Nach Werder-Wechsel

Nach Woche im Mittelpunkt: Große Burke-Pointe bei Werder Bremen gegen St. Pauli nicht anerkannt

Keine Startelf, kaum Pfiffe, Siegtor zählt nicht: Oliver Burke stand beim Unentschieden des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli nach seinem feststehenden Wechsel unter besonderer Beobachtung.

Bremen – Viel hat nicht gefehlt, ein paar Zentimeter vielleicht, und Oliver Burke hätte sich während Werder Bremens Heimspiel gegen den FC St. Pauli (0:0) selbst zum großen Helden gekrönt. Ausgerechnet, wie es im Falle des Schotten seit dieser Woche heißen muss. Schließlich hatte Burke mit Bekanntwerden seines Wechsels zum FC Union Berlin vor wenigen Tagen für reichlich Wirbel an der Weser gesorgt. Gegen St. Pauli kam der 28-Jährige nach sieben Startelfeinsätzen in Serie in der Schlussphase als Joker ins Spiel – und traf (79.). Weil die Unparteiischen auf Abseits entschieden, blieb die große Pointe einer kuriosen Burke-Woche jedoch aus.

Oliver Burke wäre beim Remis des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli beinahe zum Matchwinner avanciert - doch sein später Treffer zählte nicht.

Werder Bremens Oliver Burke nach Wechsel gegen FC St. Pauli nicht in der Startelf

Im Vorfeld der Partie war viel darüber spekuliert worden, ob Werder-Trainer Ole Werner den Angreifer erneut von Beginn an auf den Rasen schickt, oder ab sofort doch lieber auf Akteure setzt, die über den Sommer hinaus in Bremen bleiben. Darauf angesprochen, erklärte Werner, jene Profis spielen zu lassen, die in seinen Augen die größte Wahrscheinlichkeit auf Erfolg bieten. Nach dem St.-Pauli-Spiel führte er dann aus, warum Justin Njinmah aus diesem Grund den Vorzug vor Oliver Burke erhalten hatte.

„Wir haben uns letzte Woche gegen Bochum 60 Minuten lang schwergetan. Justin ist dann reingekommen, hat das Tor aufgelegt und hatte zwei, drei gute Abschlusssituationen“, erinnerte Werner – und erklärte: „Wir wollten die Tür für ihn in einem Jahr, in dem vieles für ihn aufgrund von Verletzungen nicht gut gelaufen ist, geöffnet halten. Denn auch Justin werden wir in den nächsten Wochen noch brauchen.“ Dass Burkes Zukunftsentscheidung gegen Werder Bremen aber zumindest am Rande bei den Startelf-Überlegungen eine Rolle spielte, dementierte Werner nicht: „Das kommt noch irgendwie mit dazu.“

Werder Bremens Oliver Burke nach Wechsel kaum ausgepfiffen: „Das hat mich nicht überrascht“

Als sich Oliver Burke an der Außenlinie zur Auswechslung bereit machte, reagierte das ausverkaufte Weserstadion übrigens milde. Pfiffe waren höchstens vereinzelt zu hören. „Das hat mich nicht überrascht, weil unsere Fans ein sehr gutes Gespür haben“, sagte Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer. Auch innerhalb der Mannschaft hat Burkes bevorstehender Abgang kein Stimmungstief verursacht, wie Sturmpartner Marvin Ducksch zu Protokoll gab: „Wir haben das ganz locker aufgenommen. Wir wussten, dass sein Vertrag ausläuft. Wenn man sich dann mit dem Verein nicht einigen kann, ist es ganz normal, dass man sich anderweitig umschaut. Wir können ihm überhaupt keinen Vorwurf machen, denn wir sehen im Training, dass er sich weiter voll reinhaut.“ (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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