Aufwärmen als „große Freude“
„Wie ein Neuzugang“: Werder-Profi Weiser kehrt nach einjähriger Pause in den Kreis der Mannschaft zurück
Werder Bremen freut sich auf das Trainings-Comeback von Mitchell Weiser im Zillertal nach einem Jahr - und sieht ihn wie einen Neuzugang.
Auf dem Platz war er noch nicht wieder zu sehen – aber direkt nebendran. Und allein das weckt die Hoffnung, dass Mitchell Weiser schon bald wieder ein Faktor im Spiel des SV Werder Bremen sein wird. Wenn alles optimal läuft. Vor mehr als einem Jahr hat sich der Flügelspieler das Kreuzband gerissen und obendrein am Meniskus verletzt, zuletzt trainierte der 32-Jährige lediglich individuell. Doch das soll sich nächste Woche ändern.
Mitchell Weiser nach langer Verletzung vor Trainings-Comeback bei Werder Bremen: „Wie ein Neuzugang“
Mit der umgedrehten Basecap auf dem Kopf war Mitchell Weiser am Rande des ersten Testspiels gegen den Oberligisten FC Verden 04 (6:2) gar nicht so einfach zu erkennen, die inzwischen deutlich längeren Haare taten ihr Übriges. Aber klar, etliche Fans hatten dann doch ganz genau hingeschaut und sicherten sich schnell ein Autogramm von dem Mann, der erst kürzlich seinen Vertrag bei Werder Bremen bis 2027 verlängert hat. „Mir war wichtig, dass wir uns hier gemeinsam präsentieren. Deshalb sollten möglichst alle mitfahren“, sagt Chefcoach Daniel Thioune, der den 32-Jährigen zügig aus seiner Zuschauerrolle entlassen will. „Mitchell wird nächste Woche erstmals wieder auf dem Platz stehen. Ich habe immer gesagt: Für mich ist er dann wie ein Neuzugang. Natürlich wissen wir, was er kann, aber wir müssen ihn behutsam aufbauen.“
Werder Bremen fährt genauen Comeback-Plan für Mitchell Weiser: Belastungssteuerung als wichtiger Faktor
Während des einwöchigen Aufenthalts des SV Werder Bremen im Zillertal (20. bis 26. Juli) gibt es deshalb einen genauen Plan für den gebürtigen Troisdorfer. „Im Trainingslager wird er teilintegriert. Ich glaube, allein das gemeinsame Aufwärmen mit der Mannschaft wird ihm große Freude bereiten“, sagt Thioune. „Dann müssen wir von Tag zu Tag schauen, wie er reagiert. Er wird noch nicht alle Einheiten absolvieren, zunächst nur technische Inhalte ohne Gegnerdruck, weil Zweikämpfe aktuell noch nicht vorgesehen sind.“ Aber: Mitchell Weisers monatelange Geduldsprobe nähert sich tatsächlich dem Ende.
„Wenn du ein Jahr verletzt warst, kommt es auf ein oder zwei Wochen mehr auch nicht mehr an“, meint Werder Bremens Fußball-Chef Clemens Fritz. „Wichtig ist für uns, die Belastung sukzessive zu steigern und ihn Schritt für Schritt ins Mannschaftstraining zu integrieren. Es kann auch sein, dass wir ihn zwischendurch noch einmal zwei Tage herausnehmen. Nach einer so langen Verletzung sind wir da sehr sensibilisiert.“ Und Mitchell Weiser sowieso. „Nach einer langen Verletzung kann es hier und da mal zwicken – gerade in der Vorbereitung, wenn intensiv gearbeitet wird. Deshalb ist es wichtig, die Belastung richtig zu steuern“, so Fritz, der anfügt: „Mitch ist aber erfahren genug. Er kennt seinen Körper sehr gut und wird auch den Arm heben, wenn es für den Tag reicht. Genau so muss es sein.“ (mbü)
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