Was den Werder-Profi ausbremst
Zwischen Reisestrapazen und Eingewöhnungsphase: Eigentlich müsste Rafael Borré Stammspieler bei Werder sein - ist er aber (noch) nicht
Der SV Werder Bremen verpflichtete Rafael Borré als Reaktion auf den Abgang von Top-Stürmer Niclas Füllkrug. Eigentlich müsste der Angreifer Stammspieler an der Weser sein - warum er es aber noch nicht ist.
Bremen – Acht Spieltage sind in der Fußball-Bundesliga gespielt, und noch immer hat sich beim SV Werder Bremen kein klarer Doppel-Sturm herauskristallisiert. Nach dem Abgang von Niclas Füllkrug wechseln sich die Sturmpartner von Marvin Ducksch munter ab – mit überschaubarem Erfolg. Eigentlich schien der ausgeliehene Rafael Borré der klare Favorit auf diese Position, doch dessen Einsatzzeiten schwanken noch erheblich. Zuletzt kam er gegen Borussia Dortmund (0:1) sogar erst drei Minütchen vor Ende der regulären Spielzeit in die Partie.
Werder Bremens Clemens Fritz über Rafael Borré: „Fitnessprobleme hat er jedenfalls nicht“
„Rafael ist ganz kurzfristig zu uns gewechselt, war in dieser Zeit auch schon wieder zwei Mal bei der Nationalmannschaft und konnte nicht mit der Mannschaft trainieren“, führt Clemens Fritz, Leiter Profifußball des SV Werder Bremen, im Gespräch mit der DeichStube als Gründe für Rafael Borrés Findungsphase an. „Das muss alles berücksichtigt werden, auch taktisch muss es immer passen. Fitnessprobleme hat er jedenfalls nicht.“
Nach der vergangenen Länderspielpause war der Stürmer aber zumindest etwas geschafft. Zwar hatten die Grün-Weißen ihren Stürmer, der mit der kolumbianischen Nationalmannschaft in Südamerika unterwegs war, vom Flughafen in Amsterdam abgeholt und direkt nach Dortmund gefahren, dennoch hatte er kaum Zeit zur Regeneration vor dem Spiel am Freitag – anders als etwa die deutschen Nationalspieler der Dortmunder, die der BVB nach den Länderspielen in den USA vorzeitig mit einem Privatjet zurückfliegen ließ. Drei von ihnen standen gegen Werder Bremen dann auch direkt wieder in der Startelf, während Rafael Borré auf der Bank saß.
Werder Bremens Clemens Fritz: „Ich gehe davon aus, dass Rafael Borré gegen Union Berlin deutlich mehr Spielzeit erhält“
„Die BVB-Profis waren Mittwochmittag zu Hause, Rafael ist erst Donnerstagnachmittag direkt in Dortmund angekommen. Er hatte eine anstrengende Reise hinter sich“, sagt Clemens Fritz und betont: „Ich gehe aber davon aus, dass er am kommenden Wochenende wieder deutlich mehr Spielzeit erhält.“ Gegen den 1. FC Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wird bei Werder Bremen ein topfitter Rafael Borré auch dringend gebraucht. Sowohl Justin Njinmah als auch Dawid Kownacki wollte bei ihren Startelf-Chancen zuletzt wenig gelingen.
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Rafael Borré ging zwar auch beim 2:4 gegen Darmstadt unter – worauf er von Trainer Ole Werner zur Pause ausgewechselt und im nächsten Spiel gegen Hoffenheim prompt auf die Bank gesetzt wurde –, überzeugte aber immerhin beim 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln als Torschütze und deutete auch nach seiner Einwechslung gegen Hoffenheim sein Können an. Von der Qualität des Kolumbianers sind sie bei Werder Bremen jedenfalls grundsätzlich überzeugt. Die Dienste des 28-Jährigen, der einen Marktwert von neun Millionen Euro hat, können sich die Bremer normalerweise gar nicht leisten, erst am letzten Tag des Transferfensters war die Tür für eine Ausleihe von Eintracht Frankfurt aufgegangen. (han/mbü)