Serben scheitern in Gruppenphase
Werder-Profi Veljkovic „natürlich enttäuscht“ über Serbiens EM-Aus - Ex-Bremer Bogdanovic übt scharfe Kritik am Trainer
Serbien ist bei der Fußball-EM in Deutschland frühzeitig ausgeschieden. Werder Bremens Verteidiger Milos Veljkovic ist enttäuscht, der Ex-Bremer Rade Bogdanovic übt scharfe Kritik am Nationaltrainer.
Bremen/München – Am späten Dienstagabend hat es den ersten Teilnehmer des SV Werder Bremen bei der Europameisterschaft in Deutschland frühzeitig erwischt: Milos Veljkovic ist nach einem enttäuschenden 0:0 im letzten Gruppenspiel gegen Dänemark mit Serbien aus dem Turnier ausgeschieden. Mit nur zwei Punkten beendeten die Serben die Gruppe C auf dem letzten Platz. Im Anschluss an die Partie zeigte sich der Bremer Innenverteidiger angesichts seiner erfolglosen EM-Premiere niedergeschlagen, während ein Ex-Bremer scharfe Kritik am Nationaltrainer übte.
„Wir sind natürlich enttäuscht, wir wollten mehr“, sagte Milos Veljkovic nach der abschließenden Partie, übte allerdings nur zaghaft Kritik an seiner Mannschaft: „Ich denke, wir haben unser Bestes gegeben und dass wir uns mit dem Ball, diesem letzten Pass, mehr Chancen hätten erarbeiten können. Das sind die Details, die entscheiden.“ In der Tat hatten die Serben im Verlauf des Turniers vor allem offensiv enttäuscht. Lediglich ein einziger Treffer gelang dem Team von Nationaltrainer Dragan Stojkovic – die wenigsten aller teilnehmenden Teams.
Werder Bremen-Profi Milos Veljkovic enttäuscht über Serbiens EM-Aus - Rade Bogdanovic kritisiert Dragan Stojkovic
Zu harmlos war der Auftritt der „Adler“ auch über weite Strecken gegen Dänemark. „Ich denke, dass wir die erste Halbzeit vielleicht etwas zu passiv gespielt haben, was den Ball angeht. Wir haben zu wenig Torchancen herausgespielt“, bemängelte Milos Veljkovic: „Allerdings haben wir als Team gut verteidigt.“ Der 28-Jährige stellte dann eine leichte Verbesserung in der zweiten Hälfte der Partie fest, doch am Ende verpasste der Profi des SV Werder Bremen, der in allen drei Spielen über die volle Distanz zum Einsatz kam, mit Serbien das erhoffte EM-Achtelfinale: „Damit sind wir natürlich nicht zufrieden.“
Deutlicher wurde Teamkollege Aleksander Mitrovic: „Der Kampf ist nicht alles, wir hätten auf taktischer Ebene vieles besser machen müssen. Wir haben kein Tor geschossen, wir hatten Halbchancen, aber wir waren nicht gefährlich, und das hat uns das Weiterkommen gekostet.“ Der Stürmer von Al-Hilal kritisierte auch die defensive Herangehensweise der Serben. „Das ist ein bitterer Beigeschmack. Wir waren nah dran, aber das Schlimmste ist, wenn man etwas nicht tut. Das Gleiche ist uns in Katar passiert. Eine sehr große Enttäuschung“, sagte Mitrovic mit Blick auf die WM 2022. Auch Ex-Bremer Rade Bogdanovic, der als TV-Experte für den Fernsehsender RTS arbeitet, ließ kein gutes Haar an Dragan Stojkovic: „Er prahlt, wie er es all die Jahre getan hat. Das Problem ist, dass er egoistisch, eitel und nicht objektiv ist. Seine Eitelkeit hat mich gestört.“ Und weiter: „Er hat ein Jahresgehalt von anderthalb Millionen Euro und sagt, dass jeder damit gerechnet hat, dass wir wie ein Sack verprügelt werden. Das ist lächerlich.“
Serbien schießt bei EM 2024 kaum Tore, lässt aber Stürmer draußen - Werder Bremens Milos Veljkovic: „Hat mich überrascht“
Obwohl gegen Dänemark zwingend ein Sieg hermusste, hatte Nationaltrainer Stojkovic auf seine gefährlichsten Offensivleute Dusan Tadic (Fenerbahce) und Dusan Vlahovic (Juventus Turin) in der Startelf verzichtet und damit offenbar auch seine Spieler überrumpelt. „Das hat mich überrascht, aber wir können nichts ändern. Es ist die Entscheidung des Trainers“, hatte Milos Veljkovic die Entscheidung kommentiert.
Für den Bremer EM-Fahrer geht es nach dem Ausscheiden nun erst einmal in den Urlaub. Anders als die restlichen Werder-Profis dürfen Milos Veljkovic und der Österreicher Romano Schmid, für den das Turnier mit dem Achtelfinale noch weitergeht, ein bisschen länger freimachen. Der Serbe soll pünktlich zum Trainingslager im Zillertal (17. bis 27. Juli) wieder zum SV Werder Bremen zurückkehren. Bis dahin bekommt er nun Zeit, das EM-Aus zu verdauen. (mwi)