Im DeichStube-Podcast eingeDEICHt
Füllkrug ist sich sicher: Sein Wechsel hat Schmid bei Werder beflügelt
Im DeichStube-Podcast eingeDEICHt spricht Niclas Füllkrug über die Entwicklung seines Ex-Vereins Werder Bremen, Romano Schmid, die Wahrnehmung von Marvin Ducksch und sein neues Kapitel bei West Ham United.
Bremen – Als er noch da war, war die Sache klar: Niclas Füllkrug geht vorweg! Auf dem Platz, in der Kabine und vor den Kameras. Beim SV Werder Bremen war der Angreifer bis zu seinem Abgang im Sommer 2022 das, was man gemeinhin einen Führungsspieler nennt. Kein Wunder also, dass so einer ein großes Loch hinterlässt, wenn er geht. Inzwischen steht längst fest, dass es die Mannschaft ziemlich gut gestopft bekommen hat, quasi mit Bordmitteln, was auch Füllkrug nicht entgangen ist. Im DeichStube-Podcast eingeDEICHt hat der 31-Jährige nun erklärt, wie er die aktuelle Bremer Mannschaft sieht und wie ihm sein neues Leben als Profi von West Ham United gefällt.
Niclas Füllkrug beeindruckt vom Weg Werder Bremens - Eigener Abschied hat Romano Schmids Entwicklung „enorm gut getan“
Werders furiosen 4:2-Erfolg beim VfL Wolfsburg hat sich der Mittelstürmer am Sonntagabend von zu Hause aus angesehen. Irgendwo im Osten Londons flimmerte die Partie über den Fernseher, Niclas Füllkrug saß gebannt davor – und wurde Zeuge des dritten Bremer Auswärtssieges in Folge. „Ich glaube, dass die Mannschaft sehr gut aufgestellt ist und dass es das Trainerteam nach wie vor sehr gut macht“, sagt der deutsche A-Nationalspieler, der sich beeindruckt davon zeigt, welchen Weg Werder Bremen seit 2022 eingeschlagen hat und welche Entwicklungen einige seiner ehemaligen Mitspieler genommen haben.
„Ich habe damals ja einen gewissen Platz eingenommen und bin fest davon überzeugt, dass es einem Romano Schmid enorm gut getan hat, dass plötzlich einer weg ist, der eine Menge Verantwortung übernommen hat und vorweg marschiert ist“, sagt Niclas Füllkrug. Schmid sei „sofort in eine Position hineingewachsen, in der er mehr Verantwortung übernimmt, und das trägt gerade richtig Früchte“. Im Bremer Mittelfeld hat der 24-Jährige seinen Status als Stammspieler zementiert und ist dank seiner konstant guten Leistungen inzwischen zum wertvollsten Profi des Bremer Kaders geworden (Marktwert: 13 Millionen Euro). Auch in Österreichs Nationalmannschaft setzt Schmid längst regelmäßig Akzente. „Er macht es wirklich richtig gut“, lobt Füllkrug. Darüber hinaus zählt er Spieler wie Torhüter Michael Zetterer, Kapitän Marco Friedl und Stürmer Justin Njinmah zu den Säulen der Mannschaft beim SV Werder Bremen.
Niclas Füllkrug erklärt Wahrnehmung von Marvin Ducksch - Werder Bremen-Ex-Star will bei West Ham United „zeigen, was man kann“
Und natürlich Marvin Ducksch, seinen kongenialen Sturmpartner von einst, der zuletzt in Wolfsburg mit einem Tor und zwei Vorlagen glänzte. Dass Ducksch bei einigen Fans des SV Werder Bremen mitunter einen schweren Stand hat, erklärt sich Füllkrug wie folgt: „Er ist natürlich ein spezieller Typ, einer, der polarisiert, und solche Typen werden immer extrem positiv oder extrem negativ wahrgenommen.“ In Wolfsburg habe es Ducksch „überragend“ gemacht. „Da waren seine spielerische Qualität und seine Gedankenschnelle zu sehen.“ Aber natürlich könne Ducksch mit seinem Spielstil „auch mal untergehen in einem Spiel“. Grundsätzlich hält Füllkrug die Kritik am Ex-Kollegen für überzogen, denn „du kannst dich bei ihm immer auf eine gewisse Scorer-Zahl verlassen. Das nötigt mir Respekt ab.“ In der laufenden Saison steht Ducksch nach sieben Ligaspielen bei zwei Treffern und drei Vorlagen – Zahlen, die Niclas Füllkrug in der Premier League auch gerne schon aufweisen würde. Eine Reizung der Achillessehne bremst den Stürmer allerdings seit Anfang September aus.
„Mein Start ist maximal unschön verlaufen“, sagt er. In der Liga konnte Niclas Füllkrug bisher erst drei Kurzeinsätze für West Ham United bestreiten. Aktuell arbeitet er in der Reha an seinem Comeback. „Ich scharre natürlich mit den Hufen, denn wenn man irgendwo neu hinkommt, will man auch zeigen, was man kann.“ Grundsätzlich fühlt sich der Ex-Bremer mit seiner Familie in England aber schon sehr wohl: „Es ist eine Erfahrung, die sich nach zwei Monaten schon gelohnt hat, weil ich hier eine ganz andere Kultur und Lebensweise kennenlernen kann“, sagt er. (dco/kni/tst)