Werder-Sportchef bei U21-EM
Werder sucht den nächsten Woltemade: Fritz vor Ort bei deutscher U21-Finalniederlage
Ex-Werder-Bremen-Profi Nick Woltemade hat mit der deutschen U21 das EM-Finale verloren - die Grün-Weißen suchen derweil nach dem nächsten großen Talent!
Bremen/Bratislava – Über den Titel des Torschützenkönigs bei der U21-Europameisterschaft dürfte sich Nick Woltemade am Samstagabend wohl nur bedingt gefreut haben. Der ehemalige Stürmer des SV Werder Bremen unterlag mit der deutschen U21-Nationalmannschaft im Finale denkbar knapp mit 2:3 nach Verlängerung gegen die englische Nachwuchsauswahl. Zwar gelang dem gebürtigen Bremer dabei kein weiterer Scorerpunkt, doch die zuvor erzielten sechs Treffer reichten aus, um sich als bester Torschütze dieser Endrunde in die Geschichtsbücher einzutragen. Ein kleiner Trost – für ein Turnier, dem Woltemade ab dem ersten Spiel seinen Stempel aufdrückte. Da sich der 1,98 Meter große Angreifer nach einer starken Debüt-Saison beim VfB Stuttgart auch während der EM so dermaßen in den Fokus spielte, soll er laut mehreren Medienberichten mittlerweile sogar dem FC Bayern München eine mündliche Zusage für einen Transfer in diesem Sommer gegeben haben. In Bremen hingegen dürfte man sich nach jeder Partie weiterhin grün und blau ärgern, ein solches Talent vor über einem Jahr ablösefrei verloren zu haben.
Werder Bremen sucht bei U21-EM nach dem nächsten Nick Woltemade - und setzt auf die eigenen U19-Talente
Dementsprechend ist der SV Werder Bremen längst auf der Suche nach dem „nächsten Nick Woltemade“ – entweder aus den eigenen Reihen oder aber abgeworben von der Konkurrenz. Aus diesem Grund reiste Werders Sportchef Clemens Fritz am Samstag sogar persönlich nach Bratislava, um sich das EM-Finale live anzusehen. Auch darüber hinaus waren die Grün-Weißen während des gesamten Turniers mit zwei Scouts vor Ort vertreten, „um uns einen allgemeinen Überblick zu verschaffen“, wie Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder, auf Nachfrage der DeichStube erklärt.
Ob das Scouting in der Slowakei schon kurzfristig zu einem vielversprechenden Transfer führt, bleibt abzuwarten. Im Fokus des Vereins steht aktuell die Weiterentwicklung der bereits vorhandenen jungen Spieler unter dem neuen Cheftrainer Horst Steffen. Mit Talenten wie Patrice Covic, Karim Coulibaly, Mick Schmetgens oder Wesley Adeh – alle aus der letztjährigen U19 – traut man intern gleich mehreren Akteuren den nächsten Schritt zu. Wie zu hören ist, will man deshalb im Kader des SV Werder Bremen bewusst etwas Raum lassen, damit sich diese Spieler während der Vorbereitung und im Verlauf der Saison entfalten und weiterentwickeln können. Ziel ist es schließlich, zu vermeiden, dass bei der nächsten U21-EM in zwei Jahren erneut ein bekanntes Gesicht aus Bremen für Furore sorgt – dann aber bereits für einen anderen Verein aufläuft. (bvo)
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