Nach Pleite in München
Neustart im Oktober: Werder hakt schweren Saisonstart ab und muss nun gegen Gegner auf Augenhöhe punkten
Wie der SV Werder Bremen die Pleite beim FC Bayern München einordnet und wie Horst Steffen, Marco Friedl und Co. den bevorstehenden „Neustart“ angehen.
München – Horst Steffen hatte es bereits vor dem Auswärtsspiel beim FC Bayern München betont: Nach der Partie beim deutschen Rekordmeister steht für den SV Werder Bremen ein kleiner Neustart an. Die verdiente 0:4-Niederlage in München bildete den Abschluss eines schweren Auftaktprogramms, nach dem alle Bremer erleichtert wirkten, dass es nun in den kommenden Wochen mit dem FC St. Pauli, 1. FC Heidenheim und Union Berlin wieder gegen Gegner auf Augenhöhe geht.
Keine schlechte Leistung, kein Drama – aber eine Kritik: Werder Bremen ordnet Niederlage beim FC Bayern und Saisonstart ein
Die Pleite beim Branchenprimus war für die Verantwortlichen schnell erklärt. „Das Ergebnis ist aktuell ja fast Standard bei den Bayern. Sie sind in einer Top-Frühform“, betonte Werders Fußball-Chef Clemens Fritz. „Wenn du hierherfährst, musst du hoffen, dass sie nicht ihren besten Tag erwischen und man selbst einen sehr guten hat. Das ist uns heute nicht gelungen.“ Zwar kombinierten die Bremer phasenweise ansehnlich und kamen zu Beginn der zweiten Hälfte auch zu Abschlüssen, doch insgesamt fehlten der offensive Mut, die technische Genauigkeit und die defensive Kompaktheit, um den Bayern ernsthaft Paroli bieten zu können. So reichte eine für Münchner Verhältnisse eher durchschnittliche Leistung zu einem deutlichen und ungefährdeten Sieg gegen Werder Bremen. „Hier musst du extrem scharf in den letzten Situationen sein. In Phasen war es okay, die Einstellung war da. Es war besser als letzte Woche. Aber am Ende ist es nicht genug, um hier zu gewinnen“, resümierte Jens Stage. Auch Cheftrainer Steffen sah Verbesserungsbedarf, besonders im eigenen Ballbesitz, sagte aber auch: „Für mich ist es so, dass über dieses Spiel nicht so viel gesprochen wird, wie es vielleicht nach der Partie gegen Freiburg notwendig war.“ Denn eine Niederlage in München ist längst kein Beinbruch mehr – auch wenn die vier Gegentore schmerzen.
Damit stehen die Bremer nämlich nach fünf Spieltagen bereits bei 14 kassierten Treffern. „Was schlecht ist, ist, dass wir zu viele Gegentore bekommen. Letzte Woche haben wir drei gekriegt, hier kannst du natürlich zwei, drei Stück kassieren. Aber wir müssen uns dort noch mehr verbessern, die Läufe in die Defensive mitmachen und intensiver verteidigen“, forderte Kapitän Marco Friedl. Dass es am Ende in München nur bei den Treffern von Jonathan Tah (22.), Harry Kane (45., 65.) und Konrad Laimer (87.) blieb, lag auch an Debütant Karl Hein, der im Tor mehrfach glänzend parierte und Schlimmeres verhinderte.
Schwieriger Saisonstart mit Pleite beim FC Bayern vorbei – wie Werder Bremen die nächsten Spiele angeht
Bleibt die Frage, wo Werder Bremen nach fünf Spieltagen und vier Punkten leistungstechnisch steht. „Die ersten fünf Spiele hatten es echt in sich und es war mit den späten Neuzugängen eine schwierige Aufgabe, sie zu lösen“, erklärte Steffen, schränkte aber ein: „Ein, zwei Punkte mehr hätten uns schon gutgetan, wobei mich das Freiburg-Spiel noch etwas mehr ärgert als heute.“ Die dringend benötigten Zähler sollen nun im Oktober geholt werden, in der Theorie geben das die Kontrahenten her. „Das sind richtungsweisende Spiele für uns. Wir wollen in den drei Oktober-Partien natürlich das Maximum holen“, betonte Friedl.
Damit das gelingt, muss Werder Bremen allerdings konstantere Leistungen abrufen. Denn auch das gehört zur Wahrheit des Auftaktprogramms: Trotz starker Gegner erreichten die Grün-Weißen nicht in allen Partien ihr Leistungsmaximum. „Du hast in der Bundesliga nicht viel Zeit, und natürlich ist es auch ein Thema, das in meinen Bereich fällt, dass der Kader erst spät zusammengestellt war. Die Vorbereitung war für Horst nicht einfach, aber es war in diesem Jahr nicht anders möglich“, erklärte Clemens Fritz, richtete den Blick aber demonstrativ nach vorn: „Die Niederlage tut weh für den Moment, aber Bayern ist aktuell kein Gradmesser. Deshalb gilt jetzt der volle Fokus auf St. Pauli.“ Dort will Werder den Neustart unbedingt mit einem Erfolg einleiten. „Jetzt sollten wir unsere Qualitäten zeigen und Punkte holen“, forderte Steffen und schloss mit einem erleichterten Fazit ab: „Wir sind froh, dass die ersten fünf Partien nun vorbei sind.“ (bvo)
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