Traum-Debüt im Weserstadion

„Für den Transfer gekämpft“ – Werder-Neuzugang Schmidt trifft bei Debüt und schreibt Bremer Tradition fort

Beim 3:3 des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen erlebte Isaac Schmidt ein Traum-Debüt. Wie der Neuzugang und seine Kollegen den Einstand einordnen.

Bremen – Ein Tor im ersten Spiel für einen neuen Verein zu erzielen, hat häufig etwas Magisches, fast Einzigartiges. Beim SV Werder Bremen scheint es hingegen fast Gesetz zu sein, dass Neuzugänge in ihrem ersten Heimspiel sofort treffen. „Das passiert bei uns immer irgendwie“, meinte Romano Schmid im Anschluss an das 3:3 gegen Bayer Leverkusen und erinnerte an Oliver Burke, Justin Njinmah oder Julian Malatini, die allesamt bei ihrem ersten Auftritt vor heimischem Publikum erfolgreich waren. Seit Samstagnachmittag gehört auch Isaac Schmidt in diese Riege – obwohl der Neuzugang gerade einmal 48 Stunden in Bremen weilte. „Ich glaube, der weiß selbst noch nicht, was heute passiert ist. Gefühlt hat er gerade den Medizincheck gemacht“, scherzte Leonardo Bittencourt.

Start der Aufholjagd – Isaac Schmidt signalisiert nach seinem Anschlusstreffer für den SV Werder Bremen zum 2:3 gegen Bayer Leverkusen sofort: „Weitermachen!“

Erst Transfer, dann Tor: Turbulente Tage für Neuzugang Isaac Schmidt beim SV Werder Bremen

Für Schmidt waren es tatsächlich zwei Tage, die er wohl nie vergessen wird. Am Donnerstagmorgen aus Leeds angereist, unterschrieb der Schweizer nach bestandenem Medizincheck am Abend einen Einjahresvertrag auf Leihbasis beim SV Werder Bremen. Am Freitag absolvierte er seine erste Trainingseinheit mit den neuen Kollegen. Das eigentliche Highlight folgte am Samstag: Im Heimspiel gegen die Werkself wurde der 25-Jährige in der 71. Minute eingewechselt und traf nur fünf Minuten später zum wichtigen 2:3-Anschlusstreffer. „Es war unglaublich und für mich natürlich der perfekte Start“, sagte der sichtlich berührte Schweizer nach der Partie. Trainer Horst Steffen kommentierte mit einem Augenzwinkern: „So darf er gerne weitermachen.“

Neuzugang Isaac Schmidt trifft direkt für Werder Bremen – und freut sich riesig auf seine Zukunft

Steffen setzte den gelernten Außenverteidiger dabei nach seiner Einwechslung offensiv auf dem rechten Flügel ein. „Aufgrund seiner Beweglichkeit und Spielintelligenz habe ich ihn dort gesehen – das hat sehr gut funktioniert“, erklärte der Bremer Coach. Für Isaac Schmidt keine ungewohnte Rolle: „Ich habe schon öfter auf dieser Position gespielt.“ Von dort aus machte der Schweizer Nationalspieler mächtig Druck, bot immer wieder tiefe Läufe an – so auch in der 76. Minute, als ihn Keke Topp mustergültig in Szene setzte. Plötzlich marschierte Schmidt allein auf das Tor zu. Bayer-Keeper Mark Flekken stürmte heraus, doch der Neuzugang des SV Werder Bremen blieb cool, umkurvte ihn und schob den Ball lässig ins Netz. „Da so hinzugehen und mit dieser Ruhe abzuschließen, das hat mir gut gefallen“, lobte Sportchef Clemens Fritz. Schmidt selbst erklärte: „Ich habe kurz hochgeschaut und gesehen, dass der Torwart weit draußen war. Ich hatte das Gefühl, schneller am Ball zu sein – schön, dass es so funktioniert hat.“

Es war nicht nur ein Einstand nach Maß, sondern auch die Initialzündung für eine bemerkenswerte Bremer Schlussoffensive in Unterzahl, die schließlich im späten 3:3-Ausgleich mündete. Dass dabei ausgerechnet Isaac Schmidt eine entscheidende Rolle spielte, ist fraglos eine besondere Note. Denn der Transfer des 25-Jährigen zog sich über Wochen. Fast zwei Monate ist die erste Kontaktaufnahme der Bremer her, seit Ende Juli war bekannt, dass sich Spieler und Verein einig sind. Doch Leeds United blockte zunächst, wollte erst Ersatz finden, bevor es einer Leihe zustimmte. „Die letzten Wochen waren schwierig, da ich im Kopf schon hier war“, gestand Schmidt. Und weiter: „Ich habe für diesen Transfer gekämpft, weil ich unbedingt zu Werder wollte. Ich habe mit dem Trainer gesprochen und sofort gespürt, dass das der richtige Verein für mich ist. Ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat.“ Der Einstand ist jedenfalls geglückt – auch wenn das bei Werder Bremen inzwischen fast schon Tradition ist. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/kolbert-press/Burghard Schreyer

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