Gründe für den Aufschwung

Neustart nach Beinahe-Abgang: Werders Deman „plötzlich unersetzlich“

Vom Abstellgleis zum „plötzlich unersetzlichen“ Stammspieler: Wie Linksverteidiger Olivier Deman beim SV Werder Bremen den Neustart geschafft hat.

Es ist schon kurios, wie schnell es im Fußball mitunter in die eine oder andere Richtung gehen kann. Einer, der davon ein Lied singen kann, ist Olivier Deman. Schließlich hat der Linksverteidiger des SV Werder Bremen in der laufenden Saison eine regelrechte Achterbahn der Gefühle erlebt und zuletzt unter Trainer Daniel Thioune eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt, die ihm wohl selbst kühnste Optimisten nicht mehr zugetraut hätten. „Olivier Deman bringt das mit, was wir im Abstiegskampf brauchen. Er war mal ausgeliehen, kam aus einer langen Verletzung, jetzt ist er plötzlich unersetzlich für uns“, hatte Thioune den belgischen Nationalspieler nach dem jüngsten 1:0-Erfolg in Wolfsburg in höchsten Tönen gelobt. Ein Satz, der so vor wenigen Monaten über den Belgier wohl kaum gesagt worden wäre. Schließlich war der 25-Jährige nach seinem Knöchelbruch im vergangenen Jahr unter Ex-Coach Horst Steffen aufs Abstellgleis geraten, galt im Winter als heißer Verkaufskandidat. Doch es kam ganz anders.

Olivier Deman hätte im Winter weg sein können, jetzt ist er plötzlich richtig wichtig für Werder Bremen.

„Unersetzlich“: Olivier Deman rückt bei Werder Bremen unter Daniel Thioune vom Abstellgleis in die Startelf

Aufgrund der langfristigen Ausfälle von Mitchell Weiser (Kreuzbandriss) und Felix Agu (Syndesmosebandriss) lehnte Werder Bremen im Winter ein Angebot des italienischen Erstligisten FC Parma für Olivier Deman ab. Und nur zwei Monate später hat sich der bereits Abgeschriebene unter Neu-Trainer Thioune zur festen Größe entwickelt. Ein Fakt, der sich nicht nur an den Einsatzzeiten ablesen lässt, sondern auch an Demans neuer Intensität und seinem neuen Offensivdrang. Viermal in Serie stand der Außenbahnspieler zuletzt in der Startelf und spulte dabei jeweils mindestens zwölf Kilometer Laufdistanz ab. Aber wie kam es überhaupt zu dieser rasanten Kehrtwende?

Gespräch und Systemwechsel: Wie Olivier Deman bei Werder Bremen nach dem Winter wieder wichtig wurde

„Wir haben uns im Winter mit ihm zusammengesetzt und ihm aufgezeigt, dass er für uns ein wichtiger Faktor sein kann“, verrät Peter Niemeyer als Werders Leiter Profifußball auf Nachfrage der DeichStube und nennt die Gründe für den Aufschwung. „Olivier hat sich diese aktuelle Rolle durch viel Fleiß erarbeitet und verdient. Die Systemumstellung hat ihm geholfen, zudem ist er in seinem Spiel mutiger geworden.“ Bei Werder Bremen ist man, wie zu hören ist, besonders erfreut darüber, dass sich Olivier Deman, anders als in den Vorjahren, vor allem in der Offensive deutlich mehr zutraut und immer wieder mit einschaltet. So erzielte der Linksfuß unter anderem ein Traumtor beim 4:1-Sieg gegen Union Berlin und bereitete den Last-Minute-Ausgleich durch Keke Topp beim 1:1 gegen Gladbach vor.

Auch die jüngsten Resultate unterstreichen Olivier Demans neuen Wert für Werder Bremen: Mit ihm in der Startelf gewannen die Grün-Weißen drei der vergangenen vier Spiele. Der Belgier stand dabei in allen Partien über die volle Distanz auf dem Rasen. Und aktuell spricht einiges dafür, dass das auch im Heimspiel am Karsamstag (4. April, 15.30/DeichStube-Liveticker) gegen RB Leipzig der Fall sein dürfte. (mwi/bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Schroedter

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