Wichtige Vertragsverlängerung
Millionen-Deal für den SV Werder Bremen: Vermarkter Infront verlängert - mit Folgen für die Suche nach einem Weserstadion-Namenssponsor
Der SV Werder Bremen hat einen großen Deal mit Vermarkter Infront abgeschlossen. Das bedeutet viel Geld - und verändert die Suche nach einem neuen Namenssponsor für das Weserstadion erheblich.
Bremen – In wenigen Tagen wird es wieder ernst: Mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig startet der SV Werder Bremen am Sonntag ins Pflichtspieljahr 2025 und möchte möglichst nahtlos an die bisher starke Saison anknüpfen. Auf wirtschaftlicher Ebene kann der Bundesligist schon jetzt einen Erfolg vermelden – und zwar einen richtungsweisenden. Wie Geschäftsführer Klaus Filbry im Gespräch mit der DeichStube erklärt, hat sich Werder mit seinem langjährigen Vermarktungspartner Infront vorzeitig auf eine Vertragsverlängerung um sechs Jahre bis 2036 verständigt, was der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) dringend benötigte Einnahmen in Millionenhöhe beschert. Das sorgt für Planungssicherheit – und hat direkten Einfluss auf die Suche nach einem neuen Namenssponsor für das Weserstadion.
Werder Bremen verlängert Vertrag mit Infront - und stopft Wohninvest-Loch bei der Bremer Weserstadion GmbH
„Wir haben uns grundsätzlich mit Infront auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geeinigt. Dadurch reduzieren sich die Liquiditätsengpässe, die zuletzt auf der BWS gelegen haben, mehr oder weniger gen Null“, betont Filbry. Seit der Insolvenz des ehemaligen Stadionsponsors Wohninvest fehlten der BWS, die je zur Hälfte Werder und der Stadt Bremen gehört, bekanntlich drei Millionen Euro pro Jahr. Eine Summe, die dank des Infront-Deals nun aufgefangen werden kann. Werder und die Stadt müssen künftig also kein Geld mehr zuschießen, um die Engpässe der BWS zu überbrücken.
An der Struktur des Infront-Vertrags ändert sich dabei nichts. Die Erlöse aus den sogenannten Stadiongeborenen Rechten – darunter fallen etwa die Werbung auf Banden und Videoleinwänden –, für die der Vermarkter im Auftrag der BWS und Werder Bremen sorgt, werden weiterhin zu gleichen Teilen zwischen Werder, Infront und der BWS aufgeteilt. Nach Informationen der DeichStube liegen sie für die laufende Saison bei insgesamt rund zehn Millionen Euro. Dazu soll die BWS für den Vertragsabschluss eine sogenannte „Signing Fee“ von Infront kassieren, deren Höhe dem Vernehmen nach zwischen acht und neun Millionen Euro liegt. Gezahlt wird das Geld dabei nicht am Stück, sondern über mehrere Jahre gestreckt, was der Stadiongesellschaft verlässliche Einnahmen über einen langen Zeitraum garantiert. Gemeinsam mit den gestiegenen Erlösen aus den anderen Geschäftsbereichen (etwa Kioskverkäufe an Spieltagen und Zusatzveranstaltungen wie das Diego-Abschiedsspiel) kann die BWS das Wohninvest-Loch in der Bilanz stopfen. Was jedoch ausdrücklich nicht bedeutet, dass die Suche nach einem neuen Namenssponsor für das Weserstadion vom Tisch ist.
Werder Bremen sucht weiter Namenssponsor für Weserstadion - aber große Dringlichkeit fällt weg
„Die Notwendigkeit, einen neuen Namenssponsor zu finden, besteht weiterhin“, erklärt Klaus Filbry, lässt aber einen entscheidenden Zusatz folgen: „Die ganz große Dringlichkeit ist erstmal nicht mehr gegeben. Das Damoklesschwert, das in dieser Sache über der BWS hing, haben wir eliminiert.“ Für die Suche nach einem neuen Partner sieht Filbry dadurch einen großen Vorteil: „Die jetzt getroffene Einigung ist enorm hilfreich, weil wir deutlich zielgerichteter und mit mehr Ruhe bei der Suche vorgehen können.“
Grundsätzlich schaut sich Werder Bremen weiterhin nach drei verschiedenen Modellen einer Stadionpartnerschaft um. So sind der Verkauf des kompletten Stadionnamens, eine Vornamenslösung wie bei Wohninvest oder eine sogenannte „powered by“-Lösung nach wie vor denkbar. „Wir führen in alle drei Richtungen Gespräche, aber es gibt aktuell nichts, von dem ich sagen könnte, dass es bald konkret wird“, berichtet Filbry. Und erklärt, dass die Variante eines kompletten Namensverkaufs, die an einem Bundesliga-Traditionsstandort wie Bremen enorm schwer der Öffentlichkeit zu vermitteln wäre, durch den Infront-Deal ein gutes Stück weit unwahrscheinlicher wird: „Wenn ein wirtschaftlich sehr gutes Angebot kommt, müssen wir uns natürlich damit beschäftigen, aber wir haben nicht den Druck, den kompletten Namen verkaufen zu müssen.“ (dco)