Werders Neuausrichtung
Markus Pilawa kommt, Johannes Jahns muss gehen: Hintergründe zur Verpflichtung des neuen Werder-Kaderplaners
Der SV Werder Bremen stellt die Weichen für die Zukunft. Die Hintergründe zur neuen Kaderplanung mit Markus Pilawa – und ohne Johannes Jahns.
Das letzte Saisonspiel gegen Borussia Dortmund lag noch keine 24 Stunden zurück, als sich der SV Werder Bremen am Sonntagnachmittag offiziell mit einer Mitteilung zu Wort meldete, die getrost als richtungsweisend beschrieben werden kann. Die Kurzfassung: Der Verein nimmt nach einer erschreckend schwachen Spielzeit auf sportlicher Führungsebene Veränderungen vor. Detaillierter: In Markus Pilawa heuert ein neuer Kaderplaner bei Werder an. Der 48-Jährige wird bereits am Mittwoch bei den Grün-Weißen einsteigen und die Aufgaben von Johannes Jahns übernehmen. Der bisherige Kaderplaner, der 2023 zum SV Werder gekommen war, ist freigestellt. Dass es im Falle Jahns darauf hinauslaufen würde, hatte die DeichStube schon im März berichtet. Weitere personelle Änderungen wird es innerhalb der Sportlichen Leitung nach Informationen der DeichStube nicht geben. Sowohl Sportchef Clemens Fritz als auch Leiter Profifußball Peter Niemeyer setzen ihre Arbeit über den Sommer hinaus fort.
Weiterhin Vertrauen in Clemens Fritz bei Werder Bremen: Neuer Kaderplaner Markus Pilawa als zentraler Baustein
In einer mehrstündigen Sitzung war der Aufsichtsrat des Bundesligisten am vergangenen Freitag zusammengekommen und hatte sich von Clemens Fritz dessen Pläne für die Zukunft final skizzieren lassen. Das Vertrauen in den Ex-Profi des SV Werder Bremen, das innerhalb des neunköpfigen Gremiums schon vor dem Termin ungebrochen groß war, wurde dabei noch einmal zusätzlich bestärkt. Eine Absetzung Fritz‘ stand intern nie ernsthaft zur Debatte, die Hauptgründe für Kader-Unwucht, Leihspieler-Fauxpas und insgesamt rückschrittige sportliche Entwicklung wurden vielmehr an anderer Stelle ausgemacht. Dass Fritz bereits während der schwachen Saison, die um ein Haar im Abstieg gemündet wäre, immer wieder Wege in eine bessere Zukunft aufgezeigt haben soll, hat die Bosse weiter an ihn glauben lassen. Zentraler Baustein dabei: Markus Pilawa.
„Wir sind sehr froh, dass wir Markus für Werder gewinnen konnten“, betont der Sportchef des SV Werder Bremen, der den Transfer schon vor mehreren Wochen im Hintergrund angebahnt und bereits vor dem letzten Spieltag finalisiert hatte. „Er bringt aus seiner Zeit bei Bayern München und Borussia Dortmund eine große Expertise, Erfahrung und ein großes Netzwerk mit. Wir sind überzeugt, dass er dem Bereich Scouting und Kaderplanung neue Impulse zur Weiterentwicklung geben wird.“ Der Blick auf Markus Pilawas Vita schürt in der Tat eine Erwartungshaltung, die in genau diese Richtung zeigt.
Nach Top-Transfers beim BVB und FC Bayern: Markus Pilawa ist neuer Kaderplaner beim SV Werder Bremen
Der gebürtige Bochumer, der seine Karriere 2004 als Scout bei seinem Heimatclub VfL Bochum begann, genießt innerhalb der Branche einen hervorragenden Ruf. Vornehmlich erarbeitet hat ihn sich Markus Pilawa während seiner Zeit beim BVB, bei dem er von 2012 bis 2022 unter Vertrag stand, ab 2017 als Chefscout. Wie für einen Spielerbeobachter und Kaderplaner üblich, hat er in Dortmund geräuschlos im Hintergrund gearbeitet, trat öffentlich nicht groß in Erscheinung. Aus dem BVB-Umfeld ist zu erfahren, dass er bei den Top-Transfers von Jadon Sancho, Jude Bellingham und auch Erling Haaland eine entscheidende Rolle gespielt haben soll. Wahrlich keine schlechten Einträge auf der Visitenkarte. Das Ende von Pilawas Zeit in Schwarz-Gelb geriet 2022 allerdings unschön.
Nachdem bekannt geworden war, dass er mit anderen Vereinen verhandelt, darunter der BVB-Rivale FC Bayern München, wurde er vom Verein entlassen. Das Verhältnis des Kaderplaners zum damaligen Cheftrainer Edin Terzic wird zudem als angespannt beschrieben. Markus Pilawa landete schließlich beim Rekordmeister in München, auf expliziten Wunsch des damaligen FCB-Sportvorstands Hasan Salihamidžić. Bis 2024 war Pilawa für die Bayern aktiv und bereitete wie schon beim BVB gewichtige Deals vor. Unter anderem wird ihm großes Zutun bei der Verpflichtung von Michael Olise zugesprochen, heute einer der absoluten Topstars der Bundesliga.
Mit Kaderplaner Markus Pilawa: So plant Werder Bremen den Transfer-Sommer
Dass Spieler dieser Kategorie ab sofort in Bremen landen, darf zwar bezweifelt werden – schließlich wird sich auch Markus Pilawa den finanziellen Möglichkeiten am Osterdeich anpassen müssen –, und doch verspricht sich Werder Bremen vom neuen Kaderplaner nicht weniger als Volltreffer auf dem Transfermarkt, die es so beim SVW schon lange nicht mehr gegeben hat. Was zur Geschichte der stagnierenden Entwicklung dazugehört.
„Wir wollen mit Markus den Weg, den wir im letzten Jahr mit der strategischen Neuausrichtung begonnen haben, weitergehen. Ziel ist es, eine Mannschaft zusammenzustellen, die eine gute Mischung aus jungen, entwicklungsfähigen Spielern und erfahrenen Profis ist“, erklärt Werder Bremens Clemens Fritz. (dco)
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