Werder-Verteidiger mit klaren Worten

Hoffnung auf große Flutlichtnächte: Welche Rolle das Thema Europa bei der Vertragsverlängerung von Werder-Kapitän Friedl gespielt hat

Vier Siege in Folge, das internationale Geschäft zum Greifen nah: Marco Friedl nimmt das Wort „Europa“ trotzdem nicht in den Mund - auch, wenn er mit Werder Bremen dahin will!

Bremen – Wer am späten Samstagnachmittag, kurz vor 17.30 Uhr, vor dem Weserstadion spazieren gegangen ist, der dürfte sich sicher gewesen sein: Der SV Werder Bremen hat soeben ein Tor geschossen! Derart laut und euphorisch war der Jubel, der urplötzlich über den Osterdeich schwappte. Mit einem Tor hatte das allerdings nichts zu tun. Überhaupt nichts. Vielmehr galt die Kulisse Werders Kapitän Marco Friedl, der nach langem Sprint zur Monstergrätsche angesetzt, Gegenspieler Moritz Broschinski chirurgisch präzise vom Ball getrennt und damit letzte Zweifel am wichtigen 1:0-Heimsieg des SV Werder gegen den VfL Bochum ausgeräumt hatte. Mit Sprechchören wurde er für die Rettungstat gefeiert. „Das war schon ein geiles Gefühl“, sagte Friedl, für den eine nahezu perfekte Woche inklusive Vertragsverlängerung zu Ende geht.

Werder Bremens Marco Friedl: „Ich wünsche mir, dass der Verein um Höheres spielt und wieder da landet, wo er hingehört“

Am Karfreitag, einen Tag vor dem Spiel gegen den VfL Bochum, hatte Werder Bremen offiziell bekannt gegeben, sich mit dem 27-Jährigen auf eine Ausweitung der Zusammenarbeit geeinigt zu haben. Bis 2028 läuft Marco Friedls neuer Kontrakt nach Informationen der DeichStube nun. „Ich habe hier ein sehr gutes Gefühl“, sagte der Abwehrchef nach dem Sieg gegen Bochum, „die Gespräche waren super, und auch die Vision des Vereins für die nächsten Jahre hat mich überzeugt“. Was genau er damit meinte? Werders perspektivische Rückkehr ins internationale Geschäft, die sowohl Spieler als auch der Club anstreben.

„Ich wünsche mir, dass wir uns für die nächsten Jahre so aufstellen, dass der Verein um Höheres spielt und wieder da landet, wo er hingehört“, sagte Marco Friedl, ehe er noch konkreter wurde: „Ich möchte, dass es in Bremen unter der Woche wieder Flutlichtnächte gibt und hier wieder große Mannschaften herkommen. Ich glaube, dass der Verein das Zeug dazu hat, wenn wir alle einen guten Job machen.“ Aktuell, nach nunmehr vier Siegen in Folge, spricht einiges dafür, dass dem SV Werder Bremen der große Wurf schon in der laufenden Saison gelingen könnte. Dieses Thema wollte Friedl dann aber nicht mehr so gerne bedienen.

Kapitän Marco Friedl will mit dem SV Werder Bremen ins internationale Geschäft, will das Wort „Europa“ im Saisonendspurt aber nicht in den Mund nehmen.

Werder Bremens Marco Friedl über den Saisonendspurt: „Wir haben jetzt noch vier Endspiele“

„Wir haben jetzt noch vier Endspiele“, sagte der Verteidiger des SV Werder Bremen zwar, schob aber umgehend folgende Aussage hinterher: „Das Wort Europa können gerne andere in den Mund nehmen. Wir machen es nicht. Wir konzentrieren uns jetzt auf nächsten Sonntag, denn da wollen wir den fünften Sieg in Folge einfahren.“ Sollte das gegen den FC St. Pauli (Sonntag, 17.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gelingen, dürften sich die Fragen nach dem E-Wort wiederholen, mehr denn je. „Wenn wir am letzten Spieltag noch die Chance haben, werden wir nicht mehr sagen, dass wir das Wort nicht in den Mund nehmen“, schmunzelte Marco Friedl. Fest steht so oder so: Er selbst wird ganz entscheidend sein für die Frage, ob es Werder tatsächlich schafft – oder nicht.

„Auf dem Platz ist Marco ein absoluter Fixpunkt, jemand, an dem sich die Mannschaft orientiert und der ihr sehr viel Stabilität gibt“, schwärmte Trainer Ole Werner. „Dazu ist er in die Rolle als Kapitän auch neben dem Platz bravourös hineingewachsen. Er füllt sie so aus, wie man es sich besser nicht vorstellen kann.“ Umso wichtiger für Werder Bremen, in der Personalie Marco Friedl nun langfristig Planungssicherheit zu haben. Mitspieler und Landsmann Romano Schmid hielt nach dem Spiel gegen den VfL Bochum fest: „Es ist brutal, wie Marco sich weiterentwickelt hat. Es ist kein leichter Job, bei so einem großen Verein wie Werder die Binde zu tragen. Respekt! Er ist ein absoluter Führungsspieler für uns und hält hinten alles zusammen.“ So wie in der Szene mit der Monstergrätsche gegen Bochums Broschinski, die am Samstagnachmittag nicht umsonst wie ein Tor gefeiert wurde. (dco/bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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