0:3 in der Hinrunde

Nach der Stille der Knall - wie Augsburg zum Wendepunkt wurde

Alexander Nouri
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Alexander Nouri wurde nach dem 0:3 gegen den FC Augsburg als Trainer bei Werder Bremen entlassen.

Bremen - Das grausame Schauspiel verfolgte Alexander Nouri mit einem Blick, der so vieles ausdrückte.

Scham über das, was seine Mannschaft auf dem Platz zeigte. Hilflosigkeit, dass er es nicht ändern konnte. Erschrecken, dass die Mannschaft ihn im Stich ließ. Gewissheit, dass es für ihn das letzte Spiel als Werder-Trainer sein würde. Traurigkeit, dass er gescheitert war. All dies schimmerte in seinen braunen Augen, die am liebsten gar nicht mehr hingesehen hätten an diesem 29. Oktober 2017.

Mit 0:3 verlor der SV Werder im Weserstadion das Hinspiel gegen den FC Augsburg und wurde dabei gnadenlos vorgeführt. Das ganze Spiel war eine sportliche Offenbarung und eine Bankrotterklärung für Nouri. Es markierte für die Bremer aber auch einen Wendepunkt in der Saison. Nouri musste danach gehen, Florian Kohfeldt kam. Ab sofort ging es aufwärts. Die Erinnerung an einen schwarzen Bremer Tag bleibt aber.

„Es war das schlechteste Spiel der Saison von uns“, sagt Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein, der damals nur in der ersten Halbzeit dabei war. Er wurde ausgewechselt und verfolgte fortan als Zuschauer, wie sich sein Team weiter vorführen ließ. Die Bremer Fans reagierten darauf mit Hohn und Spott. Oder mit „Nouri raus“-Rufen. Oder mit eisigem Schweigen.

Dass 40.500 Zuschauer gemeinsam so still sein können, lag bis zu diesem Tag außerhalb der Vorstellungskraft. „Es ist ziemlich viel schief gelaufen an diesem Tag“, meint Eggestein, der, wenn er dazu aufgefordert worden wäre, für die Auflistung der eigenen Mängel ziemlich lange gebraucht hätte.

Eggestein: Mannschaft von damals und heute „haben nichts miteinander zu tun“

Kein Einsatz, keine klare Spielidee, kein Mumm, kein Mut – so war das vor viereinhalb Monaten. In der Zwischenzeit hat sich vieles zum Guten gewendet. Eggestein: „Wir haben unser Spiel umgestellt, pressen früher, wollen aktiver sein. Wir wollen das Spiel bestimmen, nicht nur reagieren.“

Auch am Samstag in Augsburg, wo das Bremer Team auch den Eindruck aus dem Hinspiel revidieren will. Wenngleich Kohfeldt nicht davon ausgeht, dass das 0:3 noch Auswirkung auf die Partie am Samstag hat: „Die Mannschaften aus der Hinrunde und die von heute haben nichts mehr miteinander zu tun.“

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