Werder-Stürmer selbstkritisch

„Das muss ich mir wieder abgewöhnen“: Werder-Profi Ducksch über seine Körpersprache und zu häufiges Lamentieren

Werder Bremens Marvin Ducksch zeigte sich am Dienstag während einer Medienrunde selbstkritisch, richtete den Blick aber auch wieder nach vorne.
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Werder Bremens Marvin Ducksch zeigte sich am Dienstag während einer Medienrunde selbstkritisch, richtete den Blick aber auch wieder nach vorne.

Marvin Ducksch zeigte sich am Dienstag während einer Medienrunde beim SV Werder Bremen selbstkritisch, richtete den Blick aber auch wieder nach vorne.

Bremen – Getroffen hatte er nicht, so richtig gut gespielt auch nicht – und verloren hatte der SV Werder Bremen auch noch. Nein, der vergangene Samstag geht nicht wirklich als Lieblingstag von Marvin Ducksch in die persönliche Profi-Geschichte ein. Seine ganze Unzufriedenheit hatte der 29-Jährige schon auf dem Rasen zum Ausdruck gebracht, indem er wild gestikulierte, schimpfte und auch mal einen Mitspieler mit einer kräftigen Ansage bedachte. So musste sich etwa Justin Njinmah ein paar deutliche Worte gefallen lassen. Szenen, die Ducksch im Nachhinein selbst missfielen. „Die Körpersprache war nicht gut von mir. Ich habe mir das hinterher noch einmal angeschaut, weil mir das im Spiel gar nicht so bewusst geworden ist“, gab der Angreifer am Dienstag während einer Medienrunde offen zu. „Ich hätte nie gedacht, dass es so negativ ausgeschaut hat, wie es letztlich ausgeschaut hat.“

Doch genau diese Bilder waren nach dem 1:2 des SV Werder Bremen gegen Heidenheim in der Welt – und Ducksch hat sich fest vorgenommen, dass künftig keine Momentaufnahmen dieser Art neu hinzukommen. „Da hätte ich positiver bleiben müssen, das muss ich mir leider ankreiden“, betonte er. „Ich wollte das Spiel unbedingt gewinnen und der Mannschaft helfen, aber mit dieser Körpersprache war das der falsche Weg. Jetzt gilt es, den Kopf hochzunehmen und der Mannschaft wieder ein gutes Gefühl zu geben.“ Am liebsten mit eigenen Toren oder auch Vorlagen. Entsprechende Gelegenheiten dazu gab es auch gegen den FCH, aber eben auch Szenen, in denen das Zusammenspiel nicht funktionierte. Weshalb die Emotionen plötzlich Achterbahn fuhren. „Es sind einfach Situationen, die ich in dem Moment anders sehe als einer meiner Mitspieler, der da eine andere Entscheidung getroffen hat“, schilderte Marvin Ducksch. „Das ist nicht böse gemeint, sah aber natürlich nicht schön aus. Das muss ich mir wieder abgewöhnen.“

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Marvin Ducksch arbeitet an seiner Körpersprache und sieht sich bei Werder Bremen auf einem guten Weg, seine Ziele zu erreichen

Das Thema ist nicht neu für den Offensivmann. In der Vergangenheit wurde schon häufiger über sein Auftreten diskutiert, einige Zeit ging es etwa um hängende Schultern und fehlende Reaktionen bei Rückschlägen. „Es ist ein Thema, an dem ich schon jahrelang arbeite. Dieses Spiel war leider wieder ein Rückfall, das sollte mir einfach nicht passieren“, gab sich Marvin Ducksch sehr selbstkritisch, hob allerdings auch hervor: „Ich glaube, dass ich in puncto Körpersprache eigentlich auf einem guten Weg bin, das haben die letzten Monate auch gezeigt.“ In der Tat: Ducksch lamentiert aktuell vielleicht etwas mehr, lässt sich aber keineswegs hängen. Selbst dann, wenn sein Aufwand wie gegen Heidenheim verpufft. „Ich will mit Leistung und Engagement vorangehen und versuche, die Leute so mitzuziehen“, beschrieb der gebürtige Dortmunder jene Art und Weise, mit der er seine Führungsrolle im Team des SV Werder Bremen ausfüllen möchte.

Mit dieser Philosophie hat er es aktuell auf neun Treffer in dieser Saison gebracht, ein Wert, den er allein in der vorherigen Spielzeit während der Rückrunde zusammensammelte – inklusive dreier Torvorlagen. Und überhaupt: Im Jahr 2023 gelangen in Jonas Hofmann nur einem deutschen Bundesliga-Profi mehr Scorerpunkte als Marvin Ducksch (22:20). „Ich habe mir vor der Saison Ziele gesetzt – und da bin ich auf einem richtig guten Weg, diese auch zu erfüllen“, erklärte Ducksch, der wie gewohnt nicht verriet, welche Marken der Angreifer des SV Werder Bremen genau erreichen möchte. Doch er fügte schmunzelnd an: „Wenn ich noch einmal solch eine Rückrunde spielen könnte wie in der vergangenen Saison, dann würde ich das auf jeden Fall nehmen.“ Noch mehr zähle jedoch der gesamte Erfolg des Teams: „Ich glaube, dass wir als Mannschaft insgesamt auf einem guten Weg sind, und wir haben ja noch einige Spiele vor der Brust, in denen noch einiges zu holen ist.“

Wie Werder Bremens Marvin Ducksch auf den Konkurrenzkampf um einen Platz im DFB-Team schaut

Am kommenden Freitag führt die Reise zum 1. FC Köln (20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker), beim Drittletzten der Tabelle will Marvin Ducksch mit dem SV Werder Bremen wieder in die Erfolgsspur zurückkehren: „Mich ärgert die letzte Niederlage immer noch, aber das bringt jetzt alles nichts mehr. Wir haben einen kleinen Nackenschlag bekommen, der uns aber auch nicht aus der Bahn werfen wird“, sagte der 29-Jährige. „Wir bereiten uns ab sofort auf das nächste Spiel vor und wollen dort einiges wiedergutmachen.“

Und dann dürfte es automatisch auch für Marvin Ducksch selbst wieder weniger Gründe geben, um auf dem Platz unzufrieden zu sein. Womöglich auch mit positivem Ausgang für eine weitere Nominierung für die Nationalmannschaft. Am 14. März will Bundestrainer Julian Nagelsmann seinen Kader für die nächsten Länderspiele benennen. „Für mich ist wichtig, dass ich zum erweiterten Kreis gehöre und immer mal wieder ein Auge auf mich gerichtet wird“, gab sich Ducksch ganz entspannt. „Ich versuche, mit Leistungen etwas wiederzugeben. Aber klar, man sieht auch, dass es die anderen Jungs sehr gut machen.“ Insbesondere der Achimer Deniz Undav in Diensten des VfB Stuttgart schickt sich an, noch ein Ticket für die EM zu lösen. Doch auch das stresst Marvin Ducksch nicht. „Ganz ehrlich, ich schaue nicht explizit darauf, was andere tun, sondern auf mich und meine Mannschaft“, betonte der Top-Torjäger des SV Werder Bremen. „Und bis zum Sommer habe ich ja noch ein bisschen Zeit, um mich zu empfehlen.“ (mbü)

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