Nach Werder-Pleite in Leipzig

„Wir setzen uns keinen Rucksack auf“: Wie Werder Bremen mit der 2:4-Niederlage bei RB Leipzig umgeht

Lange Gesichter beim SV Werder Bremen nach der Jahresauftakt-Niederlage bei RB Leizpig.
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Lange Gesichter beim SV Werder Bremen nach der Jahresauftakt-Niederlage bei RB Leizpig.

Zwischen Frust und Zuversicht: Wie der SV Werder Bremen die Niederlage zum Jahresauftakt gegen RB Leipzig einordnet und welche Schlüsse mit Blick auf die anstehende englische Woche gezogen werden.

Leipzig – Am frühen Sonntagabend gab es im Stadion von RB Leipzig ein Wort, das in den öffentlichen Statements nahezu aller Protagonisten des SV Werder Bremen auftauchte. Und selbst wer das Spiel zuvor nicht gesehen und auch dessen Ergebnis noch nicht gehört hatte, der konnte nur angesichts dieses Wortes erahnen, dass es nicht allzu gut für die Bremer gelaufen sein konnte. Das Wort lautete: Fehler. Innenverteidiger Niklas Stark benutzte es („Wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht“) ebenso wie Sportchef Clemens Fritz („In Summe waren es zu viele Fehler“), ehe Cheftrainer Ole Werner abschließend festhielt: „Unsere Fehlerquote war viel zu hoch, um hier etwas mitzunehmen.“ Recht hatten sie alle, denn einer der Hauptgründe, warum Werder zum Jahresauftakt eine unter dem Strich verdiente 2:4-Niederlage beim Champions-League-Teilnehmer kassiert hatte war: Werder selbst.

Werder Bremen nach Pleite gegen RB Leipzig zwischen Frust und Zuversicht: „Mit der Art und Weise grundsätzlich einverstanden“

Da war zum Beispiel der erste Gegentreffer, das Leipziger 1:0 durch Xavi Simons, der nach langwieriger Sprunggelenksverletzung ein beachtliches Comeback feierte, dabei von den Bremern aber auch großzügig begünstigt wurde. Nach einem handelsüblichen Einwurf (!) ließ sich Werder Bremens Hintermannschaft kollektiv übertölpeln, sodass Xavi nur noch wenig Mühe hatte, Torhüter Michael Zetterer zu überwinden (23.). Dem Leipziger 2:1, ebenfalls erzielt vom Niederländer, gingen später ein vermeidbarer Ballverlust im Zentrum und mangelndes Zweikampfverhalten voraus (35.), genau wie kurz nach der Pause auch dem 3:1 durch Benjamin Sesko (47.). „Das darf uns nicht passieren“, monierte Werner, „solche Dinge werden von einem Gegner wie Leipzig sofort bestraft“. Summieren sie sich, ist am Ende eben nichts mehr zu holen. Was Ole Werner während der Pressekonferenz im Nachgang zu einer Art rhetorischem Spagat zwang. Zu kritisieren hatte er definitiv genug, doch gänzlich unzufrieden war der 36-Jährige mit dem Auftritt seiner Mannschaft auch nicht.

„Mit der Art und Weise, wie wir uns hier präsentiert haben, bin ich grundsätzlich einverstanden“, hielt Werner fest und führte aus: „Wir haben im Positionsspiel viele Dinge sehr vernünftig gemacht und hatten unsere Momente. Mit dem Gesicht, das wir gezeigt haben, bin ich zufrieden.“ In Sachen Fehlerminimierung – da war das Wort wieder – müsse seine Mannschaft aber noch zulegen, um gegen eine Topmannschaft wie RB Leipzig bestehen zu können. Die gute Nachricht: Im Verlauf der bisherigen Saison haben die Bremer schon bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind, wie etwa das 2:2 gegen Meister Leverkusen und das 2:2 gegen Champions-League-Teilnehmer Stuttgart gezeigt haben. Leistungen, die am Ende zwar jeweils „nur“ einen Punkt Wert waren, die den Traum von Europa im Umfeld des Osterdeichs aber mit haben entstehen und wachsen lassen. Geplatzt ist er nach dem 2:4 von Leipzig natürlich nicht, die Ausgangslage des SV Werder Bremen ist nach nunmehr 16 Spieltagen mit weiterhin 25 Punkten und Tabellenplatz neun immer noch blendend. Zumal sich Ole Werner und seinem Team bereits am Mittwochabend die Gelegenheit bietet, in die Erfolgsspur zurückzukehren.

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Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz nach Niederlage bei RB Leipzig: „Wir setzen uns keinen Rucksack auf“

„Wir schauen nach vorne und richten den Blick jetzt auf Heidenheim. Das ist das Schöne an so einer Englischen Woche, dass schnell das nächste Spiel kommt, in dem man es wieder besser machen kann“, sagte Sportchef Fritz und meinte damit: die Fehler abstellen kann. „Ansonsten haben wir gegen Leipzig ja kein schlechtes Spiel gemacht.“ Deswegen geht der Ex-Profi des SV Werder Bremen auch nicht davon aus, dass die Niederlage oder dass die vier Gegentore gegen RB Leipzig in irgendeiner Form Spuren hinterlassen werden: „Wir setzen uns da jetzt keinen Rucksack auf. Sicherlich haben wir nichts, auf dem wir uns ausruhen können, aber wir sind so gefestigt in der Kabine und innerhalb der Mannschaft, dass wir uns davon nicht unterkriegen lassen und auch am Mittwochabend wieder selbstbewusst auftreten werden.“ Damit das Wort Fehler im Nachgang des Heidenheim-Spiels (Mittwoch, 20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) während der Bremer Analysen möglichst nicht über die Maßen benutzt werden muss. (dco)

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