Bei Werders Heimniederlage
250. Pflichtspieleinsatz: „Das ist eine brutale Zahl“ – Michelle Ulbrich ist Werders neue Rekordspielerin und überzeugt beim Jubiläum gegen Wolfsburg
Die Bundesliga-Frauen des SV Werder Bremen haben trotz einer starken Leistung das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg mit 0:3 (0:1) verloren. Michelle Ulbrich stand dabei zum 250. Mal in einem Pflichtspiel für Werder auf dem Platz, zeigte in der Innenverteidigung zudem einen guten Auftritt - und ist deshalb die „Spielerin des Spiels“ der DeichStube.
Bremen – Im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg feierte Michelle Ulbrich ein besonderes Jubiläum: Zum 250. Mal stand die 27-Jährige in einem Pflichtspiel für die Frauen des SV Werder Bremen auf dem Platz - und ist damit nun Rekordspielerin des Vereins. Vor dem Spiel wurde die Innenverteidigerin für ihren großen Moment geehrt, der aber leider nicht mit einem Sieg gekrönt wurde. Trotz einer grötenteils starken Leistung verloren die Bremerinnen am Ende vor der Rekordkulisse von 3.478 Zuschauern auf „Platz 11“ mit 0:3 (0:1) gegen den Vizemeister und frischgebackenen DFB-Pokalsieger. Auch Michelle Ulbrich zeigte als Kapitänin einen guten Auftritt in Werders Defensive, trug mit vielen gewonnenen Zweikämpfen und einem guten Stellungsspiel dazu bei, dass Wolfsburg lange Zeit weit weg vom Bremer Tor blieb. Aufgrund ihrer Leistung und des besonderen Jubiläums wählt die DeichStube Ulbrich deshalb zu Werders „Spielerin des Spiels.“
Werder Bremens Rekordspielerin Michelle Ulbrich über ihren 250. Pflichtspieleinsatz: „Das ist eine brutale Zahl“
„250 Mal für Werder Bremen auf dem Platz gestanden zu haben, das ist eine brutale Zahl“, sagte eine stolze Michelle Ulbrich im Gespräch mit der DeichStube und fügte auf die Nachfrage, ob in ihrer Karriere noch einmal 250 Einsätze dazukommen, mit einem Lächeln an: „Ich glaube, das wird eng bei meinem Alter.“ Als 16-Jährige feierte sie im Dezember 2012, beim 7:2-Auswärtssieg gegen Holstein Kiel, ihr Profidebüt für Werder Bremen - damals spielte der Club noch in der 2. Bundesliga Nord. Seither zählt Ulbrich bei den Grün-Weißen, mit denen sie insgesamt dreimal in die Bundesliga aufsteigen konnte, zu den unbestrittenen Stammkräften.
Obwohl die Bremerinnen noch ein Spiel zu absolvieren haben (bei Bayer Leverkusen, Montag, 20. Mai, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker), spielen sie schon jetzt die beste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Ob Michelle Ulbrich also in Zukunft vielleicht mal für Werder Bremen in einem Europapokalspiel auf dem Platz steht? „Das wäre cool. Jede von uns hat den Traum, auch drüben mal im Weserstadion ein Champions-League-Spiel zu machen, aber ich glaube, da müssen wir wie bei den Männern ein wenig auf dem Boden der Tatsachen bleiben“, sagte die gebürtige Bremerin und ergänzte: „Aber wer weiß. Vielleicht gibt es irgendwann so eine Art Europa-League und dann ist auch Platz vier oder fünf auch nochmal interessant.“ Aktuell qualifizieren sich die besten drei Bundesliga-Mannschaften für die Champions-League, weitere europäische Wettbewerbe gibt es für Frauen nicht.
Werder Bremens Michelle Ulbrich über einen möglichen Wechsel: „Bisher habe ich keinen Grund, hier wegzugehen“
Über einen Wechsel zu einem anderen Club denkt Michelle Ulbrich unterdessen nicht nach. „Ich fühle mich hier wohl und merke, dass es hier mit dem Frauenfußball immer professioneller wird und immer weiter bergauf geht. Das zeigt sich auch ein Stück weit tabellarisch und an der Punktezahl. Bisher habe ich keinen Grund, hier wegzugehen.“ Die Defensivspielerin wolle immer die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln. „Das kann ich bei Werder tun“. Zu den 250 Pflichtspieleinsätzen für den SV Werder Bremen dürften also noch einige hinzukommen. (nag/fwa/han)