Werder in der Einzelkritik

Werder Bremen in Noten gegen FC Bayern: Friedl neben der Spur, schwaches Mbangula-Comeback

Der SV Werder Bremen hat am Freitag eine 0:4 (0:2)-Niederlage gegen den FC Bayern München kassiert. Die Spieler in der Einzelkritik mit Noten.

Karl Hein: Feierte sein Debüt im Werder-Trikot – und was für eins! War bei allen Gegentoren machtlos, zeigte ansonsten aber mehrere starke Paraden und sorgte so dafür, dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel. Auch im Aufbauspiel überzeugte der Este mit Ruhe und Übersicht. Machte insgesamt einen sehr souveränen und sicheren Eindruck und empfahl sich für weitere Einsätze. Mit Abstand bester Bremer. Note: 1,5

Werder Bremen in Noten gegen FC Bayern München: Marco Friedl spielte eine schwache erste Hälfte und verursachte einen Elfmeter.

Werder Bremen in Noten gegen FC Bayern München: Marco Friedl nervös, Karim Coulibaly abgeklärt

Yukinari Sugawara: Bekam es mit dem umtriebigen Diaz zu tun, löste aber viele direkte Duelle dank seiner Ruhe. Schaltete sich nach der Pause häufiger offensiv ein und suchte mehrfach den Abschluss, allerdings ohne die letzte Präzision. Vor dem dritten Gegentor konnte er das Zuspiel auf Kane nicht verhindern. Note: 3

Marco Friedl: Eine seltsame erste Halbzeit des Kapitäns. Leistete sich ungewohnt viele Fehlpässe, einer davon leitete Kanes Großchance ein (5.). Rettete dann stark per Grätsche in höchster Not, verursachte kurz vor der Pause aber durch ein zu ungestümes Einsteigen den Elfmeter zum 0:2 (44.). Steigerte sich wenigstens nach der Pause. Note: 5

Karim Coulibaly: Der 18-Jährige steigert sich merklich mit jedem Einsatz. Zeigte auch in München keinerlei Nervosität und präsentierte sich für sein erst fünftes Bundesligaspiel bemerkenswert abgeklärt. An ihm lag die Niederlage nicht. Note: 3,5

Felix Agu (bis 80.): Hatte mit dem spielfreudigen Olise große Probleme und bekam ihn defensiv nie wirklich in Griff. Nach vorne in der ersten Halbzeit kaum präsent, im zweiten Durchgang offensiver, jedoch ohne entscheidende Akzente. Note: 4,5

Senne Lynen: Blockte zunächst stark einen Schuss von Goretzka (16.), verlor dann aber im eigenen Drittel unnötig den Ball gegen selbigen, was eine Kane-Chance einleitete (26.). War zwar gewohnt viel unterwegs, konnte dem Werder-Spiel aber nicht die dringend benötigte Struktur geben. Note: 4,5

Werder Bremen-Noten gegen FC Bayern: Schwacher Auftritt von Samuel Mbangula und Cameron Puertas

Jens Stage (bis 80.): Ging von Beginn an robust in die Zweikämpfe und provozierte die frühe Gelbe Karte gegen Gnabry (16.). Ansonsten lief die Partie etwas am Dänen vorbei. Nach der Pause präsenter, forderte mehr Bälle, ein Schuss in aussichtsreicher Position ging aber deutlich über das Tor (55.). Note: 4

Samuel Mbangula (bis 80.): Nach Verletzungspause zurück in der Startelf. Vertändelte bei einem aussichtsreichen Konter leichtfertig den Ball (26.) und war insgesamt nicht der Faktor wie in Gladbach. Dazu einige unnötige Abspielfehler. Kein guter Auftritt des Zehn-Millionen-Mannes. Note: 5

Romano Schmid: Startete auf der rechten Außenbahn, kam dort aber kaum ins Spiel. Ließ Olise zudem bei der Flanke zum 0:1 viel zu viel Platz. Nach der Pause deutlich bemühter und spielfreudiger, ohne jedoch entscheidende Impulse setzen zu können. Note: 4,5

Cameron Puertas (bis 61.): Begann als Zehner und leistete sich in der Anfangsphase gleich mehrere gefährliche Ballverluste. War zwar viel in Bewegung, brachte mit Ball aber wenig zustande. Insgesamt ein sehr blasser Auftritt des Neuzugangs. Note: 5

Justin Njinmah (bis 73.): Erhielt in der Spitze den Vorzug vor Grüll. Suchte oft die Tiefe, hatte gegen die schnellen Upamecano und Tah aber einen enorm schweren Stand. Konnte kaum Bälle festmachen oder gefährlich werden. Musste nach 73 Minuten für Grüll weichen. Note: 5

Werder Bremen-Einzelkritik mit Noten gegen FC Bayern: Tor von Victor Boniface zählt nicht

Victor Boniface (ab 61.): Ersetzte eine halbe Stunde vor Schluss den schwachen Puertas, konnte aber kaum noch Akzente setzen. Fast noch mit dem Anschlusstreffer, doch zuvor lag eine Abseitsposition vor. Note -

Marco Grüll (ab 73.): Bildete mit Boniface die Doppelspitze, blieb aber ohne nennenswerte Aktion. Note -

Leonardo Bittencourt (ab 80.): Der Routinier kam noch für rund zehn Minuten, hatte aber keine große Szene mehr. Note -

Patrice Covic (ab 80.): Verbuchte noch seinen fünften Liga-Einsatz. Note -

Isaac Schmidt (ab 80.): Ersetzte Agu auf der linken Seite und hat damit in seinen wenigen Werder-Einsätzen bereits drei verschiedene Positionen gespielt.  Note -

Weiter mit der Aufstellung:

Werder Bremen-Aufstellung gegen FC Bayern München: Karim Coulibaly statt Amos Pieper in der Startelf

Der SV Werder Bremen spielt am 5. Spieltag der Bundesliga gegen den FC Bayern München. So könnte die Startelf-Aufstellung von SVW-Trainer Horst Steffen aussehen.

