Werder-Profi soll sich bei Olympia empfehlen
„Es ist vorbelastet“: Ole Werner über die Comeback-Chancen von Naby Keita bei Werder
Erhält Naby Keita nach seiner Suspendierung und der sportlich verkorksten Saison noch eine Chance beim SV Werder Bremen? Trainer Ole Werner hofft auf eine Lösung, „mit der alle leben können“ und will erst einmal die Olympia-Teilnahme des 29-Jährigen abwarten.
Bremen – Ein wenig wurde er dann doch vermisst. „Wo ist eigentlich Naby Keita?“, wollten ein paar Fans des SV Werder Bremen wissen, als sie zu Wochenbeginn beim Training der Profis vorbeischauten. Die Erklärung kam schnell, die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Der Mittelfeldakteur wird sich zeitnah mit der Auswahl Guineas auf das olympische Fußballturnier vorbereiten und anschließend bei der Großveranstaltung in Paris zeigen dürfen. Ob der 29-Jährige, der im Endspurt der vergangenen Saison bei Werder suspendiert worden war, weil er die Mitreise zum Leverkusen-Spiel verweigerte, dann aber an den Osterdeich zurückkehrt, ist weiterhin völlig offen. Zumal die Frage im Raum steht, ob eine Wiedereingliederung ins Team nach dem internen Vertrauensbruch überhaupt realistisch erscheint.
Werder Bremens Ole Werner über Naby Keita: „Es ist unser Ziel, eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben können“
„Es gibt die klare Absprache mit Naby und seiner Seite zu gucken, wie Olympia läuft, was im Sommer hereinkommt und welche Möglichkeiten da sind“, betont Chefcoach Ole Werner, der aber auch vielsagend hinterherschiebt: „Es ist unser Ziel, eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben können. Ich kann nichts ausschließen, aber es ist vorbelastet. Das ist logisch.“ Nach einer neuen Chance für Naby Keita klingt das nicht wirklich. Zumindest nicht bei Werder Bremen.
Insofern richten sich die Hoffnungen des SV Werder Bremen in dieser Angelegenheit voll und ganz auf den Auftritt im Zeichen der fünf Ringe. Die Bühne ist riesig, weltweit wird auf die Darbietungen der internationalen Sportler geschaut. Auch auf die der Fußballer. Am 26. Juli steigt die offizielle Eröffnungsfeier in Paris, für Naby Keita und Co. geht es schon vorher im olympischen Turnier zur Sache. Am 24. Juli heißt Guineas erster Gegner in der Gruppenphase Neuseeland (17 Uhr, Nizza), es folgen Duelle mit Gastgeber Frankreich (27. Juli, 21 Uhr, Nizza) sowie den USA (30. Juli, 19 Uhr, St. Etienne). Für die beiden Erstplatzierten geht es anschließend in der K.o.-Phase weiter.
Werder Bremens Ole Werner über Naby Keita: „Wir werden nach Olympia eine Lösung finden“
Viel wichtiger als das reine Abschneiden Guineas dürfte aber sein, in welcher Verfassung Naby Keita bei Olympia unterwegs ist. Das vergangene Jahr bei Werder Bremen ließen mehrere Verletzungen und eine mangelnde Fitness zu einem sehr verkorksten werden – mit dem negativen Höhepunkt des Bus-Streiks. Damit es sportlich für ihn weitergeht, wo auch immer, muss er körperlich belastungsfähig sein. „Wir schauen, wie er sich bei Olympia präsentiert. Andere gucken auch hin“, sagt Ole Werner. „Und dann werden wir nach Olympia eine Lösung finden.“ (mbü)