Werder-Profi gibt Einblicke
Schönste Momente, wichtigster Trainer und Belgrad-Zukunft: Veljkovic über seinen tränenreichen Werder-Abschied
Milos Veljkovic spricht über seinen tränenreichen Abschied von Werder Bremen sowie über seine schönsten Momente, wichtigsten Trainer und Belgrad-Zukunft!
Bremen – Neuneinhalb Jahre sind in jedem Leben eine lange Zeit – im Fußball sogar fast eine Ewigkeit. Viele Profis schaffen es nicht einmal, so lange ihre Karriere auf höchstem Niveau am Laufen zu halten. Für Milos Veljkovic endet nun mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) am Wochenende genau diese Zeitspanne beim SV Werder Bremen. Dass der Abschied nicht spurlos an ihm vorbeigeht, hatte sich bereits bei seiner tränenreichen Verabschiedung im Weserstadion am vergangenen Samstag gezeigt. „Es ist jetzt ein trauriges Gefühl. Eine schöne Zeit geht zu Ende. Mein Name ist durch Werder bekannt geworden“, sagt Veljkovic gegenüber der „Bild“ über sein nahendes Ende am Osterdeich.
Doch der Innenverteidiger verlässt die Bremer nicht nur mit Wehmut, sondern auch mit einem Lächeln – vor allem, wenn Milos Veljkovic an die schönsten Momente seiner langen Zeit an der Weser zurückdenkt: „Das legendäre Spiel in Dortmund, das wir in der Nachspielzeit noch drehten. Die Partie in Berlin, als uns 20.000 Fans wie bei einem Pokalfinale feierten. Natürlich der Aufstieg, leider auch der Abstieg – und einige Tore, die ich erzielt habe.“ Dass der heute 29-Jährige einiges im Trikot des SV Werder Bremen miterlebt hat, zeigt auch ein Blick zurück auf das Jahr 2016, als er nach Bremen kam. Damals spielten Namen wie Jannik Vestergaard, Alejandro Gálvez, Santiago García oder Assani Lukimya in der Viererkette – und Clemens Fritz, heute Geschäftsführer Fußball, führte das Team noch als Kapitän aufs Feld.
Milos Veljkovic über seinen wichtigsten Trainer bei Werder Bremen: „Ich bin Alex Nouri sehr dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat“
Für Milos Veljkovic war es bei all den etablierten Größen kein einfacher Start am Osterdeich, wie er selbst erzählt: „Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt, auch wenn ich erst längere Zeit in der zweiten Mannschaft gespielt habe. Ich dachte damals, vielleicht wäre eine Ausleihe oder ein kompletter Abschied richtig. Aber durch den Trainerwechsel zu Nouri konnte ich mich etablieren.“ Kein Wunder also, dass der Serbe auf die Frage, welchem seiner insgesamt sechs Trainer beim SV Werder Bremen er am meisten zu verdanken habe, sagt: „Ich bin Alex Nouri sehr dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat.“ Gleichzeitig betont Veljkovic aber auch: „Ich habe mich bei Ole Werner nach einem schwierigen halben Jahr wieder in die Mannschaft gespielt. Mein Fußball passt zu seinem Spielstil.“
Auf insgesamt 243 Pflichtspiele im Werder-Trikot kann Milos Veljkovic mittlerweile zurückblicken – eine stolze Zahl. Obwohl der Innenverteidiger seit Jahren dem Mannschaftsrat des SV Werder Bremen angehört und aufgrund seiner Mehrsprachigkeit häufig als Integrationsfigur beschrieben wurde, trug er höchstens als Stellvertreter die Kapitänsbinde. Ein Umstand, der ihn rückblickend allerdings nicht stört: „Marco ist der klare Kapitän – auf dem Platz und in der Kabine. Aber ich übernehme gern Verantwortung für neue Spieler, um es ihnen so leicht wie möglich zu machen.“ Diese Rolle soll er ab Sommer auch bei seinem neuen Club übernehmen: Roter Stern Belgrad, in seiner serbischen Heimat. „Meine ganze Familie ist Fan des Vereins. Es war immer schon ein Traum, dieses Trikot zu tragen. Einmal in der Champions League aufzulaufen, wäre etwas ganz Besonderes und würde meine Karriere abrunden“, sagt Veljkovic. Seine Verbindung zu Werder bleibt trotzdem bestehen, wie der 29-Jährige deutlich macht. „Wenn ich nicht gerade selbst spiele, schaue ich mir Werder auf dem Handy, iPad oder im TV an. Und ich werde als Zuschauer ins Weserstadion zurückkehren.“ Schließlich hat der Verein einen besonderen Platz in seinem Herzen – nach neuneinhalb Jahren, die im schnelllebigen Fußball tatsächlich eine kleine Ewigkeit bedeuten. (bvo)
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