5:2-Sieg beim Werder-Testpiel in Cloppenburg
Pizarro-Party gegen Meppen
Cloppenburg - Und plötzlich war die Verwirrung groß. Für einen kurzen Moment nur, aber der reichte vollkommen aus, um unter den Zuschauern im Cloppenburger Stadion für Gelächter zu sorgen.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt hatte Claudio Pizarro in der 72. Minute während des Testspiels gegen den SV Meppen (5:2) zur Seitenlinie gerufen, wo U19-Spieler Caram Carneiro Alves schon zur Einwechselung bereitstand. Mit Pizarro wollte Kohfeldt aber nur kurz reden, den Platz verlassen musste Nuri Sahin. „Ich dachte, dass ich raus darf“, erklärte Pizarro nach der Partie - und schmunzelte: „So war es eigentlich abgesprochen“.
Nach dem Gespräch mit Kohfeldt ein kurzes Schulterzucken, das berühmte Pizarro-Lächeln, dann hatte sich der Stürmer auf den Weg zurück auf den Platz gemacht. Wo er einem starken Auftritt noch zwei weitere Höhepunkte hinzufügte. Eine Vorlage für Josh Sargent zum 4:2, den 5:2-Endstand selbst erzielt - Pizarro hatte richtig Lust auf dieses Spiel. Auch das 1:0 hatte er vor der Pause erzielt, das 2:0 von Yuya Osako ebenfalls aufgelegt.
„Claudio hat das heute sehr gut gemacht“, lobte Kohfeldt. „Dieses Lauern macht ihn einfach aus.“ 90 Minuten Fußball - wann er zuletzt über die volle Distanz auf dem Platz gestanden hatte, konnte Pizarro gar nicht sagen. „Vielleicht war es etwas zu lang. Das werde ich morgen merken“, scherzte er.
An der Jokerrolle dürfte sich vorerst nichts ändern
Ginge es nur nach dem 39-Jährigen, dann würde er auch bald in der Bundesliga zu Werders Startelf zählen. Gut stehen seine Chancen darauf allerdings nicht. „Wenn er reinkommt, ist der Effekt auf unterschiedlichen Ebenen so stark, dass ich nicht darauf verzichten möchte“, sagte Kohfeldt - und nannte direkt ein Beispiel.
Fotostrecke: Werder siegt 5:2 im Test gegen Meppen




In Frankfurt habe er den Stürmer nicht aus taktischen Gründen ins Spiel gebracht, „sondern weil ich einen Spieler auf dem Platz haben wollte, der den Jungs helfen kann, sich von der harten Szene mit Pavlas zu erholen.“ Torhüter Jiri Pavlenka hatte nach einem Zusammenstoß mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden müssen. Werder gewann am Ende mit Pizarro 2:1. An der Jokerrolle des Peruaners dürfte sich also vorerst nichts ändern.
Pizarro selbst kann damit leben. Er wusste ja vor seiner Rückkehr, wie Werder mit ihm plant. „Heute hat es großen Spaß gemacht“, sagte er in Cloppenburg, ehe er mit einem breiten Lächeln in den Bus stieg.
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