Werder-Neuzugang stellt sich vor

Ein harter Anführer im Stile von Sergio Ramos: So will sich Geburtstagskind Oskar Wojcik bei Werder durchsetzen

An seinem 23. Geburtstag hat sich Neuzugang Oskar Wojcik im Zillertal-Trainingslager des SV Werder Bremen offiziell den Medien vorgestellt.

Als Oskar Wojcik zum Abschluss seiner ersten Medienrunde als Profi des SV Werder Bremen gefragt wird, ob es ein gutes Omen sei, dass er ausgerechnet am selben Tag wie Cheftrainer Daniel Thioune Geburtstag habe (21. Juli), muss der Neuzugang schmunzeln. „Ja, das hoffe ich“, sagt der Innenverteidiger und schiebt lachend hinterher: „Ich hoffe nur, dass es kein Fehler war, dass ich kein Geschenk für ihn hatte.“ Ein Geschenk bekam stattdessen der Pole selbst.

Der Innenverteidiger, der am Dienstag 23 Jahre alt wurde, wurde am Morgen nach dem Frühstück von seinen neuen Teamkollegen mit einem Ständchen und einem Kuchen überrascht. Viel Zeit zum Feiern blieb allerdings nicht. „Es fühlt sich eigentlich wie ein normaler Tag an. Nach dem Frühstück ging es direkt zum Training. Die Mannschaft hat für mich gesungen und mir einen Kuchen geschenkt“, erklärt Oskar Wojcik auf Englisch. Direkt danach machte der Neuzugang des SV Werder Bremen jedoch deutlich, worauf sein Fokus liegt: „Ich bin hier, um zu trainieren – nicht, um meinen Geburtstag zu feiern.“

Werder Bremens Neuzugang Oskar Wojcik beschreibt sich als aggressiven Verteidiger, der es liebt, harte Zweikämpfe zu führen. Sein Vorbild ist Sergio Ramos.

Wie sich Geburtstagskind und Neuzugang Oskar Wojcik bei Werder Bremen durchsetzen will

Diese Worte passen zu dem Eindruck, den der 23-Jährige in seinen ersten Tagen an der Weser hinterlässt. Der Pole gehört bislang zwar nicht zu den lautesten Spielern im Kader, überzeugt dafür aber mit einer klaren Haltung und kompromisslosem Zweikampfverhalten. „Ich spiele gerne körperbetonten und geradlinigen Fußball. Außerdem bin ich recht schnell, das hilft mir. Ich liebe die Duelle mit Stürmern und messe mich gerne mit ihnen“, beschreibt Wojcik seinen Spielstil. Genau mit diesen Qualitäten wollte der Innenverteidiger in diesem Sommer den nächsten Schritt gehen – weg aus der polnischen Ekstraklasa und hinein in die Bundesliga.

Zwar lagen ihm nach eigenen Angaben mehrere Angebote vor, doch als sich Werder Bremen meldete, war die Entscheidung schnell gefallen. „Als ich von Werder gehört habe, wollte ich nur zu Werder“, sagt Oskar Wojcik. Besonders beeindruckt habe ihn der Austausch mit den Verantwortlichen, die extra nach Polen gereist seien. „Ich weiß, dass die vergangene Saison nicht wirklich gut war. Aber ich bin hier, um jedes Spiel zu spielen und jedes Spiel zu gewinnen – damit wir als Mannschaft und auch der Trainer eine bessere Saison erleben.“

Wie zu hören ist, trauen die Verantwortlichen dem Neuzugang intern durchaus zu, sich von den bisherigen sieben Sommerzugängen am schnellsten für einen Platz in der Startelf zu empfehlen. Auch Daniel Thioune zeigte sich zuletzt angetan. „Oskar ist erst seit einer Woche hier und muss natürlich noch ankommen. Aber ich bin überzeugt, dass er uns bereichern wird“, sagte der Coach des SV Werder Bremen bereits am Montag.

Werder Bremens Neuzugang Oskar Wojcik stellt sich vor: „Der Konkurrenzkampf ist hart, aber das ist wichtig im Fußball“

Der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung ist allerdings groß. Mit Kapitän Marco Friedl, Niklas Stark, Amos Pieper, Julian Malatini und dem wechselwilligen Karim Coulibaly kämpfen gleich mehrere Spieler um die Plätze. Angst davor hat Oskar Wojcik jedoch nicht. „Der Konkurrenzkampf ist hart, aber das ist wichtig im Fußball. Wir haben gute Verteidiger, dadurch machen wir uns gegenseitig besser. Druck verspüre ich aber nicht. Ich fühle mich bereit. Ich kann immer spielen und möchte das auch.“

Selbstbewusstsein bringt der 23-Jährige jedenfalls mit. In der vergangenen Saison gehörte er bei Cracovia bereits zum absoluten Stammpersonal. „Ich war einer der Kapitäne in Krakau. Ich kann also auch ein Anführer sein“, sagt Oskar Wojcik. Zusätzlichen Rückenwind gab ihm seine erste Nominierung für die polnische Nationalmannschaft in diesem Sommer. Dort lernte er auch Robert Lewandowski kennen. „Er ist der beste polnische Spieler der Geschichte und einer der besten Stürmer der Welt. Es war mein Traum, einmal mit den besten Spielern zusammenzuspielen. Das war eine große Ehre.“

Kein Geschenk für den Trainer und Vorbild Sergio Ramos: Das ist Werder Bremens Neuzugang Oskar Wojcik

Gemeinsam mit seiner Freundin sucht Oskar Wojcik derzeit noch nach einer Wohnung in Bremen. Sein kompletter Fokus liegt aber schon jetzt auf seiner Entwicklung. „Ich kann mich mit dem Ball am Fuß noch verbessern, genauso wie mit meinem schwächeren Fuß. Da gibt es noch einige Bereiche“, sagt der Darts-Fan. Dass seine Ansprüche hoch sind, zeigt auch die Wahl seines Vorbilds. „Sergio Ramos“, antwortet Wojcik grinsend. „Ich habe seine Art zu spielen immer gemocht.“

Sollte er auch nur annähernd so erfolgreich für Werder Bremen auflaufen wie sein großes Idol, dürfte Daniel Thioune ihm am Ende wohl auch verzeihen, dass zum gemeinsamen Geburtstag kein Geschenk für den Trainer dabei war. (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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