Ex-Werder-Profi debütiert für Legendenelf

Kruses Werder-Comeback: Rückblick ohne Wehmut - nur die Nummer 10 passt nicht mehr

Max Kruse feierte beim Hallenturnier der Traditionsmannschaften in Oldenburg sein Debüt für die Legendenelf des SV Werder Bremen.
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Max Kruse feierte beim Hallenturnier der Traditionsmannschaften in Oldenburg sein Debüt für die Legendenelf des SV Werder Bremen.

Oldenburg - Es war alles angerichtet, nur eine Kleinigkeit, die stimmte eben nicht - und zwar die Trikotgröße. Weshalb Max Kruses Comeback mit der Raute des SV Werder Bremen auf der Brust am Freitagabend mit einem klitzekleinen Schönheitsmakel auskommen musste.

„Ich hätte gerne wieder die Rückennummer 10 gehabt, aber leider gab es das Trikot nur in Größe L“, schmunzelte der Ex-Werder-Profi, der im Dezember seine aktive Laufbahn beendet hatte und nun erstmals für die Traditionself des SV Werder Bremen beim Hallenturnier in Oldenburg auflief. „In den letzten sechs Wochen habe ich nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern auch gegessen, was ich wollte“, erklärte Max Kruse, der schließlich mit der Rückennummer 20 in XL über den Kunstrasen lief - und ziemlich schnell seinen Frieden damit machte. „Ich habe gehört, dass die Trikots von Hummel sehr klein ausfallen sollen. Deswegen sagen wir einfach, dass mir L auch vor sechs Wochen nicht gepasst hätte“, scherzte Kruse, ehe er im Gespräch mit der DeichStube einen kurzen Rückblick auf seine Karriere unternahm - und verriet, warum ihn eine Karriere als Trainer so überhaupt nicht interessiert.

Max Kruse über seine Zeit bei Werder Bremen: „Es waren jeweils sehr schöne und sehr geile Zeiten“

Zwei Mal, von 2006 bis 2009 und von 2016 bis 2019, hatte Max Kruse in seiner bewegten Laufbahn bei Werder Bremen unter Vertrag gestanden, „es waren jeweils sehr schöne und sehr geile Zeiten“, sagte der ehemalige Spielmacher. Hatte Kruse die Bremer 2009 noch als Talent verlassen, das sich im damals mit Stars gespickten Kader nicht durchsetzen konnte, sah es 2016 anders aus. Werder wollte seinen Star und Kapitän unbedingt halten, scheiterte mit diesem Plan aber letztlich. Kruse wechselte in die Türkei zu Fenerbahce Istanbul. So gut wie in Bremen lief es für ihn danach nirgendwo mehr. Und trotzdem: Bereut hat er den zweiten Abgang von der Weser nicht. 
 
„Da habe ich schlechtere Momente erlebt als den zweiten Abschied aus Bremen“, sagte der Ex-Nationalspieler und fügte etwas nebulös an: „Nicht jeder hat das Hintergrundwissen, das ich darüber habe, weshalb Dinge zu Ende gegangen sind. Deswegen wird wahrscheinlich der eine oder andere sagen, das zweite Ende hätte schöner sein können.“ Für Kruse allerdings war damals der Moment gekommen, an dem „ich eine Luftveränderung brauchte, um wieder neue Motivation zu finden. Ich weiß nicht, ob ich in den Folgejahren in Bremen weiter so perfomt hätte“. Und noch etwas brachte dem Ex-Profi von Werder Bremen der Türkei-Wechsel ein, wie er lachend erklärte: „Eine Menge Geld und eine Auslandserfahrung.“ Danach wurde Max Kruse aber umgehend wieder ernst: „Wenn man aber vom Geld absieht, weiß ich, dass ich in Bremen eine geile Zeit hatte und es sportlich super lief.“

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Werder Bremens Ex-Profi Max Kruse: „Trainer zu werden kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen“

Auf Fenerbahce folgten Union Berlin, Wolfsburg und schließlich Paderborn, wo Kruses Karriere nach einem halben Jahr mit wenig Spielzeit vor wenigen Wochen endete. Und jetzt? „Ich habe Pläne von A bis Z“, sagte der Ex-Profi des SV Werder Bremen - und zählte auf: „Autofahren ist dabei, Pokern ist dabei, auch Fußball wird dabei sein, aber nur ein kleiner Teil, denn das hatte ich die letzten 15 Jahre lang.“ Eine Laufbahn als Trainer kommt für Max Kruse deshalb nicht infrage: „Trainer zu werden kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen, denn das ich das gleiche Leben wieder, vielleicht sogar noch einen Tick schlimmer, denn du musst immer als Erster da sein und als Letzter gehen. Eigentlich möchte ich erstmal raus aus der Fußballwelt.“ Was bei Kruse aber nicht gleichbedeutend ist mit: raus aus der medialen Öffentlichkeit.
 
Während einer Pressekonferenz in Oldenburg hatte der 35-jährige frühere Angreifer des SV Werder Bremen erklärt, dass er und seine Ehefrau große Fans des Reality-TV seien, was nicht zuletzt der YouTube-Kanal des Paares belegt. „Wir haben beide gerade nicht ganz so viel zu tun, und das Geld muss auch wieder reinkommen“, schmunzelte Max Kruse - und betonte: „Wenn ihr mich im Dschungel-Camp sehen solltet, dann bin ich wirklich pleite. Aber bei allem anderen, zum Beispiel bei Big Brother, bin ich auf jeden Fall am Start.“ (dco/mbü)

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