Findet Keita zurück zu alter Stärke?
„Er hat ein gutes Gefühl für seinen Körper“: Keitas Ausflug zum Afrika-Cup soll Werders große Chance sein
Naby Keita wird dem SV Werder Bremen aufgrund des Afrika-Cups vorerst nicht zur Verfügung stehen. Die Bremer sehen das jedoch als Chance und hoffen, dass der Neuzugang sich im Anschluss auch an der Weser endlich etabliert.
Bremen – Naby Keita tut das, was er häufig tut. Er lächelt. Sogar dann, wenn es kaum einen Grund dazu gibt. Es liegen schließlich keine einfachen sportlichen Monate hinter dem Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen, der mal wieder viel zu häufig verletzt war. Doch nun weilt er im Kreise der Nationalmannschaft Guineas, deren Kapitän er ist. Und da gibt es eine ganze Menge zu lachen, wie kleine Video-Schnipsel des Verbandes in den sozialen Medien beweisen. In Abu Dhabi bereitet sich das Team aktuell auf den Afrika-Cup vor, der am 13. Januar beginnt. Und der auch für Werder einen Startschuss für bessere Zeiten darstellen soll. So zumindest wünscht es sich Leiter Profifußball Clemens Fritz: „Es kann eine Chance sein, dass er über den Afrika-Cup eine gute Fitness erhält, dann zu uns zurückkehrt und wir noch viel Freude in dieser Saison an ihm haben werden.“
Naby Keita beim Afrika-Cup: Werder Bremen blickt mit lachendem und weinendem Auge auf die Teilnahme
Die bisherige Beziehung zwischen Keita und Werder Bremen bot nämlich genau das bisher nicht: Freude. Stattdessen viel Tristesse und Enttäuschung, weil der Star-Transfer weiterhin Einträge in die ohnehin schon dicke Krankenakte anstatt Einsätze sammelt. In nur drei Pflichtspielen stand der Ex-Liverpooler für Werder auf dem Platz, summiert ergeben sich 80 Minuten. Eine traurige Bilanz. Zuletzt gehörte der 28-Jährige immerhin dreimal wieder zum Kader, blieb aber Zuschauer, ehe er dann direkt vor Weihnachten erkrankt erneut passen musste. Ganz behutsam wurde Naby Keita am Osterdeich in den letzten Wochen aufgebaut – Zweifel an einer Abstellung für das kontinentale Turnier Afrikas gab es trotzdem nie. „Er ist der Star in seinem Land. Natürlich sind die Erwartungshaltung und der Druck für ihn groß“, meint Clemens Fritz. „Für uns war klar, dass wir ihm die Chance geben, für sein Land beim Afrika-Cup aufzulaufen.“
Öffentlich zugeben will es niemand im Bremer Lager, aber natürlich sind die Blicke auch ein wenig bang, wenn Naby Keita seine Mannschaft in der Gruppenphase gegen Kamerun (15. Januar), Gambia (19. Januar) und den Senegal (23. Januar) aufs Feld führt. Schließlich soll er gesund durch die Partien kommen und vor allem ohne neue Blessuren an die Weser zurückkehren. „Für uns ist wichtig, dass er jetzt eine gute Vorbereitung absolviert“, betont Clemens Fritz, der in dieser Hinsicht jedoch voll und ganz dem Spieler vertraut: „Naby hat ein gutes Gefühl für seinen Körper, wir werden aber auch während des Turniers mit dem Verband im Austausch sein und ganz genau schauen, wie es ihm geht und wie er sich fühlt.“ Damit Keita bald auch in Bremen noch mehr Gründe zum Lächeln hat. (mbü)