0:3 in der Hinrunde

Nach der Stille der Knall - wie Augsburg zum Wendepunkt wurde

Alexander Nouri
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Alexander Nouri wurde nach dem 0:3 gegen den FC Augsburg als Trainer bei Werder Bremen entlassen.

Bremen - Das grausame Schauspiel verfolgte Alexander Nouri mit einem Blick, der so vieles ausdrückte.

Scham über das, was seine Mannschaft auf dem Platz zeigte. Hilflosigkeit, dass er es nicht ändern konnte. Erschrecken, dass die Mannschaft ihn im Stich ließ. Gewissheit, dass es für ihn das letzte Spiel als Werder-Trainer sein würde. Traurigkeit, dass er gescheitert war. All dies schimmerte in seinen braunen Augen, die am liebsten gar nicht mehr hingesehen hätten an diesem 29. Oktober 2017.

Mit 0:3 verlor der SV Werder im Weserstadion das Hinspiel gegen den FC Augsburg und wurde dabei gnadenlos vorgeführt. Das ganze Spiel war eine sportliche Offenbarung und eine Bankrotterklärung für Nouri. Es markierte für die Bremer aber auch einen Wendepunkt in der Saison. Nouri musste danach gehen, Florian Kohfeldt kam. Ab sofort ging es aufwärts. Die Erinnerung an einen schwarzen Bremer Tag bleibt aber.

Fotostrecke: Gregoritsch und Finnbogason schießen Werder ab 

Werder Bremen gegen FC Augsburg
Die Fahnen standen im Wind und die Zeichen auf Sturm - die Fans hofften auf ein gutes Omen. © Gumz
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Doch die erste halbe Stunde zeichnete sich vor allem durch fehlende Chancen aus. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Im Mittelfeld war das Spiel körperbetont, nach vorne gab es fast nur lange Bälle. © Gumz
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Jiri Pavlenka hielt das Unentschieden lange fest, hatte vor allem Distanzschüsse zu parieren. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Und dann bejubelte Augsburg das 0:1. Nach einer Flanke von Philipp Max in der 40. Minute traf Michael Gregoritsch (Mitte) per Kopf. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Direkt vor der Pause kam es noch dicker: Elfmeter für Augsburg (45.), Alfred Finnbogason verwandelte sicher - 0:2 zur Halbzeit. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Zur zweiten Hälfte nahm Werder den Kampf an und erarbeitete sich auch Chancen, wie Lamine Sanes Kopfball in der 57. Minute. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Startelf-Rückkehrer Max Kruse konnte auch nicht die erhoffte Torgefährlichkeit liefern. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Stattdessen fiel das 0:3. Ein Augsburger Konter endete bei Gregoritsch, der in der 61. Minute zum zweiten Mal vollstreckte. © nordphoto
Werder Bremen gegen FC Augsburg
Danach war Werder geschlagen. Augsburg hatte zeitweise Chancen im Minutentakt, das Ergebnis hätte noch höher ausfallen können. © nordphoto

„Es war das schlechteste Spiel der Saison von uns“, sagt Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein, der damals nur in der ersten Halbzeit dabei war. Er wurde ausgewechselt und verfolgte fortan als Zuschauer, wie sich sein Team weiter vorführen ließ. Die Bremer Fans reagierten darauf mit Hohn und Spott. Oder mit „Nouri raus“-Rufen. Oder mit eisigem Schweigen.

Dass 40.500 Zuschauer gemeinsam so still sein können, lag bis zu diesem Tag außerhalb der Vorstellungskraft. „Es ist ziemlich viel schief gelaufen an diesem Tag“, meint Eggestein, der, wenn er dazu aufgefordert worden wäre, für die Auflistung der eigenen Mängel ziemlich lange gebraucht hätte.

Eggestein: Mannschaft von damals und heute „haben nichts miteinander zu tun“

Kein Einsatz, keine klare Spielidee, kein Mumm, kein Mut – so war das vor viereinhalb Monaten. In der Zwischenzeit hat sich vieles zum Guten gewendet. Eggestein: „Wir haben unser Spiel umgestellt, pressen früher, wollen aktiver sein. Wir wollen das Spiel bestimmen, nicht nur reagieren.“

Auch am Samstag in Augsburg, wo das Bremer Team auch den Eindruck aus dem Hinspiel revidieren will. Wenngleich Kohfeldt nicht davon ausgeht, dass das 0:3 noch Auswirkung auf die Partie am Samstag hat: „Die Mannschaften aus der Hinrunde und die von heute haben nichts mehr miteinander zu tun.“

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