DeichStube-EM-Tagebuch
Alles besser als in Augsburg - trotz Apfel-Skandal: Sieben Tage, drei Spiele, ein Reporter: Das DeichStube-EM-Tagebuch – Teil 4
Bremen - Die Europameisterschaft läuft, eine Woche lang ist auch Werder-Bremen-Reporter Malte Bürger für die DeichStube mittendrin im Geschehen. In seinem EM-Tagebuch gewährt er spannende Einblicke hinter die Kulissen, schildert seine Erlebnisse aus den Stadien und drumherum. Heute: Teil 4.
Ich dachte kurz, mich trifft der Schlag. Sogar gleich mehrmals hintereinander. Dabei fing alles ganz harmlos an. Die Uefa hat für uns Journalisten wirklich schöne Arbeitsorte im Stadionumfeld geschaffen, in den sogenannten Media Hubs sitzt man zwar in einem riesigen Zelt, doch dank Grünpflanzen, gemütlicher Sessel, Spielkonsolen und vor allem reichlich Tischen mit Stromversorgung sollte eigentlich niemand zu kurz kommen. Auch das Internet funktioniert bislang reibungslos. Doch da ist die Sache mit dem Hunger.
Werder Bremen-Reporter Malte Bürger für die DeichStube bei der EM: Wo gibt‘s was zu essen?
Wer wie ich beruflich das gesamte Jahr über durch die Bundesliga-Stadien reist, genießt zweifelsfrei einige Annehmlichkeiten. Eine davon ist, dass es stets kostenlos und unproblematisch etwas zu essen in den Medienbereichen gibt. Gerade nach stundenlangen Auswärtsfahrten ist das sehr hilfreich. Wobei, auch da gibt es ligaweit Unterschiede, längst existieren inoffizielle Rankings unter den Kollegen. Bayer 04 Leverkusen sahnt regelmäßig Spitzennoten ab, beim FC Augsburg sollte man vielleicht doch lieber selbst Knabbereien in der Tasche haben.
Zum Nachlesen: Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 3: Klingelnde Ohren zwischen Badekappen und Eierschalen!
DeichStube-EM-Tagebuch: Ein Apfel kostet Journalisten bei der Europameisterschaft 2,50 Euro
Aus Macht der Gewohnheit habe ich auch bei der Europameisterschaft mit einem Gratis-Snack gerechnet, wurde aber eines Besseren belehrt. Stattdessen gibt es ein kleines Café im Media Hub, in dem es das Nötigste zu kaufen gibt. Das kam überraschend, war aber zu verschmerzen. Die Preise sind allerdings mitunter eine Frechheit – oder würden Sie für einen einzigen schnöden Apfel 2,50 Euro zahlen? Ich auch nicht. Also pfeife ich auf die Gesundheit, lege noch 1,50 Euro mehr auf den Tisch und erstehe eine Käsebrezel. Offenkundig habe ich den einzigen Schnapper im Schatten der überteuerten Paninis, Schokoriegel und Nudelgerichte entdeckt. Das Ding ist nicht nur recht groß, sondern vermutlich mit einer kompletten Packung Gouda überbacken worden. Die Freude über meinen Coup währt jedoch nur kurz, schnell meldet sich meine Magengegend. Vielleicht hätte ich doch besser in den sauren Apfel gebissen… (mbü)