Nach England-Transfer
Harte Zweikämpfe, wenig Spielzeit: Ex-Werder-Stürmer Marvin Ducksch spricht erstmals über seinen Start in England
Sportlich läuft es noch nicht rund für Marvin Ducksch in England: Jetzt hat der ehemalige Stürmer des SV Werder Bremen erstmals über seinen Start bei Zweitligist Birmingham City sowie die Hintergründe seines Wechsels gesprochen.
Bremen/Birmingham – Die sportlichen Impulse bewegen sich noch in einem überschaubaren Rahmen. Lediglich 111 Minuten hat Marvin Ducksch für den englischen Zweitligisten Birmingham City bislang gespielt, dem ehemaligen Angreifer des SV Werder Bremen machen weiterhin körperliche Probleme zu schaffen. Zuletzt verpasste der 31-Jährige drei Partien in Folge, auch ein Einsatz am kommenden Samstag gegen Hull City ist eher unwahrscheinlich. Im Podcast „Auf der Linie“, den Ex-Profi Kenneth Kronholm, der früher mit Ducksch in Kiel zusammen auf dem Platz stand, moderiert, erklärt der zweifache Nationalspieler nun, warum er den Wechsel auf die Insel dennoch nicht bereut.
Werder Bremen-Ex Marvin Ducksch begründet Birmingham-Transfer: „Da war mir klar, dass ich mich richtig entschieden habe“
Zumindest privat ist Ducksch allmählich angekommen in England, bei dem Gespräch mit seinem früheren Teamkollegen gewährt er bereitwillig Einblicke in seine möblierte Wohnung vor den Toren Birminghams (Monatsmiete: 4000 Pfund). Für drei Jahre hat der gebürtige Dortmunder bei seinem neuen Arbeitgeber unterschrieben und sehnt den Tag herbei, an dem er dem Club endlich richtig helfen kann. „Beim ersten Interesse war ich wirklich zwiegespalten, ob es die richtige Entscheidung sei, jetzt nochmal ins Ausland zu gehen“, gesteht Marvin Ducksch, der aber auch betont, dass sich die Verantwortlichen des Vereins intensiv um ihn bemüht hätten und die Fragezeichen in der Folge immer kleiner geworden seien.
Auch weil es da ja noch einen gewissen Tom Brady gibt. Der legendäre NFL-Quarterback ist Anteilseigner des Clubs – und stellte sich Marvin Ducksch ziemlich schnell vor. „Als ich zum Medizincheck und der Vertragsunterschrift gekommen bin, haben sie mir das Telefon in die Hand gedrückt und ich durfte mit Tom Brady telefonieren. Das hat mich noch mehr inspiriert, mal mit dem f***ing GOAT persönlich zu sprechen“, erklärt der Ex-Bremer lachend, der aber auch zugibt, nicht zuletzt wegen der vorhandenen Sprachbarriere reichlich nervös dabei gewesen zu sein. Daher habe der ehemalige Stürmer des SV Werder Bremen eher zugehört und Brady das Reden überlassen. „Da war mir endgültig klar, dass ich mich richtig entschieden habe. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, fühle mich nach den ersten ein, zwei Monaten sehr wohl.“
Werder Bremen-Ex Marvin Ducksch begründet England-Wechsel: „Wollen ein etablierter Premier-League-Club sein“
An der Weser tat er das zuletzt nicht mehr vollumfänglich. Doch die Interessenten für den Topscorer der Vorjahre standen auch nicht gerade Schlange, richtig Kasse machte Werder Bremen durch den Transfer nicht mehr. Kurz darauf hatte Werders Fußball-Chef Clemens Fritz bereits erklärt: „Es ist sicher keine Selbstverständlichkeit, noch zwei Millionen für einen 31-Jährigen zu bekommen. Auf der anderen Seite regeln Angebot und Nachfrage den Preis, und es war auch Marvins Wunsch, zu wechseln.“
Dass es dabei letztlich in die Zweitklassigkeit ging, stört Marvin Ducksch nach eigenem Bekunden nicht. Als Rückschritt will er sein England-Abenteuer keineswegs verstanden wissen. „Auf gar keinen Fall. Das Projekt, das dahintersteckt, ist sehr spannend. Ich selbst stecke mir immer hohe Ziele – und die des Vereins haben mit meinen persönlichen zusammengepasst“, betont der Offensivakteur. „Wir wollen nicht einfach nur andocken, sondern probieren, ein wirklich etablierter Premier-League-Club zu sein.“
Werder Bremen-Ex Marvin Ducksch über Start bei Birmingham City: „Es ist sehr hart und man hat intensive Fights“
Doch dafür müsste Birmingham City erst einmal aufsteigen. Nach neun Ligapartien belegt der Verein allerdings aktuell Rang 16 – auch weil helfende Ducksch-Treffer fehlen. Überhaupt hakt es gerade im Angriff. Werder Bremens ehemaliger Torjäger möchte daher nach einem verletzungsreichen Sommer so schnell wie möglich zurück auf den Rasen. Auch wenn dort weitere Schmerzen drohen. „Bis jetzt kann ich sagen, dass es sehr hart ist und man intensive Fights hat“, meint Ducksch mit Blick auf die Zweikampfführung in England – zumal ihm in Deutschland gern vorgehalten wurde, am liebsten 90 körperkontaktlose Minuten auf dem Platz zu verbringen. „Aber darum spielt man ja auch Fußball, man will sich ja messen“, erklärt Marvin Ducksch nun, der trotz seiner jüngsten Blessuren noch lange aktiv bleiben möchte: „Ich fühle mich gerade im besten Fußballalter. Du siehst immer wieder bei den besten Stürmern: Je älter sie werden, desto besser werden sie auch. Ich habe noch keinen Gedanken daran verschwendet, was nach den drei Jahren hier passiert.“ (mbü)
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