was ein äußerst beachtlicher Wert ist. Für Ole Werner wie gesagt aber nur der offensichtliche Teil von Duckschs Qualitäten. Bleibt dieser so wie zuletzt aus, wird der Stürmer von der Öffentlichkeit schnell kritisch gesehen, was möglicherweise an Körpersprache und Spielstil liegt. Werner widerspricht den Kritikern allerdings deutlich.
„Bei Marvin ist es so, dass er über das reine Stürmergeschäft hinaus ein extrem wichtiger Spieler für uns ist, wenn es um die Frage geht, wie wir überhaupt ins letzte Drittel kommen“, sagte der 35-Jährige und verwies „auf sehr gute Werte“, die Marvin Ducksch in den entsprechenden Statistiken aufweise. In der Tat hat der Angreifer des SV Werder Bremen laut der US-amerikanischen Daten-Website „fbref.com“ mit 68 progressiven Pässen schon jetzt zehn mehr gespielt als in der gesamten Vorsaison. Vereinfacht formuliert, ist ein progressiver Pass ein Zuspiel, das erheblichen offensiven Raumgewinn bringt. Großen Applaus gibt es für solche Aktionen indes nicht immer, denn entsteht aus ihnen am Ende keine Torgefahr, verpuffen sie gerne in der allgemeinen Wahrnehmung – wodurch die Kritikpunkte überwiegen.
„Über das Offensichtliche hinausschauen“: Deshalb ist Marvin Ducksch für Werder Bremen und Ole Werner so wichtig
„Es gibt Dinge, die gefallen den Fans und Zuschauern vielleicht in einer Phase nicht. Für uns als Trainer ist es aber wichtig, über das Offensichtliche hinauszuschauen, welche Rolle ein Spieler in den einzelnen Phasen hat, damit die Mannschaft funktioniert“, betonte Ole Werner – und führte aus: „Wenn man sich die Werte anschaut, was das Einleiten von Angriffen, die Schlüsselpässe und die Pässe hinter die letzte Linie angeht, dann hat Marvin da über seine Torgefahr hinaus ein außergewöhnlich hohes Niveau.“
So lange das so bleibt, ist sich Ole Werner absolut sicher, dass Marvin Ducksch demnächst auch selbst wieder auf der Anzeigetafel auftauchen wird – oder Kollegen des SV Werder Bremen mit Vorlagen den Weg dorthin ebnet. „Diese Dinge sehe ich bei Marvin nach wie vor, und deshalb wird das andere auch zurückkommen“, sagte der Trainer bei „Rondo TV“ – und schob hinterher: „So wie es in den letzten drei Jahren bei Marvin ja immer der Fall war.“ (dco)