Werder-Keeper im TV-Format
Ernährung und Kämpfer-Vorbild: Wie Michael Zetterer sich seinen Werder-Traum erfüllte
Trotz vieler Rückschläge: Michael Zetterer verrät, wie er sich seinen Traum, für Werder Bremen in der Bundesliga zu spielen, erfüllen konnte.
Bremen – Dass Michael Zetterer mal zehn Jahre beim SV Werder Bremen unter Vertrag stehen würde, habe er selbst nicht gedacht, als er Anfang 2015 als 19-jähriges Torwart-Talent von der SpVgg Unterhaching an den Osterdeich wechselte. Den Traum, für Werder in der Bundesliga zu spielen, hatte er damals aber schon ganz genau vor Augen, wie Zetterer im TV-Format „Meine Geschichte“ von „Sky“ unterstreicht: „Das war für mich das ganz große Ziel, was ich unbedingt erreichen wollte, woran ich mich festgebissen habe.“ Rückblickend konnten ihn bekanntlich auch die herben Rückschläge in Form von drei schweren Verletzungen zwischen 2015 und 2019 mit einer Ausfallzeit von insgesamt 677 Tagen nicht von der Erfüllung seines Traums abhalten. Auch, weil er seine Ernährung umstellte - und ein ganz besonderes Vorbild hatte.
Die Oma als besonderes Vorbild: Wie Michael Zetterer sich zum Stammkeeper bei Werder Bremen kämpfte
Um nach zwei Kahnbeinbrüchen und einer Handgelenksverletzung jeweils wieder neu angreifen zu können, orientierte sich Michael Zetterer ganz besonders an seiner Oma. „Ich weiß nicht, wie oft diese Frau Krebs hatte und jedes Mal den Krebs besiegt hat“, berichtet der 29-Jährige. „Bei ihr gab es kein Meckern, kein Jammern, kein ‚warum denn ich, warum schon wieder?‘ Das war für mich die Inspiration, nicht in Selbstmitleid aufzugehen. Sie hat mich in so vielen Hinsichten inspiriert.“ Dementsprechend groß sei auch der Verlust gewesen, als seine Großmutter 2021 verstarb.
Ihre Einstellung hat Michael Zetterer dennoch verinnerlicht. Und mit der Mentalität seines starken Vorbilds und der Umstellung auf eine weitestgehend vegane Ernährung nach seiner letzten großen Verletzung 2019 kämpfte sich der Schlussmann des SV Werder Bremen zurück. Er habe überlegt, „was der Heilung hilft und eine verletzungsfreie Karriere ermöglicht“, sagt Zetterer und erklärt, was sich mit seiner veganen Ernährung geändert hat: „Grundsätzlich fühle ich mich seitdem besser. Ich bereue keinen Tag und bin seitdem verletzungsfrei geblieben.“
Nochmal zehn Jahre bei Werder Bremen? Michael Zetterer schließt es nicht aus
Dass er es mittlerweile auf 65 Pflichtspiele für den SV Werder Bremen bringt, ist zugleich aber auch auf eine besondere Motivation zurückzuführen. „Zu sehen, wie jemand mit der Eins auf dem Rücken in das Stadion einläuft, hat in mir etwas ausgelöst. Das wollte ich auch haben. Deshalb war es für mich fest im Kopf und das übergeordnete Ziel“. Das blieb es auch während seiner Ausleihen zu Austria Klagenfurt (zweite österreichische Liga) und PEC Zwolle (erste niederländische Liga). „Die Leihstationen waren wichtig, aber für mich war in Österreich und in Holland ganz klar: Ich will zurück nach Bremen und hier spielen.“ Dass er das noch weitere zehn Jahre tut, ist für Michael Zetterer zudem keinesfalls unwahrscheinlich: „Ich kann es mir eher vorstellen, als vor zehn Jahren.“ (tos)