Offene Worte

„Vielleicht Zeit für einen Reset“: So denkt Werder-Leihstürmer Milosevic über seine Zukunft – Rückenverletzung schlimmer als bisher bekannt

Jovan Milosevic spricht offen über seine Leihe zu Werder Bremen, seine ungeklärte Zukunft und die Rückenverletzung, die schlimmer war als bisher bekannt.

Die Saison ist für Jovan Milosevic noch nicht beendet. Während sich viele Profis des SV Werder Bremen bereits im Sommerurlaub befinden, weilt der serbische Stürmer aktuell bei der Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Dort stehen für den 20-Jährigen zwei Testspiele gegen Kap Verde (31. Mai) und Mexiko (5. Juni) an. Anschließend dürfte sich der Fokus endgültig auf die Frage richten, wie es für Milosevic nach seiner Leihe an den Osterdeich weitergeht. Offiziell verabschiedet wurde der Angreifer von Werder bislang nämlich nicht. Der Grund: Gespräche mit Stammverein VfB Stuttgart, bei dem Milosevic noch einen Vertrag bis 2029 besitzt, stehen weiterhin aus. Bei den Schwaben hat der Angreifer nach DeichStube-Informationen keine wirkliche Perspektive mehr, entsprechend gilt eine erneute Leihe oder sogar ein fester Wechsel als wahrscheinlich. Für Werder ist eine Weiterverpflichtung grundsätzlich vorstellbar, aber aufgrund verschiedener Optionen, die geprüft werden, offen. Milosevic selbst hält sich bei seiner Zukunftsplanung noch bedeckt.

Jovan Milosevic, von Werder Bremen ausgeliehener Stürmer, denkt über seine offene Zukunft nach.

Jovan Milosevic blickt positiv auf Werder Bremen zurück, aber will keine Leihen mehr: „Was zu viel ist, ist zu viel“

„Ich kann verraten, dass ich alles ruhig und überlegt angehen werde. Ich werde mir Zeit nehmen und nichts überstürzen“, sagt der Angreifer in einem Interview mit dem serbischen Medium „Mozzart Sport“. „Vielleicht ist es Zeit für einen Reset, für einen Neuanfang. Vielleicht ein anderes Land, eine andere Liga – alles ist möglich.“ Gleichzeitig macht der Serbe aber auch deutlich, dass er nach mittlerweile drei Leihen genug von kurzfristigen Lösungen hat: „Was zu viel ist, ist zu viel. Darüber wurden auch die Verantwortlichen in Stuttgart informiert.“ Allerdings blickt Jovan Milosevic insgesamt durchaus positiv auf seine Monate bei Werder Bremen zurück. „Grundsätzlich bin ich angesichts der Einsatzminuten, der Tabellenposition der Mannschaft und der Umstände, unter denen ich dort angekommen bin, ziemlich zufrieden“, erklärt der Angreifer. Wirklich einfach seien die Monate an der Weser allerdings nicht gewesen. Milosevic stieß mitten in Werders sportlicher Krise im Winter zur Mannschaft. „Es sah so aus, als wäre alles untergegangen“, schildert er rückblickend die Stimmung damals in Bremen. „Die Leute waren halb depressiv. Sie hatten zehn oder 13 Spiele in Folge nicht gewonnen.“

Jovan Milosevic war schwerer verletzt als bisher bekannt - Werder Bremen-Abschied in „merkwürdiger Stimmung“

Erschwerend kam für ihn eine hartnäckige Verletzung hinzu, über deren genaue Diagnose Jovan Milosevic nun erstmals öffentlich spricht. „Ich springe hoch, ein Spieler stellt sich unter mich, ich falle und ziehe mir einen Bruch zehn Zentimeter zwischen Rippen und Becken zu“, berichtet der Stürmer über seine Rückenblessur, die ihn insgesamt über einen Monat zum Zuschauen zwang. Besonders bitter: Die Verletzung ereilte ihn ausgerechnet in einer Phase, in der er gerade begann, sich beim SV Werder Bremen zurechtzufinden. Zuvor hatte er drei Treffer in acht Spielen erzielt. Die Verletzung war ebenfalls ausschlaggebend dafür, dass Milosevic zum Saisonende nur noch dosiert zum Einsatz kam. In den finalen beiden Partien erhielt Salim Musah den Vorzug, während Milosevic jeweils 90 Minuten auf der Bank verbrachte. Auch deshalb sagt der Angreifer über seinen Abschied vom Osterdeich: „Wir haben uns in einer etwas merkwürdigen Stimmung getrennt. Am Ende gab es kleinere Probleme, aber darüber möchte ich nicht allzu viel sprechen.“ Viel lieber möchte sich Milosevic nun Zeit für seine Zukunftsentscheidung nehmen – eine Entscheidung, die laut eigener Aussage nicht kurzfristig fallen wird. „Ich glaube nicht, dass ihr in den nächsten ein, zwei, drei oder fünf Wochen etwas Neues erfahren werdet.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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