Werder-Transfer-News

„Seine Statistik sagt alles“: Ducksch weg und nun? So geht Werder mit dem Verkauf seines Topscorers um

Abschied nach vier Jahren: Wie Marvin Ducksch und der SV Werder Bremen die gemeinsame Zeit und den Transfer zu Birmingham City einordnen.

Bremen/Birmingham – Marvin Ducksch lächelte kurz, dann platzte es aus ihm heraus: „Ich kann es kaum erwarten. Ich bin bereit!“ Seit Donnerstagmittag ist es offiziell, dass der 31-Jährige ein neues Abenteuer in seiner Karriere startet. Der bisherige Stürmer des SV Werder Bremen wird künftig für den englischen Zweitligisten Birmingham City auf Torejagd gehen und freut sich riesig über die dortige Unterschrift unter einen Dreijahresvertrag. „Ich bin sehr glücklich, jetzt hier zu sein. Vom ersten Moment an war mir klar, dass ich das machen möchte“, sagte Ducksch in einem Video seines künftigen Arbeitgebers. Zwei Millionen Euro Ablöse kassieren die Norddeutschen nach Informationen der DeichStube, durch Bonuszahlungen kann die Summe später noch ansteigen. Nun gilt es, einen Ersatz für Werders erfolgreichsten Angreifer seit dem Wiederaufstieg zu finden.

Dieser Abschied fällt schwer: Unter anderem Mitchell Weiser (li.) und Leonardo Bittencourt (re.) bedauern den Transfer von Marvin Ducksch vom SV Werder Bremen zu Birmingham City.

Marvin Ducksch mit beeindruckender Scorer-Statistik beim SV Werder Bremen – kommt André Silva als Ersatz?

„Wir wissen, dass wir in der Offensive noch etwas machen müssen – und daran arbeiten wir intensiv“, erklärte Fußball-Chef Clemens Fritz im Gespräch mit der DeichStube. „In unserem Kader gibt es noch Keke Topp, Marco Grüll oder Justin Njinmah. In der letzten Saison hatten wir sechs Stürmer, aktuell sind es noch drei. Deshalb wird auch noch etwas passieren.“ In welchem Umfang ließ der 44-Jährige aber offen, sagte nur: „Wir werden jetzt intern entscheiden, wie viele Stürmer wir für die neue Spielzeit brauchen.“ Durch das neu praktizierte 4-2-3-1-System ergeben sich zwangsläufig Änderungen im vorderen Bereich, wobei Njinmah und Neuzugang Samuel Mbangula beim SV Werder Bremen vornehmlich auf den Flügeln angesiedelt sind. Ebenso wie wohl auch Marco Grüll. Als A-Lösung auf der klassischen Mittelstürmer-Position ist nicht Keke Topp, sondern André Silva vorgesehen – doch mit dessen Noch-Club RB Leipzig wird noch immer verhandelt, eine Vollzugsmeldung lässt weiter auf sich warten.

Fakt ist: Die Scorerquote von Marvin Ducksch wird nicht so einfach zu ersetzen sein. In vier Jahren an der Weser hat der gebürtige Dortmunder 134 Pflichtspiele bestritten und dabei 54 Tore selbst erzielt sowie 40 weitere Treffer vorbereitet. Seit dem Wiederaufstieg 2022 (99 Spiele, 59 Scorerpunkte) gibt es in der Bundesliga lediglich zwei Profis, die in dieser Hinsicht noch effizienter waren als er: Harry Kane vom FC Bayern München (63/80) und Serhou Guirassy, der in dieser Zeit für Stuttgart und Dortmund auflief (80/66). Dieses Vakuum muss nun erst einmal gefüllt werden. „Marvin hatte in den letzten Jahren einen entscheidenden Anteil daran, dass sich Werder Bremen wieder in der Bundesliga etablieren konnte. Mit seiner Qualität und Torausbeute war er ein sportlich wichtiger Faktor und ein verlässlicher Leistungsträger“, lobte folglich auch Peter Niemeyer als Leiter Profifußball den zweifachen Nationalspieler. „Für uns war aber auch klar, dass wir gesprächsbereit für eine Veränderung sind, sofern die Rahmenbedingungen für alle Parteien passen. Dies war nun der Fall.“

Marvin Ducksch verlässt Werder Bremen nach starken vier Jahren – Mitspieler bedauern Abschied

Anstelle der jetzt eingenommenen zwei Millionen Euro hatte Werder Bremen vor vier Jahren den doppelten Betrag an Hannover 96 überwiesen, um Marvin Ducksch zu verpflichten. Eine Summe, die mancherorts auf wenig Verständnis stieß, wie Clemens Fritz weiß. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es auch kritisch gesehen wurde, als wir das Geld damals für ihn investiert haben. Im Nachhinein ist er aber ein ganz wichtiger Teil unserer Entwicklung bis hierhin gewesen“, betonte der Ex-Profi. „Seine Statistik sagt eigentlich alles, er war für uns ein absolut wichtiger Leistungsträger. Wir gehen mit einer hohen Wertschätzung ihm gegenüber auseinander, ich mag Duckschi und seine klare Meinung sehr.“

Auch den Spielern des SV Werder Bremen wird ihr bisheriger Teamkollege fehlen. „Werd‘ dich vermissen“, schrieb etwa Leonardo Bittencourt via Instagram, Kapitän Marco Friedl teilte auf dem gleichen Portal mit: „Mein Bruder, ich wünsche dir nur das Allerbeste. Danke für die geile Zeit.“ Mitchell Weiser postete ein Emoji mit einer Träne im Auge und textete dazu: „Es war mir ein Fest.“ Marvin Ducksch selbst fiel der Abschied bei aller Freude über die neue Herausforderung ebenfalls nicht leicht. „Ich blicke auf vier erfolgreiche Jahre in Bremen zurück, in denen ich viele schöne Momente erleben durfte“, sagte der Offensivakteur, der in Birmingham demnächst mit der Rückennummer 33 unterwegs sein wird. „Werder war ein besonderer Abschnitt in meiner Karriere, auf den ich immer gerne zurückschauen werde. Ich bedanke mich bei den Mitspielern, Verantwortlichen, Fans und den Mitarbeitern des Vereins, die mich auf meinem Weg in Bremen unterstützt haben.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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