Wechselt Borré nach Brasilien?

Rafael Borré noch nicht da - und Werder schließt Wechsel nicht mehr aus

Werder Bremens Rafael Borré liebäugelt aktuell mit einem Wechsel nach Brasilien.
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Werder Bremens Rafael Borré liebäugelt aktuell mit einem Wechsel nach Brasilien.

Rafael Borré ist wegen anhaltender Wechselgerüchte in aller Munde. Jetzt hat sich Werder Bremens Clemens Fritz zu einem möglichen Transfer geäußert und eine kleine Hintertür für einen Abgang offen gelassen.

Bremen – Ein Auto nach dem anderen bog am Dienstagmorgen auf den Parkplatz des Wohninvest Weserstadions ab, die aussteigenden Profis des SV Werder Bremen eilten anschließend durch den Regen flugs in Richtung Kabine. Doch ein Mann fehlte beim Trainingsauftakt des Bundesligisten. Einer, auf den in diesen Tagen ganz genau geblickt wird: Rafael Borré. Schließlich liebäugelt der Kolumbianer offenbar mit einem Wechsel nach Brasilien, die Berater des Angreifers forcieren einen Transfer zum Erstligisten SC International Porto Alegre. Und ausgeschlossen ist das inzwischen nicht mehr, da selbst der SV Werder die Tür für einen Wechsel etwas geöffnet hat.

Dass Rafael Borré nun am Osterdeich fehlte, spielt dabei aber keine Rolle. Clemens Fritz, Werder Bremens Leiter Profifußball, war am Dienstagmorgen während einer Medienrunde sehr bemüht, etwas Druck vom Kessel zu nehmen. „Aufgrund der Zeitverschiebung Richtung Südamerika hat Ole Werner ihm einen Tag mehr frei gegeben, sonst hätte er nämlich schon am 31. Dezember in Kolumbien losfliegen müssen, um rechtzeitig hier zu sein“, klärte Fritz auf und kündigte Borrés Ankunft für Mittwoch an. „Das ist komplett unabhängig von sämtlichen Gerüchten und Spekulationen, die es um ihn gibt.“ Verstummen werden sie trotzdem nicht.

Clemens Fritz bestätigt: Werder Bremen und Eintracht Frankfurt liegt Angebot für Rafael Borré aus Brasilien vor

Die Situation ist verzwickt. Erst wenige Monate trägt Rafael Borré das Trikot der Bremer, kam auf den allerletzten Drücker des Sommer-Transferfensters als Ersatz für den nach Dortmund abgewanderten Niclas Füllkrug. Der Angreifer benötigte eine kurze Eingewöhnungszeit, sicherte sich aber zuletzt einen Stammplatz neben Marvin Ducksch in Werder Bremens Offensive. Erst kürzlich ließ sich der 28-Jährige auf der Internetseite des Vereins mit den Worten zitieren: „Natürlich sind vier Treffer nicht schlecht, ich möchte dem Verein aber noch mehr geben und so viele Tore wie möglich schießen.“ Aussagen, die recht schlecht gealtert sind. Auch wenn Clemens Fritz betonte: „Rafa hat mir signalisiert, dass er sich in Bremen sehr wohlfühlt.“ Und der 43-Jährige ergänzte: „Die Berateragentur hat uns und Eintracht Frankfurt informiert, dass es ein Angebot von einem brasilianischen Verein gibt. Wir haben aber ganz klar gesagt, dass wir kein Interesse haben, ihn abzugeben.“

Werder Bremens Clemens Fritz über Rafael Borré-Transfer: „Keinen endgültigen Riegel vorgeschoben“

Werders Wort hat in der gesamten Thematik durchaus Gewicht. Zwar ist Rafael Borré lediglich von Eintracht Frankfurt ausgeliehen, ein Alleingang der Hessen bei einer passenden Offerte aber nicht möglich. Auch Werder Bremen müsste grünes Licht geben – und hat das schlichtweg nicht vor. Auch wenn eine Ablöse für die Eintracht in Höhe von 5,5 Millionen Euro und eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 1,5 Millionen Euro für Werder im Raum stehen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass Rafa da jetzt den großen Druck aufbauen will. Von unserer Seite ist da alles okay“, sagte Fritz. „Wir wollen, dass er hierbleibt und ich habe auch nichts anderes aus Frankfurt gehört.“
 
Eine Komplettabsage an einen Wechsel ist das freilich noch nicht. Zu lang hat das Transferfenster noch geöffnet – nämlich bis zum 1. Februar –, zu forsch ist das Vorgehen der Berateragentur. Da kann also noch einiges passieren. Das weiß auch Fritz: „Wir haben da keinen endgültigen Riegel vorgeschoben. Es kann natürlich eine Situation eintreten, in der es für Eintracht Frankfurt sowie auch für uns lukrativ wird und wir nachdenken müssten, aber an diesem Punkt sind wir noch nicht.“

Falls Rafael Borré wechselt - Werder Bremen hat Transfermarkt im Blick, fahndet aber noch nicht aktiv nach einem Nachfolger

Deshalb planen sie bei Werder Bremen erst einmal weiterhin ganz normal mit Rafael Borré für den Rest der Saison. „Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler, der sich hier super eingebracht und eingelebt hat. Wir wissen, was wir an ihm haben und schätzen ihn sehr – sowohl als Typ als auch als Spieler. Deshalb haben wir jetzt überhaupt keinen Grund, nervös zu werden“, meinte Clemens Fritz und verriet, dass auch noch nicht aktiv nach einem möglichen Borré-Ersatz gefahndet werde. „Es hat für uns aktuell keine Priorität, auf der Stürmerposition zu suchen.“ Dennoch seien die Bremer für den Notfall gewappnet. „Es wäre natürlich trotzdem sehr fahrlässig, wenn wir nicht auch diese Position im Blick hätten.“
 
Obendrein ist Clemens Fritz davon überzeugt, dass durch die aktuellen Nebengeräusche nicht die Atmosphäre im Team leidet. „Es ist völlig normal, dass wenn du als Spieler ein außergewöhnliches Angebot bekommst, du dich auch damit beschäftigst. Das hat aber keinerlei Auswirkungen auf unsere Mannschaft“, hob der Werder-Verantwortliche hervor. „Das ist überhaupt kein Thema, denn im Profifußball ist es relativ normal, dass sowas passiert – ganz egal, ob in der Sommer- oder Winterpause.“ (mbü)

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