Kampf ums Werder-Tor

„Es ist nicht festgelegt, wer die Nummer eins wird“: Schlager spricht offen über Werder-Konkurrenzkampf

Eigentlich soll Karl Hein die neue Nummer eins des SV Werder Bremen werden - doch Alexander Schlager spricht nun von einem Konkurrenzkampf!

Der Aufnahmeort war dann doch etwas speziell. Als Alexander Schlager in diesen Tagen im Podcast „Der Audiobeweis“ von Sky Sport Austria zu Gast ist, befindet er sich nicht etwa in einem TV-Studio, sondern auf der Rückbank eines Ubers. Die Fahrt führt ihn quer durch Wien – Grund dafür ist eine Taufe, wie der neue Torwart des SV Werder Bremen berichtet. Dennoch nimmt sich der 30-Jährige Zeit, um ausführlich über seinen Wechsel an den Osterdeich zu sprechen. Dort wird der österreichische Nationaltorwart nach seiner WM-Teilnahme gemeinsam mit Marco Friedl und Romano Schmid am 27. Juli erwartet. Das Trainingslager der Bremer im Zillertal verpasst Schlager zwar, die Vorfreude auf seine neue Aufgabe ist ihm dennoch deutlich anzumerken.

Torwart-Neuzugang Alexander Schlager geht davon aus, dass beim SV Werder Bremen noch nicht festgelegt ist, wer die Nummer eins ist.

Neuzugang Alexander Schlager: „Bei Werder Bremen habe ich einfach vom ersten Moment das Gefühl gehabt, dass es perfekt passt“

„Bei Werder habe ich einfach vom ersten Moment das Gefühl gehabt, dass es perfekt passt. Deswegen bin ich sehr, sehr happy, jetzt Teil davon sein zu dürfen“, sagt Alexander Schlager. Besonders der intensive Austausch mit den Verantwortlichen, allen voran Torwarttrainer Christian Vander, sei ein entscheidender Faktor für seinen Wechsel zum SV Werder Bremen gewesen, berichtet der Keeper. Und das, obwohl es nach seiner WM-Teilnahme durchaus weitere Interessenten gegeben habe. „Der sportliche Anreiz, in eine Top-5-Liga zu wechseln, war einfach riesig“, betont Schlager. „Dazu habe ich natürlich mit vielen Spielern gesprochen, die eine Bremen-Vergangenheit haben. Alle haben sehr vom Verein geschwärmt. Deshalb hat am Ende des Tages einfach das Gesamtpaket gepasst.“

Spannend bleibt allerdings die Frage, wie sich die sportliche Situation entwickeln wird. Schließlich haben die Bremer in Karl Hein bereits vor einigen Wochen den estnischen Nationaltorwart nach dessen einjähriger Leihe von Arsenal London fest verpflichtet und mehrfach betont, dass er als neue Nummer eins in die Saison gehen soll. Passend dazu trägt Hein künftig auch die Rückennummer eins. Dass Werder Bremen anschließend dennoch Alexander Schlager ablösefrei von RB Salzburg verpflichtete, sorgte insbesondere in dessen Heimat Österreich, wo der 30-Jährige Stammtorwart der Nationalmannschaft ist, für Verwunderung.

Alexander Schlager selbst begegnet der Situation jedoch gelassen und selbstbewusst. „Karl hat durch die vergangene Saison und dadurch, dass er schon ein Jahr dort war, vielleicht einen kleinen Bonus. Aber wenn ich meine Leistung bringe, werde ich dementsprechend belohnt – beziehungsweise derjenige, der die besseren Leistungen zeigt“, sagt der Neuzugang des SV Werder Bremen. Und ergänzt offen: „Es ist nicht festgelegt, wer die Nummer eins sein wird. Ich gehe davon aus, dass ich mich zunächst einmal einfinden muss. Aber ich bin vor allem erstmal froh darüber, dem Verein helfen zu können, sich zu stabilisieren. Alles Weitere wird man sehen.“

Werder Bremens Alexander Schlager: „Ich habe die sportliche Herausforderung gesehen. Den Rest muss man abwarten. Im Fußball geht alles sehr schnell.“

Am Osterdeich hat man sich bewusst für einen spannenden Konkurrenzkampf im Tor entschieden. Karl Hein geht dennoch, wie Cheftrainer Daniel Thioune zuletzt bereits öffentlich erklärte, aufgrund der vergangenen Saison mit einem kleinen Vorsprung in die Vorbereitung. Hinzu kommt, dass Alexander Schlager wegen seiner WM-Teilnahme erst später zur Mannschaft stößt. „Es wurde mir so kommuniziert: Ich bringe ein Profil mit, das sie brauchen. Gleichzeitig kann der Trainer mir aber keine Spielzeit garantieren“, sagt der 30-jährige Keeper des SV Werder Bremen und schiebt hinterher: „Ich habe einfach die sportliche Herausforderung gesehen. Den Rest muss man abwarten. Im Fußball geht ohnehin alles sehr schnell.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Zemanek/Shutterstock

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