Kein Gedanke an WM

„Riesenunterschied zu Bremen“: Werder-Profi Romano Schmid schildert Druck im Abstiegskampf

Romano Schmid steckt mit Werder Bremen einerseits tief im Abstiegskampf, hat andererseits aber die WM mit Österreich vor Augen. Wie er darüber denkt.

Bremen – Beim deutlichen 5:1-Sieg der österreichischen Nationalmannschaft am vergangenen Freitag gegen Ghana stand Romano Schmid nur in der ersten Hälfte auf dem Rasen. Der Vielspieler des SV Werder Bremen bekam nach der Halbzeit eine kleine Pause von Nationaltrainer Ralf Rangnick. Schmid dürfte es dem deutschen Coach gedankt haben, schließlich liegen anstrengende Monate hinter dem Bremer Spielmacher. Mit Werder rutschte Schmid in die Krise und in den Abstiegskampf, als Führungsspieler stand auch er regelmäßig in der Kritik. Trotz zuletzt drei Siegen aus vier Spielen und einer etwas verbesserten Ausgangslage in der Bundesliga tut die Auszeit bei der Nationalmannschaft mit zwei Testspielen dem Kopf daher ganz gut, wie Schmid gegenüber der „Kronen Zeitung“ betonte.

Bei der österreichischen Nationalmannschaft kann Romano Schmid ein bisschen Abstand vom harten Abstiegskampf mit Werder Bremen gewinnen.

Nationalmannschaft als Auszeit vom Abstiegskampf: Romano Schmid über Situation bei Werder Bremen

„Hier kann man komplett abschalten, aber auch nur, weil wir hier in den letzten Jahren so gut gearbeitet haben und auch Testspiele haben, die man natürlich gewinnen will, aber nicht unbedingt gewinnen muss“, so Romano Schmid, der deutlich macht: „Das ist ein Riesenunterschied zu Bremen, wo man eigentlich gewinnen muss.“ Für Werder geht es schließlich noch um jeden einzelnen Punkt. Trotz sieben Zählern Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz und vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang sind die Grün-Weißen noch lange nicht gerettet. Speziell mit Blick auf das anspruchsvolle Restprogramm gilt daher für alle beim SV Werder Bremen, dass die Konzentration nach der Länderspielpause bis zum Saisonende dauerhaft hoch bleiben muss.

Dass die vergangenen Monate und die allgemeine Situation dabei nicht spurlos an den Spielern vorbeigegangen sind, macht Romano Schmid deutlich. „Natürlich macht das etwas mit einem“, gestand der offensive Mittelfeldspieler. Der gebürtige Grazer ist mittlerweile seit fast sechs Jahren an der Weser. Umso mehr nimmt er sich die sportliche Talfahrt zu Herzen. „Man merkt, dass Werder in Bremen für viele das Leben ist. Das spürt man, wenn man nach Niederlagen hängende Köpfe von Fans sieht oder wenn man auch sieht, wie viel Freude man Fans geben kann.“

Wegen Abstiegskampf beim SV Werder Bremen: Romano Schmid denkt bisher nicht viel an die WM

Grund genug für Schmid, der bei Werder Bremen noch bis zum Sommer 2027 Vertrag hat und in der Vergangenheit regelmäßig mit Wechseln in Verbindung gebracht wurde, zum jetzigen Zeitpunkt kaum andere Gedanken als die rund um den Klassenerhalt zuzulassen. Und das, obwohl im Sommer das große Highlight mit der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ansteht, für die sich die Österreicher zum ersten Mal seit 1998 wieder qualifiziert haben. „Ich denke nicht viel an die WM“, sagt Romano Schmid und betont: „Ich habe ganz andere Baustellen in meinem Alltag.“ Ganz nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Yigit Oerme

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