Werder-Fans droht erschwerte Anreise

Nach kritisierter Polizeiaktion im Vorjahr: Werder hofft auf bessere Wolfsburg-Reise für eigene Fans

Nach der Polizeiaktion im Vorjahr hatte es nicht nur Kritik von den Fans des SV Werder Bremen (wie hier im folgenden Heimspiel gegen den VfB Stuttgart), sondern auch vom VfL Wolfsburg und aus der Politik gegeben.
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Nach der Polizeiaktion im Vorjahr hatte es nicht nur Kritik von den Fans des SV Werder Bremen (wie hier im folgenden Heimspiel gegen den VfB Stuttgart), sondern auch vom VfL Wolfsburg und aus der Politik gegeben.

Den Fans des SV Werder Bremen drohen Schwierigkeiten bei der Anreise zum Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr). Warum die Bremer aber hoffen, dass es am Wolfsburger Hauptbahnhof nicht zu ähnlichen Vorfällen wie im Vorjahr kommt.

Bremen – Der Weg ist nicht allzu weit, für viele Fans des SV Werder Bremen ist eine Fahrt zum Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg (Sonntag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) daher ein fester Termin im Kalender. Auch in diesem Jahr haben sich laut Vereinsangaben wieder 3.500 Anhänger angekündigt – doch die Anreise könnte einige Schwierigkeiten bereithalten. In Wolfsburg finden zeitgleich mit dem Spiel mehrere Großveranstaltungen statt, darüber hinaus steigt kurz zuvor einige Kilometer weiter in der 2. Bundesliga das brisante Niedersachsenderby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Im Hauptbahnhof der niedersächsischen Landeshauptstadt könnten somit theoretisch allerlei Fanlager aufeinandertreffen, die sich selten grün sind. Und dann sind da ja noch die unschönen Erinnerungen ans Vorjahr, als Werder-Fans in Wolfsburg Ärger mit der Polizei hatten.

„Wir haben uns dafür eingesetzt, dass ab Hannover eine Kapazitätserweiterung in den Zügen nach Wolfsburg erfolgt – genauso auf der Rückreise“, erklärt Norman Ibenthal, Medienbeauftragter des SV Werder Bremen, vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg. „Es wird also mindestens einer, vielleicht auch mehrere Waggons angehängt, da diese Züge normalerweise etwas kürzer sind.“ Und damit nicht genug: „Wir haben auch den Wunsch hinterlegt, dass es ganz gut wäre, wenn unsere Fans beim Umstieg in Hannover nicht das Gleis wechseln müssen, sondern gleich in den anderen Zug einsteigen können.“ Ob das alles klappt, kann Ibenthal aber nicht versprechen – weil es nicht in Werders Entscheidungsgewalt liege: „Das wird wahrscheinlich erst kurzfristig entschieden werden.“

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg aussehen!

Vor Wolfsburg-Spiel: Werder Bremens Clemens Fritz hofft darauf, dass „das Sicherheitskonzept und die Abstimmung der Polizei mit der Bahn funktionieren“

Vor etwas mehr als einem Jahr war die Anzahl an Plätzen noch das geringste Problem. Am ersten Spieltag der Vorsaison wurden die Werder-Fans am Wolfsburger Hauptbahnhof nämlich direkt von der Polizei in Empfang genommen, eine groß angelegte Kontrollaktion wurde mit der Gefahr durch den Einsatz von Pyrotechnik begründet. Dass die Bundesliga-Begegnung beim VfL Wolfsburg zuvor als Risikospiel eingestuft worden war, hatte sogar die Verantwortlichen beider Vereine überrascht. Etliche Ultras traten aus Protest gegen die Maßnahmen noch vor dem Anpfiff die Rückreise an, der Gästeblock wies einige Lücken auf. Die Wiederholung eines solchen Szenarios wünscht sich bei Werder Bremen niemand. „Wir sind im Austausch mit der Deutschen Bahn. Ich gehe aber davon aus, dass das Sicherheitskonzept und die Abstimmung der Polizei mit der Bahn funktionieren und auch unsere Fans – anders als im letzten Jahr – zahlreich vertreten sind“, betonte Clemens Fritz als Werders Leiter Profifußball. „Das war nämlich schon schade und man hat es natürlich im Stadion gemerkt. Ich hoffe, dass in diesem Jahr alles besser klappt.“

Die Polizeiaktion war im Nachgang des Werder-Spiels beim VfL Wolfsburg (2:2) nicht nur von den beiden Bundesligisten sowie den Fans kritisiert worden, auch aus den Reihen der Politik gab es Gegenwind. Das Niedersächsische Innenministerium bewertete die Kontrolle schließlich als überzogen – wenngleich „die Gefahrenprognose und die Maßnahmen der Polizei grundsätzlich zutreffend“ gewesen seien, wie Boris Pistorius, damaliger Innenminister des Bundeslandes, erklärt hatte. Auch die Justiz beschäftigt sich mit den Ereignissen: Vor ziemlich genau einem Jahr hatte ein weiblicher Fan des SV Werder Bremen beim Verwaltungsgericht Braunschweig Klage gegen die Aktion eingereicht. (mbü)

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