Gegrätscht, geköpft, gekämpft
Werder-Verteidiger Pieper gelingt auffälliges Comeback – und muss demnächst Zukunftsfrage lösen
Gegrätscht, geköpft, gekämpft: Amos Pieper zeigte beim Comeback und Saison-Debüt für Werder Bremen eine gute Leistung gegen den 1. FC Heidenheim. Aber wie geht‘s für ihn weiter?
Bremen – Gänzlich unbeschadet war Amos Pieper nicht aus der Partie gegen den 1. FC Heidenheim gekommen. „Er hat erst einen Schlag aufs Sprunggelenk abgekriegt, später gab es dann noch einen Pressschlag“, zählte Horst Steffen auf. Umso beeindruckter war der Trainer des SV Werder Bremen davon, dass der Innenverteidiger bis zum Schluss durchgehalten hat: „Ich gehe davon aus, dass es nichts Schlimmes ist, so wie er sich bewegt hat. Aber ich bin ganz dankbar, dass es in der Pause erlaubte Betäubungsmöglichkeiten gibt für eine zweite Halbzeit.“ Pieper selbst agierte alles andere als betäubt, er war von Beginn an auf Betriebstemperatur – auch weil er es aufgrund der Nachlässigkeiten seiner Vorderleute sein musste. Der 27-Jährige bewies bei seinem Startelf-Comeback, dass auch weiterhin mit ihm zu rechnen ist.
Amos Pieper bekommt Lob nach Saison-Debüt für Werder Bremen: „Ohne Anlaufprobleme viel wegverteidigt“
Die vergangenen Monate waren alles andere als einfach für den Mann aus Lüdinghausen. Der Kampf um einen Startelfplatz in Werder Bremens Defensive endete für ihn bereits während der Sommervorbereitung, weil die Hüfte Probleme bereitete. Sogar eine Operation war nötig, um die Beschwerden zu beheben. Als Amos Pieper dann zurückkam, war die Saison bereits drei Spieltage alt und in Karim Coulibaly hatte sich ein Jungprofi derart in den Vordergrund gespielt, dass zunächst für Pieper nur Platz auf der Bank war. Bis jetzt. Die Bremer Personalsorgen, die einen Umbau in der Hintermannschaft notwendig machten, boten die Chance zur Rückkehr – und er nutzte sie bei seinem ersten Einsatz in dieser Spielzeit.
„Amos hat es wirklich gut gemacht“, lobte Horst Steffen. „Er hat sein erstes Spiel gemacht und ohne Anlaufprobleme viel wegverteidigt und weggeköpft.“ Nach etwas mehr als einer Stunde hatte er etwa mit einer beherzten Grätsche eine gegnerische Topchance unterbunden, in der Luft entschied er vier seiner fünf Kopfballduelle für sich. Insgesamt brachte es der 1,92 Meter große Abwehrspieler auf eine Zweikampfquote von 83 Prozent.
Amos Pieper-Signal für die Zukunft: Vertrag bei Werder Bremen läuft aus - Tendenz im Winter klar?
Womöglich darf sich Pieper schon am kommenden Freitag abermals beweisen, wenn der 1. FC Union Berlin ab 20.30 Uhr (live im TV) im Weserstadion gastiert. Sollte Isaac Schmidt nicht rechtzeitig fit werden, müsste Kapitän Marco Friedl vermutlich wie gegen den 1. FC Heidenheim den Linksverteidiger geben – wodurch sich für Pieper erneut eine Lücke in der Mitte der Viererkette auftun würde. Und somit die nächste Gelegenheit bestünde, auch ein kleines Signal für die Zukunft zu senden. Der Vertrag des Rechtsfußes bei Werder Bremen läuft am Saisonende aus, noch ist unklar, ob die Verantwortlichen auf eine Verlängerung aus sind. Und ob Amos Pieper überhaupt bleiben möchte. Wie gut es ihm an der Weser grundsätzlich gefällt, hat er nie verheimlicht – aber natürlich geht es auch um eine passende sportliche Perspektive. Für beide Seiten. Beim regelmäßigen Austausch zwischen Werders Entscheidern und Piepers Agentur dürfte in den nächsten Wochen also auch dieses Thema besprochen werden. Womöglich, so ist zu hören, ist schon im Winter eine Tendenz erkennbar, in welche Richtung es gehen könnte. (mbü)
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