Verlängert der Werder-Coach?
Weiter warten auf Ole Werner: Vertragsgespräche starten nach Saisonende – Werder bereitet sich auf alle Szenarien vor
Der Vertrag von Ole Werner beim SV Werder Bremen läuft im Sommer 2026 aus, der Verein will verlängern - doch der Trainer zögert mit einer Entscheidung!
Bremen – Die Zahl ist eine ganz besondere, aber dennoch ging sie am vergangenen Samstag gnadenlos unter. Ganz einfach, weil andere Zahlen wichtiger waren. Das 0:0 zum Beispiel, das Werder Bremens Europa-Hoffnungen nach dem Heimspiel gegen RB Leipzig begraben hat, oder die 21 (!) Bremer Torschüsse, von denen partout keiner über die Linie wollte. Tabellarisch führte all das vor dem letzten Spieltag der Saison zu drei Punkten und 18 Toren Rückstand aufs internationale Geschäft. Diese Zahlen waren es, die die Berichterstattung beherrschten. Dass Ole Werner gegen Leipzig sein 100. Bundesligaspiel als Werder-Trainer an der Seitenlinie erlebt hatte, interessierte hingegen niemanden. Grundsätzlich steht rund um den 37-Jährigen auch viel mehr die Frage im Mittelpunkt, wie viele Spiele wohl noch hinzukommen werden. Werners Zukunft ist nach wie vor offen. Ob – und wenn ja, für wie lange – es mit ihm als Werder-Trainer weitergeht, wird sich erst nach der Saison klären. Für den Verein ist das keine komfortable Situation, weil er das Heft des Handelns nicht selbst in der Hand hält.
Werder Bremens Clemens Fritz über Ole Werner: „Unser Ziel ist es, den Vertrag mit Ole zu verlängern“
Zwar läuft Ole Werners aktueller Vertrag noch bis zum 30. Juni 2026. Sicherheit verspricht das aber nicht, weil es innerhalb des Papiers eine Ausstiegsklausel gibt, die es dem Trainer ermöglicht, Werder Bremen bereits in diesem Sommer zu verlassen. Von einer Ablösesumme im mittleren einstelligen Millionen-Bereich ist die Rede. Dass beide Seiten die Zusammenarbeit grundsätzlich enorm schätzen, ist bekannt, weil von Trainer und Verantwortlichen mehrfach öffentlich erklärt. Gegenüber der DeichStube untermauerte Sportchef Clemens Fritz am Montag die Ausrichtung, mit der die Bremer in die für nach dem Saisonende anberaumten Vertragsgespräche gehen: „Unser Ziel ist es, den Vertrag mit Ole zu verlängern. Darauf arbeiten wir hin, weil wir mit seiner Arbeit sehr zufrieden sind. Er hat die Mannschaft in den vergangenen Jahren weiterentwickelt.“ Aufstieg in die Bundesliga und dort dann drei Jahre in Folge mehr Punkte als in der Vorsaison – das spricht in der Tat eine klare Sprache. Bleibt aber auch anderen Clubs nicht verborgen.
Wie zu hören ist, steht Ole Werner bei mehreren Bundesligisten auf der Liste der möglichen Trainer-Kandidaten. Sein Alter, der sportliche Erfolg trotz begrenzter Mittel mit Werder Bremen, die nachgewiesene Resilienz in Krisenzeiten sowie die fokussiert-sachliche Art – all das macht attraktiv. Und die Lage für Werder so gefährlich. Weil ein klares Bekenntnis des Chefcoaches zum Verein weiterhin aussteht, sorgen die Bremer nach Informationen der DeichStube längst ihrerseits vor und sondieren den Trainer-Markt nach möglichen Alternativen, für den Fall, dass Werner im Sommer gehen möchte. An der Tatsache, dass der 37-Jährige die absolute Wunschlösung für die Zukunft ist, ändert das nichts. Werder will seinen Trainer mit aller Macht halten. Nur kann es sich der Club eben nicht leisten, plötzlich unvorbereitet dazustehen, sollte Werner den Daumen senken. Aus diesem Grund soll es dem Vernehmen nach bereits Gespräche mit anderen Trainern gegeben haben, ein in der Branche nicht ungewöhnlicher Vorgang.
Klar ist: Werners persönliche Zukunftsentscheidung ist untrennbar verknüpft mit der Kaderplanung für die neue Saison. Er möchte zunächst sehen, dass der propagierte personelle Umbruch auch tatsächlich in Fahrt kommt und in seinem Sinne umgesetzt wird. Finanzielle Themen sollen bisher noch keine Rolle gespielt haben. Ein Angebot liegt dem Trainer dementsprechend nach wie vor nicht vor. Nach der Saison dürfte sich das zeitnah ändern. „Wir werden uns in der Sommerpause zusammensetzen und in den inhaltlichen Austausch gehen. So ist es verabredet“, kündigt Sportchef Clemens Fritz an. „Vorher soll das Sportliche im Zentrum stehen, denn wir wollen eine insgesamt starke Saison auch entsprechend beenden.“ Mit einem Sieg beim 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker), in Ole Werners 101. Spiel als Trainer des SV Werder Bremen an der Seitenlinie. Danach wird es dann intensiv um die Frage gehen, ob ein 102. dazukommt. (dco)