Update (26. September, 19.20 Uhr): Da ist die Startelf-Aufstellung – Karim Coulibaly startet erneut statt Amos Pieper, Samuel Mbangula ist zurück. Die komplette Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern gibt‘s im DeichStube-Liveticker.

Bremen – 282 Bundesliga-Minuten hat Karim Coulibaly bislang in seiner Vita stehen. Dass der 18-jährige Innenverteidiger des SV Werder Bremen diese bereits nach dem vierten Spieltag erreicht hat, hätten wohl die wenigsten Fans und Experten erwartet. Doch die Mischung aus unbekümmerten Auftritten des Youngsters in der Vorbereitung sowie den zahlreichen Verletzungen in der Defensive sorgte dafür, dass der gebürtige Hamburger früher als intern geplant zur Stammkraft wurde. Mit Amos Pieper steht nun allerdings ein erfahrener Innenverteidiger nach seiner Hüftoperation wieder zur Verfügung – womit sich die Frage stellt: War es das für Coulibaly in der Startelf?

Die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München: Wer startet in der Innenverteidigung, Amos Pieper (l.) oder Karim Coulibaly?

Werder Bremen-Aufstellung gegen den FC Bayern München: Verdrängt Amos Pieper Karim Coulibaly aus der Startelf?

„Ich habe das Gefühl, dass Karim bis jetzt sehr ordentlich gespielt hat“, hält Werder Bremens Cheftrainer Horst Steffen vor dem Spiel gegen den FC Bayern München am Freitag (20.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) zunächst fest und betont: „Karim ist im Konkurrenzkampf drin. Er hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert. Es hat ihm geholfen, weiterzuspielen, um noch mehr Bundesliga-Luft zu schnuppern.“ Tatsächlich hat Karim Coulibaly für sein Alter bislang eine bemerkenswerte Abgeklärtheit und Souveränität gezeigt. Auch sein unglückliches Eigentor gegen den SC Freiburg, das ihn zum zweitjüngsten Eigentorschützen der Bundesliga-Geschichte machte, hat ihn nicht aus der Bahn geworfen. „Das Eigentor war kein ursächliches Verhalten von ihm, sondern so etwas kann passieren, wenn man das Tor verteidigt“, stellt sich Steffen schützend vor seinen Spieler.

Schon gelesen? So sehen Fans das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen FC Bayern live im TV und im Livestream!

Trotz der insgesamt positiven Leistungen schleichen sich beim Youngster noch immer leichte Fehler ein – speziell im Aufbauspiel. Ein Umstand, der beim kommenden Gegner FC Bayern München schnell gnadenlos bestraft werden könnte. Womit der erfahrenere Amos Pieper wieder in den Fokus rückt. „Amos ist eine Woche weiter und daher habe ich schon das Gefühl, dass er in München auch seinen Mann stehen kann“, erklärt der Trainer des SV Werder Bremen mit Blick auf seine Aufstellung, ergänzt jedoch: „Nichtsdestotrotz hat er ein paar Wochen gefehlt. Ich habe mich auf der Position noch nicht entschieden.“ Eine Rückkehr Piepers in die Startelf erscheint dennoch angesichts des Gegners als realistisches Szenario.

Werder Bremen-Startelf-Aufstellung gegen FC Bayern: Samuel Mbangula vor der Rückkehr

Als zweiter Part in der Innenverteidigung ist Kapitän Marco Friedl gesetzt, der trotz kleinerer Knieprobleme unter der Woche einsatzbereit ist. Im Tor wird aufgrund der Schulterverletzung von Mio Backhaus Leihgabe Karl Hein sein Debüt für Werder Bremen feiern. Damit dieser nicht mehr als nötig zu tun bekommt, sollen auf den defensiven Außenbahnen erneut Yukinari Sugawara (rechts) und Felix Agu (links) die Bayern-Flügelstürmer in Schach halten. Im Mittelfeld ist mit nur einer Änderung zu rechnen: Vor der gesetzten Doppelsechs aus Senne Lynen und Jens Stage dürfte Samuel Mbangula auf den linken Flügel und in die Startelf-Aufstellung zurückkehren. Der Belgier fehlte gegen Freiburg noch angeschlagen, ist aber rechtzeitig für den Nord-Süd-Gipfel wieder fit. Neben ihm spricht vieles dafür, dass erneut Romano Schmid und Cameron Puertas die offensive Dreierreihe hinter der einzigen Spitze Marco Grüll bilden. (bvo)

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen im Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München aussehen.

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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