Bei Werders 1:0-Sieg in Köln
Verwirrspiel an der Seitenlinie: Warum bei Werder Bremen minutenlang mehrere Auswechslungen herausgezögert wurden
Werder Bremens Trainer Ole Werner sorgte in der Schlussphase beim 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln für Verwirrung, als sich ein geplanter Doppel-Wechsel minutenlang verzögerte. Der Grund!
Köln – Die Verwirrung war groß. Auch der Stadionsprecher blickte am Freitagabend nicht mehr durch und hatte bereits die Auswechslungen des SV Werder Bremen verkündet. Den TV-Kommentatoren erging es ganz ähnlich. Nur an der Seitenlinie, da passierte dann doch nichts. Rafael Borré und Leonardo Bittencourt standen in der Schlussphase zwar bereit, um Marvin Ducksch sowie Romano Schmid zu ersetzen, doch die beiden Profis wurden gegen den 1. FC Köln (1:0) einfach nicht auf den Platz gelassen. Das Schiedsrichtergespann traf dabei keine Schuld, die Bremer selbst traten auf die Tauschbremse, was hinterher die Frage aufwarf: warum eigentlich?
„Mitch hatte angezeigt, dass es bei ihm jetzt langsam zur Neige geht“, klärte Trainer Ole Werner auf. Eben jener Mitchell Weiser hatte erstmals nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder von Beginn an auf dem Platz gestanden, in der Schlussphase einer für ihn wechselhaften Partie ließen spürbar die Kräfte nach. Und deshalb musste ein wenig improvisiert werden. „Vielleicht hätte er noch ein paar Minuten länger gekonnt, aber ich wollte dann Olivier Deman noch dazu mit einwechseln“, schilderte Werner, der aus dem Duo Borré/Bittencourt folglich ein Trio machte.
Warum Werder Bremens Trainer Ole Werner in Köln aus einem geplanten Doppelwechsel einen Dreifachwechsel machte
Eine Zerstückelung der Wechsel kam für den Coach nicht infrage, „weil wir danach nur noch ein Wechselfenster zur Verfügung gehabt haben. Das wollten wir nicht zu früh verpulvern.“ Laut Regelwerk darf in der Bundesliga zwar fünf Mal pro Mannschaft während einer Partie gewechselt werden, allerdings verteilt auf nur drei Unterbrechungen plus Halbzeitpause. Da kurz zuvor bereits Siegtorschütze Justin Njinmah für Nick Woltemade gekommen war, war eine dieser drei Optionen bereits verbraucht.
Und so verstrichen vor der Trainerbank knapp vier Minuten, ehe die personelle Veränderung doch noch über die Bühne ging und auch der Stadionsprecher nochmal verbal nachlegen durfte (83.). Tatsächlich nicht zum letzten Mal an diesem Abend – denn der aufgesparte Tausch folgte auf Bremer Seiten auch noch: Während der achtminütigen Nachspielzeit kam Skelly Alvero noch für Senne Lynen, was nicht nur wertvolle Zeit von der Uhr nahm, sondern auch noch einmal einen frischen Akteur aufs Feld brachte. Mit Erfolg: Der Plan war aufgegangen, Werder Bremen schnappte sich die drei Punkte im Rheinland. Und das nahm den 1. FC Köln letztlich wesentlich mehr mit als das ungeplante Verwirrspiel des Gegners an der Seitenlinie. (mbü/dco)