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Realistisch oder aus dem Reich der Märchen? Werder und das Thema Paul Wanner
Wechselt Paul Wanner vom FC Bayern München zum SV Werder Bremen? Das ist dran am Transfer-Gerücht um das Mittelfeld-Talent.
Bremen – Endlich hat Paul Wanner Zeit für ein bisschen Urlaub. 19 Jahre ist der offensive Mittelfeldspieler gerade einmal alt und hat nicht nur seine erste richtige Bundesliga-Saison in den Knochen, sondern als Teil der deutschen U21-Nationalmannschaft auch seinen Anteil daran gehabt, dass kürzlich bei der Europameisterschaft der Einzug ins Finale gelang. Da kommt die Zeit zum Abschalten für den Youngster nun gerade recht. Doch so ganz nebenbei muss das Kreativtalent auch noch seine sportliche Zukunft ordnen. Beziehungsweise ordnen lassen. Bis zum Sommer 2027 steht Wanner beim großen FC Bayern München unter Vertrag, der ihn aber wie in den vergangenen Jahren gern wieder verleihen möchte. Der VfB Stuttgart gilt als prominenter Abnehmer, doch auch der SV Werder Bremen soll an der Säbener Straße sein Interesse hinterlegt haben – und nicht auf ablehnende Gesten gestoßen sein. Doch wie realistisch erscheint ein Transfer wirklich?
Wie realistisch ist ein Transfer - wechselt Paul Wanner vom FC Bayern zu Werder Bremen?
Nach Informationen der DeichStube ist die Personalie Paul Wanner jedenfalls keineswegs aus der Luft gegriffen, am Osterdeich wird sich durchaus mit einer Leihe des Jungprofis beschäftigt. Und das hat vor allem mit einer Person zu tun: Horst Steffen. Werders Neu-Coach kennt den Spielmacher ziemlich gut, hat er ihn während der Saison 2023/24 doch bei der SV Elversberg als Bayern-Leihgabe betreut. Trotz seines jungen Alters avancierte Wanner direkt zum Leistungsträger, stand beim damaligen Aufsteiger in 28 Zweitliga-Partien auf dem Platz, erzielte sechs Tore und legte drei weitere Treffer auf. Spieler und Trainer wissen also, dass sie zusammen funktionieren können. Man kennt und schätzt sich. Doch reicht diese Basis, um Wanner wirklich von Werder Bremen zu überzeugen?
Gänzlich neu ist Werder Bremens Interesse am Offensivmann nicht. Schon vor etwas mehr als einem Jahr waren die Norddeutschen ganz heiß auf den gebürtigen Österreicher mit deutschem Pass. Doch der landete letztlich an der Brenz. Beim 1. FC Heidenheim startete Wanner direkt durch, in vier der ersten fünf Pflichtspiele gelangen ihm vier Tore und zwei Assists. Sogar von der Tabellenspitze der Bundesliga grüßte der FCH erstmals in seiner Vereinsgeschichte – doch so rosig ging es für den Club nicht weiter. Die Doppelbelastung mit der Conference League führte dazu, dass es im Tableau stetig nach unten ging. Letztlich glückte der Klassenerhalt erst in der Relegation. Ausgerechnet gegen Elversberg. Wanner hatte in beiden Duellen die Jokerrolle inne – und machte Horst Steffens Aufstiegsträumen seinerzeit mit der Vorlage zum entscheidenden 2:1 im Rückspiel zunichte. Die Saison 2024/2025, sie war für Paul Wanner also auf vielen Ebenen eine lehrreiche.
Werder Bremen und Paul Wanner: Ein Transfer des Talents vom FC Bayern ist keineswegs ausgeschlossen
Und jetzt? Fühlt sich Wanner bereit für den nächsten Schritt. Angesichts der großen Konkurrenz sind Einsätze in München eher unwahrscheinlich. Wie zu hören ist, soll sich der 19-Jährige einen Wechsel nach Stuttgart sehr gut vorstellen können – auch weil der amtierende DFB-Pokalsieger demnächst in der Europa League gefordert ist. Diese erhofften internationalen Einsätze würden in Bremen nicht auf Paul Wanner warten. Weiteres Plus für den VfB: Laut „kicker“ könne Wanner eine Rolle bei einem eventuellen Transfer von Nick Woltemade spielen. Der ehemalige Profi des SV Werder Bremen steht nach einer ganz starken Saison beim FC Bayern auf dem Zettel, doch der Rekordmeister würde gern die Ablösesumme drücken. Womöglich mit einem Verrechnungsgeschäft. Im öffentlichen Woltemade-Poker verriet FCB-Sportvorstand Max Eberl jedenfalls zuletzt nicht nur, dass „noch kein wirkliches Gespräch mit dem VfB Stuttgart“ stattgefunden habe, sondern fragte auch provokant: „Ist Nick Woltemade 80 Millionen Euro wert?“ Auf jeden Fall, so betonte es Eberl, werde der Verein „keine Mondpreise“ zahlen.
In derartige Verlegenheiten kommt der SV Werder Bremen aktuell erst gar nicht. Höchstens auf einem anderen, viel niedrigeren Niveau. Auch deshalb geht es im Fall Paul Wanner für die Bremer maximal um eine Leihe des Spielers, der laut Branchenportal transfermarkt.de aktuell über einen Marktwert in Höhe von 18 Millionen Euro verfügt. Ausgeschlossen ist ein Wechsel keineswegs – aber Werder spielt bislang nicht die Hauptrolle. Noch nicht. (mbü)
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