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Sinsheim - Ein Geheimnis war es nicht, ganz im Gegenteil, bei Werder haben sie während der Sommerpause sehr offen darüber gesprochen.
Ob Verantwortliche, der Trainer oder die Spieler – von allen Seiten hieß es, dass die Mannschaft den Fokus in der Vorbereitung auf die Defensive legen will. Kompakt stehen, dann schnell umschalten – so lautet grob umrissen die Spielidee von Coach Alexander Nouri. Nachdem nun das erste Bundesligaspiel absolviert ist, lässt sich festhalten: Kompakt wirkten die Bremer in der Defensive bei der 0:1 (0:0)-Niederlage in Hoffenheim allemal. Im Spiel nach vorne wartet auf das Team aber noch viel Arbeit.
Es war kurz nach dem Schlusspfiff, da sagte Frank Baumann in den Katakomben des Hoffenheimer Stadions am Samstag einen Satz, an dem sich Werders derzeit größte Baustelle ganz gut ablesen ließ. „Hoffenheim hat mit Gnabry und Kramaric nochmal zwei richtig gefährliche Spieler reingebracht“, betonte der Sportchef. Kurz zuvor hatte er mitansehen müssen, wie Andrej Kramaric das Spiel durch einen von Robert Bauer abgefälschten Schuss zu Gunsten der Gastgeber entschied (84.).
Kruse und Bartels weit unter ihren Möglichkeiten
TSG-Trainer Julian Nagelsmann legte vor der Schlussphase in der Offensive noch einmal personell nach – sein Gegenüber Alexander Nouri kann das momentan nicht. Da Werders Angreifer Fin Bartels und Max Kruse in Sinsheim beide weit unter ihren Möglichkeiten blieben, hatte es sich mit der Gefahr im Bremer Sturm schnell erledigt. Echte Alternativen zu dem Duo gibt der Kader nicht her. Aron Johannsson, obwohl für die letzten Minuten eingewechselt, soll den Club verlassen, und Nachwuchstalent Johannes Eggestein wollen die Bremer ganz behutsam an die Bundesliga heranführen.
Einzelkritik: Kruse und Bartels noch nicht auf Betriebstemperatur
Am 31. August schließt das Transferfenster. Bis dahin bleibt Baumann noch Zeit, den sehnsüchtig gesuchten Mittelstürmer zu finden – einen Mann, der Nouri mehr Optionen gibt, ihm, wenn nötig, eine Umstellung des Offensivsystems erlaubt. Das Hoffenheim-Spiel wollte Sportchef Baumann aber nicht als klaren Hinweis werten, dass der Bedarf nach Verstärkung groß ist. „Ich glaube nicht, dass das heute der ausschlaggebende Grund war“, sagte er – und hielt fest: „Ich sehe die Situation jetzt nicht anders als vor dem Spiel. Wir haben vorne immer wieder unsere Chancen gesucht und müssen defensiv stabil stehen. Das ist die Basis.“ Leider habe Werder es versäumt, in der zweiten Hälfte für Entlastung zu sorgen, „wie uns das Mitte und Ende der ersten Halbzeit gelungen ist“.
Der nächste Gegner ist Bayern München
Theodor Gebre Selassie sagte es so: „Vorne haben wir kaum Bälle gehalten.“ Dem daraus resultierenden Dauerdruck hielt die Abwehr lange Zeit stand. Das Gegentor war mehr als unglücklich. „Es ist bitter, wenn der Ball kurz vor Schluss so reinfällt“, haderte Nouri.
Am Samstag steht für Werder nun das erste Heimspiel der Saison an, Gegner ist der FC Bayern München, gegen den nicht unbedingt mit Punkten zu rechnen ist. „Wir wissen, dass wir ein schweres Auftaktprogramm haben“, sagte Baumann, um dann gleich hinterherzuschieben: „Trotzdem gehen wir jede Aufgabe mit neuem Mut an.“
Von einer Fehlstartgefahr will bei Werder keiner etwas wissen. Florian Kainz betonte: „Wir wollen gegen die Bayern punkten.“