Neue Chance beim SVW?

„Die Kabine ist bereit für Naby“: Jens Stage öffnet die Werder-Tür für eine Keita-Rückkehr ins Team

Trainiert der im Laufe der vergangenen Saison suspendierte Naby Keita (li.) bald wieder beim SV Werder Bremen mit? Teamkollege Jens Stage (re.) schließt eine Rückkehr nicht aus.
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Trainiert der im Laufe der vergangenen Saison suspendierte Naby Keita (li.) bald wieder beim SV Werder Bremen mit? Teamkollege Jens Stage (re.) schließt eine Rückkehr nicht aus.

Hat Naby Keita noch eine Zukunft beim SV Werder Bremen? Teamkollege Jens Stage öffnet die Tür für eine Rückkehr des zuletzt suspendierten Profis.

Zell am Ziller – Am Mittwoch ist es soweit, für Naby Keita beginnen schon vor der offiziellen Eröffnungsfeier die Olympischen Spiele in Frankreich. Mit der Auswahl Guineas trifft der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen ab 17 Uhr zwar nicht in Paris, dafür aber in Nizza auf Neuseeland. „Wenn ich kann, schaue ich mir das natürlich an“, sagt auch Jens Stage, der hofft, dass er im Zillertal-Trainingslager zeitgleich nicht anderweitig gefordert sein wird und so die Partie womöglich verpasst. Ob der Däne jemals selbst wieder an der Seite von Keita auflaufen wird, ist noch immer offen, nach dessen Suspendierung in der Vorsaison ist eine Trennung zwischen Verein und Profi aber mehr als wahrscheinlich. Jens Stage hat die Tür für eine Rückkehr ins Team dennoch jetzt weit geöffnet.

Jens Stage spricht über einen möglichen Verbleib von Naby Keita beim SV Werder Bremen

„Naby ist ein guter Spieler und eine gute Person“, schwärmt der Skandinavier vom 29-Jährigen. „Wir wissen alle, dass er immer glücklich und ein guter Typ ist. Und ein guter Freund.“ Klingt also nicht wirklich danach, als herrsche eine unüberbrückbare Eiszeit zwischen dem einstigen Topstar des FC Liverpool und dem Rest der Mannschaft. Aber will Naby Keita überhaupt zurück? „Er hatte eine schwere Zeit in Bremen. Manchmal hätte ich auch mehr meinen Arm um ihn legen und helfen können“, gibt sich Jens Stage selbstkritisch. „Er hat mir und anderen Spielern auch immer sehr geholfen.“ Nur sportlich, da war Keita eben kein Faktor beim SV Werder Bremen. Erst war er verletzt, dann hatte er Trainingsrückstand, weilte zwischenzeitlich beim Afrika-Cup und leistete sich später den Eklat vor dem Leverkusen-Spiel, als er die Busfahrt bestreikte, weil es keinen Startelfplatz gegen den neuen Meister gab. Seither ist das Verhältnis gestört, Verein, Berater und Spieler suchen nach einer geeigneten Lösung. Die Olympischen Spiele sollen dabei auch eine Art Schaufenster sein, um andere Clubs auf Keita aufmerksam zu machen. Dessen Vertrag an der Weser läuft schließlich noch bis 2026.

Was Ole Werner und Clemens Fritz über die Perspektive von Naby Keita beim SV Werder Bremen sagen

Vor knapp zwei Wochen hatte sich auch Ole Werner zur Causa Naby Keita geäußert. Nach einer Wiedereingliederung beim SV Werder Bremen klangen die Worte des Bremer Cheftrainers damals nicht wirklich. „Es gibt die klare Absprache mit Naby und seiner Seite zu gucken, wie Olympia läuft, was im Sommer hereinkommt und welche Möglichkeiten da sind“, hatte der 36-Jährige betont und vielsagend ergänzt: „Es ist unser Ziel, eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben können. Ich kann nichts ausschließen, aber es ist vorbelastet. Das ist logisch.“

Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz argumentierte ganz ähnlich. „Er soll sich jetzt erst einmal auf die Olympischen Spiele konzentrieren und dann werden wir sehen, was währenddessen und danach passiert“, hatte der 43-Jährige unlängst in der DeichStube-Podcast-Show „Eingedeicht“ verlauten lassen und hervorgehoben, dass der Kader in die besagte Lösungsfindung nicht involviert sein werde: „Das ist nichts, was wir mit der Mannschaft besprochen haben, denn es ist eine Vereinsentscheidung.“

„Glaube, die Kabine ist bereit“: Jens Stage öffnet Tür für Verbleib von Naby Keita beim SV Werder Bremen

Das weiß natürlich auch Jens Stage. Und doch will der Mittelfeldakteur für den Fall der Fälle gewappnet sein. „Wenn der Verein sagt, dass Naby natürlich zurückkommt, dann glaube ich, dass die Kabine bereit für Naby ist“, meint der Leistungsträger des SV Werder Bremen. „Wenn er hier weiter bei uns spielen möchte, dann müssen wir uns als Gruppe zusammensetzen.“

Realistischer ist jedoch, dass das Kapitel Naby Keita beim SV Werder Bremen bald endet. In welcher Form auch immer. Was bleibt ist die Enttäuschung: „Da brauchen wir nicht um den heißen Brei herumzureden: Es ist immer ärgerlich, wenn Ideen nicht aufgehen“, hatte Clemens Fritz schon bei seinem Podcast-Gastspiel zugegeben. „Wir wussten um die Vergangenheit von Naby und dass es ein Stück weit ein Risiko mit sich bringt. Wir haben aber auch das Potenzial gesehen und wirklich tolle Gespräche mit Naby und seiner Agentur gehabt. Es war nicht selbstverständlich, ihn nach Bremen zu bekommen beziehungsweise ihn von Werder zu überzeugen.“ Ob er mit dem Wissen von heute vor knapp zwölf Monaten noch einmal so gehandelt hätte? „Du musst manchmal mutig sein, liegst aber auch mal daneben“, unterstrich Fritz. „Wir brauchen Mut zum Risiko, sonst werden wir uns auch in Zukunft nicht weiterentwickeln.“ (mbü)

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