DeichStube-EM-Tagebuch

Die Helden in Grün wären was für die Handwerker-Höllen: Sieben Tage, drei Spiele, ein Reporter – Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 5

Die zahlreichen Volunteers unterstützen die anreisenden Fans bei der EM in Deutschland.
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Die zahlreichen Volunteers unterstützen die anreisenden Fans bei der EM in Deutschland.

Bremen - Die Europameisterschaft läuft, eine Woche lang ist auch Werder-Bremen-Reporter Malte Bürger für die DeichStube mittendrin im Geschehen. In seinem EM-Tagebuch gewährt er spannende Einblicke hinter die Kulissen, schildert seine Erlebnisse aus den Stadien und drumherum. Heute: Teil 5.

Es ist an der Zeit für ein Geständnis: Ich hasse Baumärkte. Aber so richtig. Mir ist es ein absolutes Rätsel, wie Menschen voller Begeisterung ihre wertvolle Freizeit stundenlang in diesen klotzigen Heimwerker-Höllen verbringen können – ständig auf der Suche nach winzigen Helferlein oder überflüssigem Mumpitz, den sie mal mehr, mal weniger fachmännisch irgendwo im Haus oder Garten installieren. Mag an meinen beiden linken Händen liegen, die im Grunde nicht einmal diese Bezeichnung verdienen. Meine Abneigung ist obendrein wohl derart deutlich in meinem Mienenspiel zu sehen, wenn sich die Eingangstür eines Bastel-Paradieses nähert, dass meine Frau einst liebevoll die Bezeichnung „Baumarkt-Gesicht“ kreiert hat.

Werder Bremen-Reporter Malte Bürger für die DeichStube bei der EM: Volunteers lösen Probleme in Sekundenschnelle

Was das alles mit der Fußball-EM zu tun hat? In eben jenen Fachgeschäften gibt es ja diese Mitarbeiter, die spurlos im nächsten Gang verschwinden, wenn man tatsächlich mal etwas Hilfe benötigen könnte. Ganze Scharen an Kabarettisten und Comedians haben sich an diesen Auflösungserscheinungen schon abgearbeitet, beim Blick vor und in die EM-Stadien würde ihnen jetzt der Spott im Halse stecken bleiben. Denn dort tummeln sich die Volunteers in ihren knallig grünen Shirts und Jacken. Sie sind das genaue Gegenteil der Baumarkt-Besatzung. Wann immer sich das kleinste Fragezeichen über den Köpfen der nationalen und internationalen Besucherschaft bildet, taucht quasi aus dem Nichts ein freiwilliger Helfer auf und hat die passende Antwort parat. Problem gelöst. In Sekundenschnelle.

Zum Nachlesen: Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 4: Alles besser als in Augsburg - trotz Apfel-Skandal!

Werder Bremen-Reporter im DeichStube-EM-Tagebuch: Volunteers als Gesicht für ein freundliches Deutschland

Und besonders auffällig: Sie lachen. Alle. Die Freundlichkeit steckt an. Wo Fans kurz zuvor noch verzweifelt gen Himmel geblickt haben, wandern die Mundwinkel zügig wieder nach oben. Kurzum: Der Einsatz dieser vielen Unterstützer lässt sich kaum in Worte kleiden. Auf ihre ganz eigene Art und Weise werden die Volunteers zum Gesicht der Europameisterschaft. Eines, das der Veranstaltung äußerst gut steht und in Erinnerung bleibt. Eines, das den Eindruck in die Welt hinausschickt, das Deutschland ein höfliches und freundliches Land ohne Ressentiments ist. Oder zumindest sein kann. Und das ist weitaus mehr, als der Fußball in diesen vier Wochen hinbekommen kann. (mbü)

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