Ex-Bremer Dutt im DeichStube-Podcast

„Werder müsste eigentlich fünf Pavlovics haben“: Ex-Coach Robit Dutt blickt gerne auf seine Bremer Zeit zurück

Robin Dutt freut sich auf das Duell seiner Ex-Clubs Werder Bremen und SC Freiburg am Wochenende.
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Robin Dutt freut sich auf das Duell seiner Ex-Clubs Werder Bremen und SC Freiburg am Wochenende.

Vor dem Bundesliga-Spiel des SV Werder Bremen gegen den SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) spricht der Bremer Ex-Coach Robin Dutt im DeichStube-Podcast „eindeDEICHt“ über das Duell seiner Ex-Clubs, seine Zeit an der Weser und den aktuellen Bremer Kader.

Bremen – Es war sicherlich nicht seine erfolgreichste Station als Trainer, aber Robin Dutt schaut sehr gerne auf seine Zeit beim SV Werder Bremen zurück. „Ich habe mich in Bremen sehr wohlgefühlt, habe immer noch Kontakte dorthin und treffe mich einmal im Jahr mit Bremern“, erzählt der 59-Jährige als Gast im Podcast „eingeDEICHt“ der DeichStube. Natürlich geht es in dem Gespräch auch um das Aufeinandertreffen seiner beiden Ex-Clubs Werder und SC Freiburg am kommenden Samstag (15.30 Uhr, DeichStube-Liveticker).

Dabei rechnet Dutt mit zwei eher defensiv eingestellten Teams. Werder wolle sicher unbedingt eine Wiederholung der schlimmen Anfangsminuten von Hoffenheim mit drei Gegentoren in zwölf Minuten vermeiden und der SC Freiburg nicht wieder einen Gegner zum Kontern einladen wie bei der überraschenden Heimniederlage gegen Aufsteiger St. Pauli. „Man täuscht sich gerne mal im SC Freiburg. Das ist ein unglaublich ehrgeiziger Club. So eine 0:3-Niederlage schmerzt intern richtig. Werder wird die ganze Reaktion von Freiburg zu spüren bekommen. Das hat viel mit Mentalität, aber auch mit spielerischer Klasse zu tun“, warnt Dutt. Und was hält er aktuell von Werder Bremen?

Robin Dutt über den aktuellen Kader des SV Werder Bremen: „Ich finde die Mannschaft nicht schlecht, aber...“

„Ich finde die Mannschaft nicht so schlecht. Ab er es ist halt wie immer, seit Thomas Schaaf weg ist: Werder kann maximal um einen Mittelfeldplatz mitspielen. Das hat viel mit der finanziellen Situation zu tun. Man hinkt in der Geldtabelle schon über zehn Jahre hinterher. Ich weiß, das hört man in Bremen nicht gerne, weil die Tradition immer noch nachhängt.“ Er habe das schon in seiner Zeit bei Werder Bremen (Juli 2013 bis Oktober 2014) angesprochen. „Und wenn ich dann den SC Freiburg erwähnt habe, dann hieß es immer: Bremen ist aber größer als Freiburg. Das stimmt, was die Tradition betrifft, aber wenn man die sportliche Situation in den letzten Jahren verfolgt hat, kann davon nicht mehr die Rede sein.“

Clubs wie Werder Bremen hätten es enorm schwer, wieder nach oben zu kommen. Eigentlich gehe das nur durch eine gute Nachwuchsarbeit. „Wenn die Bayern einen Pavlovic haben, müsste Werder eigentlich fünf, sechs Pavlovic pro Jahr haben“, bringt Robin Dutt das Münchner Eigengewächs ins Spiel, das es bis in die Nationalmannschaft geschafft hat, und nennt den Sportclub als gutes Beispiel: „Sie haben immer mehrere davon: Also junge Spieler, die performen, die für Identifikation sorgen, null Euro kosten und irgendwann Millionen Euro einbringen.“ Warum das bei Werder nicht funktioniert, will Dutt nicht beurteilen: „Dafür bin ich viel zu weit weg.“

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen für das Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg aussehen!

Robin Dutt wurde bei Werder Bremen und beim SC Freiburg Nachfolger einer Trainer-Legende

Der gebürtige Kölner, der in Stuttgart lebt, spricht in dem Podcast auch über die Besonderheit, dass er gleich zwei Mal Nachfolger von Trainerlegenden gewesen ist. Erst 2007, als er beim SC Freiburg Volker Finke ersetzte, dann 2013, als er bei Werder Bremen den Posten von Thomas Schaaf übernahm. „Mein Übergang in Freiburg war nicht so reibungslos damals, da ging es fast gesellschaftspolitisch zu. 50 Prozent der Leute haben Finke geliebt und alles, was ihn ersetzen sollte, gehasst. Die anderen 50 Prozent waren froh, dass endlich ein Neuer kommt und haben mich unterstützt. Das war für mich als junger Trainer schon eine große Herausforderung“, erinnert sich Robin Dutt, der vier Jahre im Breisgau gearbeitet hat. In Bremen sei der Übergang viel harmonischer gewesen. „Ich hatte vorher ein tolles Telefonat mit Thomas. Er hat die Trennung von Werder nullkommanull mit mir in Verbindung gebracht“, erzählt Dutt und möchte unbedingt noch etwas hervorheben: „Eines muss man mal sagen: Auf die Werder-Fans kannst du nichts kommen lassen. Ich bin super empfangen worden. Da hat man schnell die Wucht des Vereins gespürt.“ Selbst, als es sportlich gar nicht lief, sei der Umgang noch respektvoll gewesen. Die Trennung sei sauber abgelaufen, der damalige Manager Thomas Eichin habe das ordentlich gemacht: „Wir müssen nicht so tun, als wenn die Manager der Liga immer so eiskalt die Leute rausschmeißen.“

Robin Dutt hat nach seiner Zeit beim SV Werder Bremen als Sportvorstand beim VfB Stuttgart gearbeitet, dann als Trainer beim VfL Bochum und beim Wolfsberger AC in Österreich. In diesem Jahr hat er sich eine Pause verordnet, um wichtige private Dinge zu erledigen wie eine große Südafrika-Reise, die bald ansteht. Im neuen Jahr will der 59-Jährige gerne wieder irgendwo einsteigen, merkt dazu aber auch schmunzelnd an: „Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es ja so: Das, was man gerne machen würde, das bekommt man nicht mehr, und das, was man angeboten bekommt, das möchte man nicht mehr unbedingt. Die Schnittstelle wird immer kleiner. Aber der Fußball wird mich nie loslassen.“ (kni/tst)

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