Werder-Neuzugang stellt sich vor

„Ich fühle mich nicht als klassischer Leihspieler“: Werder-Neuzugang Sugawara über Umgang mit Krisen und Traum von Europa

Yukinari Sugawara will „den SV Werder Bremen in die Europa oder Champions League bringen - zumindest so nah wie möglich“! Was der Neuzugang während seiner offiziellen Vorstellung noch gesagt hat!

Bremen – Nur für einen kurzen Moment sorgt Yukinari Sugawara für irritierte Blicke – nämlich genau dann, als er über die internationalen Plätze spricht. „Ich will das Team in die Europa oder Champions League bringen – zumindest so nah wie möglich. Jeder will mehr erreichen als in der vergangenen Saison“, sagt der neue Rechtsverteidiger des SV Werder Bremen während seiner offiziellen Vorstellung am Mittwochmittag. Der 25-Jährige streut zwar gern den einen oder anderen Witz in seine Äußerungen ein, aber in diesem Fall ist es ihm komplett ernst. Die jüngsten Eindrücke, die sein neuer Verein zuletzt hinterlassen hat, wischt der Japaner damit lässig beiseite. Sugawara macht schnell klar: Bei allen kleinen Scherzen – er ist nicht zum Spaß per Leihe vom Premier-League-Absteiger FC Southampton an den Osterdeich gekommen. Er will bei Werder etwas bewegen.

Yukinari Sugawara will „den SV Werder Bremen in die Europa oder Champions League bringen - zumindest so nah wie möglich! Was der Neuzugang während seiner offiziellen Vorstellung noch gesagt hat!

Werder Bremens Yukinari Sugawara: „Ich möchte jedes Spiel spielen, zeigen, was ich kann“

„Ich möchte jedes Spiel spielen, zeigen, was ich kann“, sagt Yukinari Sugawara selbstbewusst, betont allerdings auch: „Aber an oberster Stelle steht für mich das Team. Es gibt gerade viele Verletzte, was es nicht so einfach macht, wie in der letzten Saison zu spielen. Aber es waren auch erst zwei Pflichtspiele – und das bedeutet, dass wir danach noch eine Menge beeinflussen können. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft dabei mit meiner Erfahrung helfen kann.“ Schon am kommenden Samstag könnte es bereits auf Sugawaras Hilfe ankommen. Vor dem Werder-Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) drückt personell arg der Schuh, womöglich rutscht der Mann mit der Rückennummer 3 direkt in die Startelf. „Ich bin bereit, meine Kondition ist gut. Ich habe in Southampton schließlich sechs Wochen lang mittrainiert und Spiele gemacht“, sagt der Rechtsfuß, der seit Dienstag mit seinen jetzigen Kollegen auf dem Platz steht und die Abläufe im System von Coach Horst Steffen erlernt.

Die Arbeit mit einem neuen Trainer kennt er gut. Sogar mehr als ihm lieb ist. Nach seinem Wechsel im Vorsommer hatte er auf dem Weg zum Abstieg bei den kriselnden Südengländern gleich drei Coaches, immer und immer wieder änderten sich dadurch die Vorgaben und Spielideen. Zwischen November und Ende Januar waren Yukinari Sugawara und Co. satte 13 Partien ohne Sieg geblieben – eine Durststrecke, die noch heute am Neuzugang des SV Werder Bremen nagt. „Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Das war sehr hart“, meint der 25-Jährige. „Mental und von der Persönlichkeit her hat mich diese Saison aber sicherlich stärker gemacht. Ich habe versucht, auf und neben dem Platz eine Menge daraus zu lernen, auch wenn es nicht so einfach war. Aber ich bleibe grundsätzlich positiv.“ Kostprobe gefällig? Sugawara liefert sie direkt. „Manche Mannschaften verfallen nach zwei Niederlagen in eine negative Stimmung. Ich aber denke: Es waren nur zwei Spiele, wir können die Dinge noch verändern.“

Mit diesem Optimismus will er auch bei Werder Bremen Akzente setzen – wenngleich Yukinari Sugawara die Rolle des Führungsspielers dann doch anderen Protagonisten überlässt. „Wenn ich einer sein will, dann sollte ich erst einmal Deutsch sprechen können“, unterstreicht der dynamische Flügelspieler lächelnd, dessen jüngst unterzeichneter Vertrag eine Kaufoption beinhaltet, die es Werder nach DeichStube-Informationen im nächsten Jahr ermöglicht, den Defensivakteur für eine Ablösesumme von sechs Millionen Euro fest zu verpflichten. „Aber was ich sagen kann: Ich bin hier zwar per Leihe hingekommen, aber ich fühle mich nicht als klassischer Leihspieler. Ich will Teil des Teams sein und alles tun, was ich für den Verein, die Trainer, die Mitspieler und die Fans tun kann. Ich möchte meine Positivität und Leidenschaft in die Köpfe aller bringen.“

Werder Bremens Yukinari Sugawara: „Ich muss unbedingt noch ein gutes japanisches Restaurant finden“

Auch deshalb, weil nicht nur für Werder Bremen insgesamt, sondern für Yukinari Sugawara im Speziellen wegweisende zwölf Monate anstehen. Im kommenden Sommer findet die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko statt – und nachdem der Japaner weder bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio noch bei der WM in Katar 2022 zur heimischen Auswahl gehört hatte, will er nun beim kontinentalen Großereignis unbedingt dabei sein. „Das ist das größte Ziel meiner Karriere“, erklärt Sugawara. „Es gibt auch Spieler von Zweitligisten, die nominiert werden, aber natürlich gibt es einen Unterschied zwischen der englischen Championship und der Bundesliga. Genau deshalb wollte ich diese Herausforderung unbedingt annehmen.“ Zumal es laut eigener Aussage die einzige Wechseloption gewesen sei, die sich für den Japaner in diesem Transferfenster ergeben habe. „Der Staff des Nationalteams erwartet allerdings auch, dass ich in einer der Top-Ligen der Welt spiele. Und wenn ich jetzt die Chance dazu habe, dann will ich sie auch nutzen.“

Somit muss eigentlich nur noch ein Problem gelöst werden – das der Kulinarik. „Ich muss unbedingt noch ein gutes japanisches Restaurant finden, das fehlt mir wirklich sehr“, sagt Yukinari Sugawara und witzelt: „Sonst mache ich einfach ein eigenes auf.“ Nach einem Kurzaufenthalt beim SV Werder Bremen klingt das wahrlich nicht. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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