Werder-Legende gestorben

Werder-Legende Max Lorenz gestorben: „Eines der größten Bremer Fußball-Idole aller Zeiten“

Der SV Werder Bremen ist in tiefer Trauer: Vereinslegende Max Lorenz ist gestorben.
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Der SV Werder Bremen ist in tiefer Trauer: Vereinslegende Max Lorenz ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Der SV Werder Bremen ist in tiefer Trauer: Vereinslegende Max Lorenz ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Ein Nachruf der DeichStube zum Deutschen Meister von 1965.

Bremen – Der SV Werder Bremen trauert um einen seiner ganz großen Fußballer: Wie der Verein am Freitagabend offiziell bestätigte, ist Max Lorenz im Alter von 86 Jahren gestorben. Der Meisterspieler von 1965 war für den Verein mehr als ein Profi, er war eine Identifikationsfigur. Der gebürtige Hemelinger lebte Werder wie kaum ein anderer. Der 19-fache Nationalspieler und Pokalsieger von 1961 war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, sein Humor, Charakter und nicht zuletzt großer Fußballsachverstand wurden deutschlandweit geschätzt. Zu Ehren des Vize-Weltmeisters von 1966 und WM-Dritten von 1970 werden die Bundesliga-Profis am Abend während ihres Heimspiels gegen den 1. FC Union Berlin (20.30 Uhr, DeichStube-Liveticker) mit einem Trauerflor auflaufen, auch eine Schweigeminute im Weserstadion ist vorgesehen.

Schweigeminute und Trauferflor: Werder Bremen trauert um gestorbene Vereinslegende Max Lorenz

„Mit Max Lorenz verlieren wir eines der größten Bremer Fußball-Idole aller Zeiten. Sein Tod macht uns zutiefst traurig“, erklärt Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald. „Max hat sich immer dem SV Werder verbunden gefühlt und war bis zuletzt ein Aushängeschild unseres Vereins. Die Titelgewinne mit Werder und die WM-Erfolge mit der Nationalmannschaft sind Beleg seiner außergewöhnlichen Leistungen als Fußballer. Darüber hinaus haben ihm sein humorvoller, fröhlicher Charakter und seine unglaublich positive Ausstrahlung nicht nur im Fußball viele Sympathien und Freundschaften beschert. Dass er nun nicht mehr bei uns sein kann, hinterlässt eine große Lücke. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Max Lorenz hatte zuletzt in einem Pflegeheim in Oyten gelebt, dort erst im vergangenen August unter anderem mit seinen engen Werder-Freunden Jürgen L. Born und Hans Schulz seinen 86. Geburtstag im kleinen Kreis gefeiert. Auch die Familie schaute selbstverständlich vorbei – vor allem über die Geburt seines Ur-Enkels Max hatte sich die Bremer Ausnahmeerscheinung kürzlich erst gefreut. Seine Söhne Sven und Marc sowie die Enkel Philipp und Marcel teilten nun in einer gemeinsamen Erklärung mit: „Für viele Werder-Fans war unser Vater sicherlich vor allem als Spieler und Werder-Legende bekannt, für uns war er vor allem ein liebevoller Vater und absoluter Familienmensch, der eine große Lücke hinterlassen wird, uns in unseren Herzen aber weiterhin begleiten wird.“

Werder Bremern weint um Vereinslegende Max Lorenz: „Die Nachricht von seinem Tod erfüllt uns mit großer Trauer“

Auch Klaus Filbry, der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung, blickt auf viele schöne Begegnungen mit dem einstigen Mittelfeldspieler zurück, der 1960 im Alter von 20 Jahren von der SV Hemelingen zum damals in der Oberliga Nord auflaufenden SVW gekommen war und von 1969 bis 1972 auch noch für Eintracht Braunschweig spielte. „Die Nachricht von Max Lorenz‘ Tod erfüllt uns alle mit großer Trauer. Wir verneigen uns vor seiner außergewöhnlichen Lebensleistung und seinen Verdiensten für Werder“, sagte Filbry. „Seine Identifikation mit unserem Verein und mit der Stadt Bremen war außergewöhnlich. Max Lorenz hat als Fußballer Großes geleistet und war auch danach ein herausragender Repräsentant des SV Werder. Wir trauern mit seiner Familie.“ Stadionsprecher Arnd Zeigler schrieb via Instagram: „Eine der größten Persönlichkeiten, die der Fußball in Bremen je besaß, hat uns für immer verlassen. Ruhe in Frieden, Max Lorenz. Es war toll, Dich gekannt zu haben.“

Im Laufe seiner Karriere absolvierte Lorenz insgesamt 287 Pflichtspiele für die Grün-Weißen, erzielte dabei 28 Tore. Nach seinem überraschenden Wechsel kamen in Braunschweig noch einmal 81 Partien und drei Treffer hinzu. In einem DeichStube-Interview zu seinem 80. Geburtstag erklärte er gewohnt pointiert: „Mir ist das auch nicht leichtgefallen. Aber das Angebot konnte ich nicht ausschlagen. Dank Günter Mast und seinem Jägermeister haben wir Profis dort wirklich sehr gut verdient. Und wir hatten damals nicht so viel Geld wie die Spieler heute. Inzwischen ist das fast unanständig, was die Jungs kriegen.“ Und Lorenz schob lachend hinterher: „Ich würde es an ihrer Stelle aber auch nehmen.“

Tod im Alter von 86 Jahren - „Werder Bremen wird Max Lorenz nie vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren!“

Jahrzehntelang pflegte der Hanseat eine enge Freundschaft zu Uwe Seeler und bewies, dass große Sympathien auch zwischen Protagonisten zweier Erzrivalen möglich sind – wenngleich beide aus einer Zeit stammen, als die gegenseitige Abneigung der Fanlager noch nicht ansatzweise derart ausgeprägt war wie heute. Das Duo Lorenz/Seeler arbeitete nicht nur gemeinsam nach der Karriere für einen großen deutschen Sportartikelhersteller, sondern verewigte sich gemeinsam auch mit ihren Handabdrücken in der Bremer Lloyd-Passage. Keine Frage, Max Lorenz war ein echtes Kind der Stadt. Eines, das seine Liebe zum SV Werder nie verloren hat. „Ich bin heute noch stolz, für diesen Verein gespielt zu haben und sogar Ehrenmitglied zu sein“, sagte er einmal. Und auch am Osterdeich ist man sich voller Anerkennung einig: „Der SV Werder Bremen wird Max Lorenz nie vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren!“ (mbü)

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